Gewehre und Pistolen aus dem 3D-Drucker
Bildquelle: WDR/ Matthi RosenkranzWDR. 1 Min. 44 Sek.. Verfügbar bis 01.09.2028.
Spektakulärer Fund in Wuppertal : Gewehre und Pistolen aus dem 3D-Drucker
Stand:
Ein 55 Jahre alter Mann aus Wuppertal-Elberfeld soll mehrere scharfe Schusswaffen illegal in seiner Wohnung gelagert und einige davon sogar selbst produziert haben. Aufgefallen war er aber an seinem Arbeitsplatz bei den Wuppertaler Stadtwerken.
Bei einer Hausdurchsuchung stellte die Kriminalpolizei am Montagnachmittag mehrere Kurz- und Langwaffen sowie scharfe Munition sicher. Mit zwei 3D-Druckern soll der Wuppertaler die schussfähigen Waffen zudem selbst hergestellt haben. "Einer der Drucker lief beim Eintreffen der Polizei noch“, sagt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert heute auf WDR-Anfrage.
Scharfe Schusswaffe im Spind
Aus Bauteilen aus dem 3D-Drucker wurden scharfe Waffen
Bildquelle: Polizei WuppertalArbeitgeber des Mannes sollen die Wuppertaler Stadtwerke sein, die hatten zuvor die Polizei alarmiert. Bei einer laut eigenen Angaben routinemäßigen Überprüfung der eigenen Computer habe man festgestellt, dass der Mitarbeiter Dateien zum Waffenbau im Internet heruntergeladen hatte. In seinem Spind fand man zudem eine scharfe Schusswaffe.
Waffen und Munition in Wohnung
Auch diese Pistole stammt zumindest teilweise aus dem 3D-Drucker
Bildquelle: Polizei WuppertalKurz darauf durchsuchte die Kriminalpolizei die Privatwohnung des Angestellten. Dort stellten die Beamten drei unterschiedliche Schusswaffen aus dem 3D-Drucker, eine Vielzahl von waffenrechtlich verbotenen Bauteilen, eine größere Menge scharfer Munition sowie zehn erlaubnisfreie Waffen sicher. Auch die 3D-Drucker landeten im Kofferraum der Ermittler.
Hakenkreuz im Schrank
Der 55 Jahre alte Wuppertaler war "bislang völlig unbescholten“, sagt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman-Baumert. Allerdings habe die Polizei in einem Schrank seiner Wohnung eine Anstecknadel mit Hakenkreuz gefunden. "In den vergangenen Jahren hat er mal einen rechtsextremen Inhalt geliked“, weiß Baumert. Die Staatsanwaltschaft ermittle nun zum Motiv des Mannes. Einen politischen Hintergrund bestreite er.
Munition Marke Eigenbau
Pistole mit umgebauter Schreckschuss-Patrone
Bildquelle: Polizei WuppertalWaffen mit Einzelteilen aus dem dem 3D-Drucker zu bauen, scheint für den 55-Jährigen nicht genug gewesen zu sein. Laut Staatsanwaltschaft stellte er auch passende Munition her. Und zwar aus Schreckschuss-Patronen, die der Mann offensichtlich zu scharfer Munition umgebaut hatte.
Freiheitsstrafe droht
Die umfangreichen Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz dauern derzeit an. Im Falle einer Verurteilung droht dem 55 Jahre alten Mann eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren.
Unsere Quellen:
- Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert, Wuppertal
- Wuppertaler Stadtwerke WSW
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Bergische Land, 01.09.2026, 12:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 01.09.2026, 18:09 Uhr