Extremsportler wagt Solo-Expedition durch die Arktis
Bildquelle: WDR / Sascha BacinskiWDR. 03:12 Min.. Verfügbar bis 21.08.2028.
Überleben auf einer einsamen Insel in Panama, 200 Kilometer zu Fuß durch die Sahara. Der 28-jährige Dortmunder Tim Jambor hat schon so einiges in seiner Vita stehen. "Die Touren sind ja nicht ungefährlich. Wenn man auf solchen Touren über seine Grenzen hinausgeht und ums Überleben kämpfen muss, macht es einem bewusst, wie endlich das Leben ist", philosophiert der Abenteurer.
Vor ein paar Jahren hat Jambor seine Liebe zu Extrem- beziehungsweise Survivalreisen entdeckt. Bei seinem Panama-Abenteuer 2024 hat er zwei Wochen auf einer unbewohnten Insel verbracht. Reduziert auf Messer und Machete. Seine Nahrung kam direkt aus dem Meer. Vergangenes Jahr ist er dann 200 Kilometer durch die Westsahara gewandert. Jetzt wartet auf ihn sein wahrscheinlich größtes Abenteuer.
Tim Jambor bei seinem 200-Kilometer-Marsch durch die Westsahara.
Bildquelle: Tim JamborEnde August macht er sich von Frankfurt über Oslo auf den Weg nach Spitzbergen im arktischen Ozean. Mit einem Boot geht es in den Südwesten des Archipels. Dort lässt sich Jambor aussetzen und will dann 150 Kilometer zu Fuß durch die Wildnis laufen. Alleine. Durch Eis und Schnee, über Gletscher und Gletscherspalten. Und mitten durch das Eisbärengebiet.
"Es gibt sehr strenge Gesetze zum Eisbärenschutz, ich muss einen bestimmten Abstand halten. Und ich bin verpflichtet, dort bewaffnet zu laufen", erklärt Jambor. In Deutschland musste er dafür ein spezielles Schießtraining absolvieren. Wenn es in der Arktis hart auf hart kommt, muss er in der Lage sein, einen Eisbären zu erschießen, um sein eigenes Leben zu retten.
"Ich habe keine Möglichkeit, eine Nachtwache zu halten. Gerade wenn ich im Zelt bin, bin ich am verwundbarsten. Da muss ich mich auf meine Kenntnisse und auf mein Gewehr verlassen." Tim Jambor, Abenteurer aus Dortmund
Jambor hat seine Reise genau geplant. Soweit man eben einen Survival-Trip durch die Arktis planen kann. "Es gibt ein Notfallkonzept mit einem Evakuierungskonzept. Ich habe Check-in-Intervalle, so dass ich mich über Satellit melden muss", erklärt Jambor. Ein Sicherheitsteam in Deutschland hat ihn permanent auf dem Schirm und kann gegebenenfalls Hilfe losschicken. Der 28-Jährige hat ein GPS-Gerät dabei, das regelmäßig seinen Standort überträgt.
Im Berufsleben leitet der Dortmunder den Cyber-Security-Bereich bei einem großen IT-Dienstleister. Mit seinen Fähigkeiten hat er eine spezielle Seite (live.timjambor.com) und eine App programmiert. Darüber kann ihn sein Sicherheitsteam jederzeit erreichen, aber auch jeder, der sein Arktis-Abenteuer verfolgen möchte, kann die Seite besuchen und sogar mit ihm kommunizieren.
Abenteurer Tim Jambor bei seiner Survival-Tour auf einer einsamen Insel in Panama.
Bildquelle: Tim JamborDie 150 Kilometer durch die Arktis auf Spitzbergen will Jambor in zehn Tagen schaffen. Ausgerüstet mit Rucksack und einem Zelt, Isomatte, einem Notfallpack mit 15 Medikamenten, Spezialnahrung und Equipment zur Wasseraufbereitung. Spezielles Training hat er übrigens vorher nicht gemacht: "Ich gehe jetzt nicht in eine Kältekammer oder nochmal mehr wandern. Denn darum geht es mir. Dass ich in Situationen komme vor Ort, auf die ich erst einmal unvorbereitet bin."
Am 30. August geht die Reise los: zunächst mit dem Flugzeug nach Oslo und dann nach Spitzbergen. Auch bei diesem Abenteuer ist sich Tim Jambor sicher, wieder heil zurück in die Heimat nach Dortmund zu kommen. Denn der Rückflug ist auch schon gebucht. Für den 14. September.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Tim Jambor
Sendung: WDR.de, Extremsportler wagt Solo-Expedition durch die Arktis, 21.08.2026, 14:05 Uhr
