Ein Krötenpärchen am verlaubten Boden

Zwölf Tunnel für Kröten, Molche oder Grasfrösche sollen in Bielefeld-Dornberg gebaut werden.

Vollsperrung in Bielefeld Amphibientunnel sorgt für Ärger bei Anwohnern

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Im Bielefelder Stadtbezirk Dornberg ist eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit von zwölf Kleintiertunneln entbrannt. Sie sollen auf einer Strecke von 700 Metern gebaut werden. Eine wichtige Verbindungsstraße ist dafür monatelang vollgesperrt, Unternehmer fürchten um ihre Existenzen. Tierschützer halten dagegen.

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Max Meis

Neun Anwohner und Unternehmer haben sich an den aufgestellten Baken in Bielefeld-Dornberg zusammengefunden. Sie eint die Sorge, dass ihr Alltag wegen der Vollsperrung deutlich komplizierter werden könnte. Sie sorgen sich um Schulkinder, die nach den Ferien zur Grundschule müssen, und Unternehmer merken jetzt schon, dass ihre Kunden wegbleiben.

Die Unternehmer und Anwohner beunruhigt posierend vor der Baustelle.

Die Anwohner sagen: Tierschutz ja, aber die Kommunikation lief schlecht.

Diese Situation werden sie noch mindestens vier Monate lang ertragen müssen. Am meisten ärgern sie sich aber über die - aus ihrer Sicht - schlechte Kommunikation von Stadt und Straßen.NRW.

"Seit April habe ich mehr als 20 Mal bei der Stadt angerufen und keine klaren Informationen über den Umfang der Arbeiten bekommen. Letztlich habe ich es vor vier Wochen aus der Zeitung erfahren." Landwirt Mark Meyer zu Bentrup

Betroffene von Vollsperrung machen ihrem Ärger Luft

Die Gruppe, zu der auch die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin von Dornberg, Sybille Hülsmann-Pröbsting (CDU), gehört, fragte wiederholt nach und machte öffentlich Druck.

Anwohner Stephan Mönch startete eine Online-Petition mit dem Titel "Kröten statt Kinder", die schnell fast 1.500 Mal unterschrieben wurde. Denn auch die Grundschule wird ab dem neuen Schuljahr schwieriger zu erreichen sein.

"Wir wissen, dass die Straße saniert werden muss und haben auch nichts gegen Naturschutz, aber der Aufwand scheint übertrieben und mit uns wurden keine Alternativen diskutiert." Stephan Mönch, Anwohner und Vater von Grundschulkindern

Bürgerdialog erst kurz vor Baubeginn des Krötentunnels

Erst eine Woche vor Beginn der Vollsperrung klärten Stadt und Straßen.NRW ausführlich in einem Bürgerdialog auf. Dabei stellten sie klar, dass die Baumaßnahmen nur bei einer Vollsperrung durchführbar sind. Die Straße sei zu schmal, um den Verkehr auf einer Spur vorbeizuleiten.

Aussicht auf die Dornberger Str aus der Vogelperspektive

Aussicht auf die Dornberger Straße aus der Vogelperspektive.

Die Kleintiertunnel seien ebenfalls an dieser Stelle sinnvoll, da Tierschützer hier Jahrzehnte lang rund 3.000 Amphibien pro Jahr eingesammelt haben. Das bestätigt auch die Biologische Station Gütersloh/Bielefeld, die 30 Jahre lang mit vielen Ehrenamtlern Molche, Grasfrösche und Kröten vor dem Straßentod gerettet hat.

Unternehmer in Bielefeld fürchten um ihre Existenz

Jetzt die Vollsperrung: Ein Friseursalon merkt bereits, dass Kunden wegbleiben, und ein Pflegedienst hat wegen Umleitungen erheblich höheren Zeitaufwand und Mehrkosten für Personal und Kraftstoff. Eine ordentliche Beschilderung über die Vollsperrung gibt es noch nicht, das zeigen die vielen Autos, die bis vor die Baken fahren und wenden müssen.

In Sachen Kommunikation scheint hier vieles nicht optimal gelaufen zu sein, nun müssen sich alle Beteiligten mit der Situation arrangieren und hoffen, dass die Bauarbeiten im Zeitplan bleiben.

Amphibientunnel sorgt für Ärger bei Anwohnern

WDR 29.07.2026 00:59 Min. Verfügbar bis 28.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Gespräche mit Anwohnern
  • Straßen.NRW
  • Stadt Bielefeld
  • Biologische Station Gütersloh/Bielefeld

Sendung: WDR.de, Amphibientunnel sorgt für Ärger bei Anwohnern, 30.07.2026, 6:02 Uhr

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