Die Trockenheit belastet: 2.000 Salatpflanzen hat Meyer zur Müdehorst in Bielefeld schon verloren.
Ernteausfälle drohen : Trockenheit kostet Gemüsebauern viel Geld
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Gemüsebauern in Ostwestfalen-Lippe verlieren bereits ganze Pflanzungen wegen der anhaltenden Dürre. Die intensive künstliche Bewässerung kostet viel Arbeitskraft und Geld und wird längerfristig auch den Preis für Gemüse in die Höhe treiben.
Salat, Zwiebeln, Rote Beete, Kürbisse und andere Sorten gedeihen gut. Aber ohne Beregnungsanlage sähe das ganz anders aus. Der Bielefelder Landwirt Johannes Meyer zur Müdehorst betreibt den Bio-Betrieb Köckerhof in Bielefeld in vierter Generation. Neben Tierhaltung gehört auch Ackerbau, insbesondere Gemüseanbau zum Geschäft. Aber seit Mitte Juni macht ihm das Gemüse große Sorgen.
"Wenn der Wetterbericht Hitzetage über 35 Grad vorhersagt und es auch nachts nicht kühler wird, bekomme ich ein mulmiges Gefühl." Johannes Meyer zur Müdehorst
Aufwand und Kosten steigen durch Trockenheit
Gemüseanbau auf freiem Feld ist ohne künstliche Bewässerung nicht möglich. Der Aufwand ist überschaubar, wenn es im Sommer regelmäßig regnet. Doch bleibt der Regen aus, muss Johannes Meyer zur Müdehorst so viel bewässern, dass sich seine Kosten nahezu verdoppeln: "In normalen Jahren zahle ich zwischen 3.000 und 5.000 Euro für Stadtwasser, in Trockenjahren ist es schnell das doppelte."
Fast eine Stunde dauert es, bis die Beregnungsanlage steht.
Da der Köckerhof keinen eigenen Brunnen hat, kaufen sie das Wasser von der Stadt. Dazu kommen Kosten für Beregnungsanlagen und Wasserleitungen. Und der Arbeitsaufwand ist deutlich größer, wenn sehr oft künstlich bewässert wird. Allein der Aufbau der Beregnungsanlage dauert fast eine Stunde.
Viele Gemüsebetriebe haben mit Dürre zu kämpfen
Die Landwirtschaftskammer NRW bestätigt dem WDR, dass der Köckerhof bei weitem kein Einzelfall ist: "Landwirte müssen bereits Verluste von Pflanzungen und Aussaaten einzelner Anbausätze hinnehmen. Mitarbeiter arbeiten an der Belastungsgrenze."
Die Bewässerungskapazitäten auf vielen Gemüsebetrieben reichen nicht aus, um eine langanhaltende Dürre durchzustehen. Oft reicht das Wasser nur, um die Pflanzen am Leben zu halten bis ergiebiger Regen kommt. Auch Johannes Meyer zur Müdehorst hat diesen Sommer schon einen ganzen Anbausatz Salat verloren. 2.000 Pflanzen – 500 Euro Verlust.
Bleiben die Gemüsepreise stabil?
Das Problem vieler Landwirte ist, dass die Preise mit dem Handel vor dem Anbau festgelegt werden. Kurzfristig können also keine höheren Preise verlangt werden. Wer, so wie Johannes Meyer zur Müdehorst, direkt an den Kunden verkauft, könnte die Preise zwar erhöhen, das will der Landwirt aber eigentlich vermeiden. Er will es erst tun, wenn die Situation noch extremer wird.
Die Preise für Gemüse werden vor der Saison verhandelt.
Wie können Gemüsebetriebe in der Zukunft überleben?
Der Köckerhof in Bielefeld will in einen eigenen Brunnen investieren, denn im Extremfall könnte die Stadt bei Dürre sogar das Wasser ganz abdrehen. So ist es in einigen Kommunen schon passiert.
Sollten die Dürresommer noch häufiger auftreten, müssen Landwirte sich neue Strategien für Ackerbau überlegen.
Unsere Quellen:
- Interview mit Landwirt Johannes Meyer zur Müdehorst
- Landwirtschaftskammer NRW
Sendung: WDR.de, Trockenheit kostet Gemüsebauern viel Geld, 28.07.2026, 04:57 Uhr
