Weniger Drogentote, aber jüngere Konsumenten
Bildquelle: WDR/Lutz PolanzWDR. 2 Min. 35 Sek.. Verfügbar bis 21.07.2028.
Gedenktag in Wuppertal : Weniger Drogentote, aber jüngere Konsumenten
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Die Zahl der Menschen, die 2025 in Wuppertal an Folgen illegaler Drogen verstorben sind, ist auf 13 gefallen. Heute gedachten Angehörige, Drogenkranke und Hilfsorganisationen gemeinsam der Opfer. Die Konsumenten werden nach Angaben von Beratungsstellen dagegen immer jünger. Außerdem wächst der Konsum psychoaktiver Substanzen.
Ein Kreuz aus Blumen schmückt den von der Heydt-Platz in der Elberfelder Innenstadt. Zum internationalen Gedenktag für "verstorbene drogengebrauchende Menschen" haben sich in Wuppertal rund 50 Menschen versammelt, um an Freunde und Angehörige zu erinnern, die 2025 an ihrem Drogenkonsum verstorben sind. Vielen stehen die Tränen in den Augen.
Gedenken an Wuppertaler Drogentote
Bildquelle: WDR/Lutz PolanzEnno hängt ein kleines Holztäfelchen für seinen Freund auf. Er selbst ist 29 Jahre alt, hat – seit er 14 wurde – alles genommen, was man an Drogen konsumieren kann, erzählt er. Seit 500 Tagen ist er nun clean und stolz darauf. Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen für Drogenkranke, Freunde und Familien hätten ihm geholfen. „Alleine,“ sagt er, „hätte ich es nicht geschafft.“
Erfolgreiche Drogenarbeit
Andrea Berg, Sozialdezernentin Wuppertal
Bildquelle: WDR/Lutz PolanzGeschichten wie die von Enno gibt es viele. 13 Menschen starben 2025 in Wuppertal an ihrem Drogenkonsum. Das ist ein ermutigendes Zeichen. Ein Jahr zuvor waren es noch 17. Drogenberatungsstellen, ambulantes Wohnen für Abhängige oder Treffpunkte wie das Café Cosa leisteten gute Arbeit, lobt Sozialdezernentin Annette Berg von der SPD.
Sie möchte in Zukunft in Wuppertal auch einen Treffpunkt schaffen, an dem Drogenabhängige zumindest kleine Mengen von Rauschgift legal erwerben können. Dann wäre der Markt besser unter Kontrolle, wirbt sie für die Idee. Die entspricht dem so genannten Zürcher Weg
Jüngere Konsumenten in Wuppertal
Bei jüngeren Konsumenten geht der Trend weg von der Einstiegsdroge Alkohol, und hin zu mehr psychoaktiven Substanzen. Dabei sinke das Alter immer weiter, berichtet Bianca Eutenauer von der Beratungsstelle für Drogenprobleme.
Bianca Eutenauer
Bildquelle: WDR/Lutz PolanzDie künstlich hergestellten Drogen aus dem Labor seien billig zu haben und leicht über das Internet zu besorgen. Das senke die Schwelle, sie auszuprobieren. Aber nicht immer sind illegale Substanzen der Einstieg.
Mika war jahrelang drogenabhängig
Bildquelle: WDR/Lutz PolanzMikas Drogenkarriere begann schon mit 11 Jahren, heute ist er 22. Vor einigen Monaten hat er einen sogenannten Turbo-Entzug erfolgreich hinter sich gebracht. Alles begann mit Medikamenten gegen ADHS, erzählt er uns. Dabei habe ich gemerkt, wie mich höhere Dosen gepusht haben.
Gefahren ungebrochen
Noch immer ist vor allem Crack die Droge, die auch in Wuppertal für die meisten Schlagzeilen sorgt. Die Mischung aus Kokain und Natron mache nicht nur sehr schnell abhängig. Oft leideten Crack-Raucher unter Psychosen und Wahnvorstellungen, reagierten unberechenbar und aggressiv. So komme es Immer wieder zu Messerstechereien und anderen Gewaltdelikten, vor allem unter den Abhängigen selbst.
Dagegen sei das Schmerzmittel Fentanyl, das zu Hirnschäden und Atemstillstand führen kann, noch kein Problem in Wuppertal. Wir hoffen, dass das auch so bleibt, sagt Street Worker Nils Badenheuer.
Unsere Quellen:
- Gespräche beim Gedenktag für verstorbene drogengebrauchende Menschen
- Interview mit Wuppertals Soziadezernentin Annette Berg
- Eindrücke des Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Weniger Drogentote, aber jüngere Kosumenten, 21.07.2026, 18:02 Uhr
Sendung: WDR Bergisches Land, Lokalzeit, 21.07.2026, 19:30 Uhr
