Lisa Sauer wartet kurz vor 13 Uhr auf die Schüler, die heute zum Mittagessen eintrudeln. Sie ist die Ganztags-Koordinatorin am Helmholtz-Gymnasium und dafür zuständig, dass beim Mittagessen alles läuft. Seit diesem Schuljahr kommt das Schulessen von einer Cateringfirma aus Heidelberg.
Normalerweise müssen die Eltern das Mittagessen online vorbestellen. Zum Start gab es aber technische Probleme, deswegen bekommen heute alle ein Mittagessen, egal ob bestellt oder nicht bestellt.
An den Schulen fehlen Chipkarten
Lisa Sauer unterstützt die Schülerinnen und Schüler beim ersten Mittagessen.
Denn vorab gab es zu wenige Chipkarten für die Schüler. Die Nachfrage sei größer gewesen, also vorher gedacht: "Das Max-Planck-Gymnasium hat uns dann ausgeholfen. Allerdings sind manche Essen dann falsch gebucht worden und dort gelandet und nicht auf unserer Bestellliste", erzählt Lisa Sauer.
In der Ausgabe heute ist viel los: Es gibt Lasagne und Nudeln mit verschiedenen Saucen. Vor Ort ist auch Hasan Bozkurt, der Projektverantwortliche vom Cateringunternehmen Ehrenfried aus Heidelberg. Er ist die ganze Woche vor Ort in Bielefeld, um die Einführung des neuen Schulessens zu begleiten.
Wenig Vorbereitungszeit
Er unterstützt das Personal der Mensen und hilft beim Einbuchen der Mittagessen. Dass jetzt zu Beginn noch nicht alles glatt laufe, liege an der kurzen Vorbereitungszeit: "Normalerweise haben wir mehrere Monate Zeit, um so eine Umstellung vorzubereiten. Hier in Bielefeld hatten wir nur wenige Wochen - dafür klappt es ganz gut."
Probeessen für die Fünftklässler an der Luisenschule.
An sechs Bielefelder Schulen gibt es seit dem Start des neuen Schuljahres das Mittagessen aus Heidelberg. Auch an der Luisenschule. Dort gab es heute ein Probeessen für alle Fünftklässler. Auch hier das Problem: Zu wenig Chipkarten.
Die Kommunikation mit der Cateringfirma lief aber gut, so Susanne Pollmeier. Auch sie ist die Ganztagskoordinatorin an der Realschule: "Wir haben Freitag gemeldet, dass uns Chipkarten fehlen, am Montag wurden die schon geliefert. Die reagieren schnell."
Vorab viel Diskussion rund um das Schulessen aus Heidelberg
Im Juni hatte es große Diskussionen und viel Kritik an der Stadt Bielefeld als Träger der Schulen rund um das Schulessen aus Heidelberg gegeben. Eltern- und Schülervertretungen kritisierten die rund 400 Kilometer Lieferweg für das Schulessen.
Die Stadt sagt, dass es bei der Ausschreibung um mehr als 2.000 Essensportionen täglich gehe, daher habe man den Auftrag europaweit ausschreiben müssen. Und daher gebe es keine Möglichkeit, den Kreis nur auf regionale Anbieter und vergleichsweise geringe Anfahrtswege zu beschränken. Und so sei der Anbieter aus Baden-Württemberg zum Zug gekommen.
Essen kommt tiefgefroren aus Heidelberg
Das Essen wird in Heidelberg gekocht, dann auf Minus 18 Grad heruntergekühlt, dadurch würden laut Cateringfirma aber keine Nährstoffe verloren gehen. In den Schulmensen wird das Essen dann in sogenannten Thermophoren wieder warm gemacht. So sei es mindestens einen Monat lang haltbar und könne nach Bedarf geliefert werden. Die 400 Kilometer Lieferweg würden nur ein Mal in der Woche gefahren.
Bei den Schülerinnen und Schülern kommt das Essen heute gut an - sowohl im Helmholtz-Gymnasium, als auch in der Luisenschule. Einige nehmen sich Nachschlag, viele sagen, dass es ihnen schmecken würde. Gedanken darüber, wo das Essen herkommt, machen sie sich nicht. Und auch für die Ganztagskoordinatorinnen Lisa Sauer und Susanne Pollmeier ist das kein Thema mehr. Jetzt sei es nur noch wichtig, dass alle, die wollen, ein Mittagessen bekommen.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporterin vor Ort
- Hasan Bozkurt, Cateringunternehmen Ehrenfried
- Helmholtz-Gymnasium
- Luisenschule
