Bilanz-Pressekonferenz des BVB.
Bildquelle: WDR / Kay BandermannNach frühem Champios-League-Aus : Rote Zahlen bei Schwarz-Gelb
Stand:
Das Spiel gegen Atalanta Bergamo in der Playoff-Runde der Champions League Ende Februar liegt Carsten Cramer noch heute im Magen. Nicht nur wegen der chaotischen Nachspielphase mit umstrittenen Fouls und roten Karten gegen Schwarz-Gelb. Die 4:1-Niederlage bedeutete das frühe Aus für die Dortmunder in der Fußball-Königsklasse.
Das hinterlässt Spuren in der heute präsentierten Bilanz von Deutschlands einzigem börsennotierten Fußball-Club. Die Dividende von zuletzt sechs Cent fällt diesmal aus.
Denn es fehlten in der Bilanz für das Geschäftsjahr 2025/26 fest eingeplante Einnahmen aus TV-Rechten, Ticketverkäufen und Prämien. So gab es in der vergangenen Saison praktisch in allen Bereichen Umsatzrückgänge. Nur bei den langfristigen Werbe- und Sponsoringverträgen wurde mehr verdient.
Neue Saison, bessere Spiele, bessere Zahlen
Carsten Cramer – Nachfolger von Club-Präsident Hans-Joachim Watzke – und sein Finanzvorstand Thomas Treß sind aber zuversichtlich, das Blatt schon in der kommenden Saison wieder zu wenden. Die Vorfreude auf die neue Saison sei groß, sagt Cramer und auch die Erwartungen. "Wir haben aus den Herausforderungen des vergangenen Jahres die richtigen Ableitungen getroffen“, sagt er. Und auch sein Finanzmann verspricht ein Umsatzplus und "schwarze Zahlen".
Optimismus pur - die Geschäftsführer Carsten Cramer (li.) und Thomas Treß wollen in der kommenden Saison Gewinne einfahren.
Bildquelle: WDR / Kay BandermannProfikader im Wert gesunken
Man habe gespart und sei jetzt „schlanker aufgestellt“. Ein Beleg: In der Bilanz ist der Spielerkader als sogenannter immaterieller Vermögenswert mit 187 Millionen Euro bewertet. In der Vor-Saison waren es noch 227 Millionen. Generell wolle man „das strukturelle Defizit reduzieren“. Sprich: Der BVB will in Zukunft nicht mehr gezwungen werden, seine Zahlen durch lukrative Spielerverkäufe auszubügeln, so wie mit Bellingham, Haaland oder zuletzt Jamie Gittens.
Schwachstelle Ticketeinnahmen
Als Schwachstelle sieht der Verein nach wie vor die zu geringen Einnahmen aus Ticketverkäufen – obwohl der Signal-Iduna-Park an allen Spieltagen mit 81.365 Zuschauern ausverkauft ist. "Mit einem Netto-Erlös von 23 Euro liegen wir weiter hinter bekannten Vereinen im Ausland“, sagt Carsten Cramer. "Dafür ist die Atmosphäre bei uns besser.“ Eine Erhöhung der Eintrittspreise kommt für ihn deshalb nicht infrage.
Erlebniswelt für die BVB-Familie
Aber er will die Anziehung des Stadions als "Fußball-Kathedrale“ besser nutzen. Langfristig schwebt Cramer rund um den Signal-Iduna-Park eine BVB-Erlebniswelt mit touristischer Anziehungskraft vor. Dazu gehört auch, die anderen Sportabteilungen des Vereins – namentlich Handball und Tischtennis – näher an das Stadion bringen. So ist es inzwischen nicht mehr ausgeschlossen, dass die BVB-Handballdamen, die ebenfalls in der Champions League spielen, eine neue Sporthalle bekommen.
Rund um den Signal-Iduna-Park soll in den kommenden Jahren eine Erlebniswelt für BVB-Fans entstehen.
Bildquelle: WDR / Kay BandermannUnsere Quellen:
- Bilanzpressekonferenz BVB KGaA
Sendung: WDR.de, "BVB-Geschäftsbilanz mit Verlusten", 21.08.2026, 15:50 Uhr