Schnäppchen-Wohnungen für Azubis in Dortmund
Bildquelle: dpaWDR. 1 Min. 37 Sek.. Verfügbar bis 28.08.2028.
Tom Mayböck macht eine Ausbildung zum Zimmerer in Sprockhövel. Eine eigene kleine Wohnung fände er toll, kann sich die aber nicht leisten. Er ist im zweiten Lehrjahr, netto bleiben ihm etwa 900 bis 1.000 Euro vom Lohn. Deshalb wohnt der Azubi noch bei seinen Eltern.
"Eine eigene Wohnung ist bei dem Gehalt, das wir bekommen, ziemlich schwer." Tom Mayböck, Auszubildender im zweiten Lehrjahr
Die Initiative, in Dortmund bezahlbaren Wohnraum für Azubis aus dem Handwerk zu schaffen, findet Mayböck richtig gut. In Sprockhövel findet er keine Wohnung, die er sich leisten kann. Wenn er in Dortmund eine Wohnung für um die 300 Euro Warmmiete bekäme, würde er sofort zuschlagen. Das Geld gibt er zurzeit für Benzin aus, weil er regelmäßig von Sprockhövel zur Berufsschule in Dortmund pendeln muss.
Tom Mayböck wohnt noch zuhause, weil ihm normale Mieten zu teuer sind.
Bildquelle: WDR/Christof VoigtAzubi-Campus in Dortmund soll 2028 fertig sein
Maximal 350 Euro Miete soll eine Wohnung auf dem geplanten "Azubi Campus Handwerk" in Dortmund kosten, warm. Ganz in der Nähe der 112 geplanten Wohnungen sind dann auch die Bildungsstätten von der Handwerkskammer und der Kreishandwerkerschaft Dortmund Hagen Lünen. Ebenso nah sind viele Ausbildungsbetriebe.
Wer in seiner Freizeit dann immer noch Lust auf seine Mit-Azubis hat, soll sich auf dem neuen Campus auf extra angelegten Gemeinschaftsflächen treffen können. Auch die ÖPNV-Anbindung ist gut.
"Mit dem AzubiQuartier investieren wir nicht nur in dringend benötigten Wohnraum, sondern vor allem in die Zukunft des Handwerks." Christian Sprenger, Kreishandwerksmeister
Landesregierung unterstützt Bauprojekt
Gute Ausbildung brauche gute Rahmenbedingungen, heißt es bei der Handwerkerschaft. Dazu gehöre auch bezahlbares Wohnen, sagt Kreishandwerksmeister Christian Sprenger.
Das Handwerk in Dortmund, Hagen und Lünen will sich so die Fachkräfte der Zukunft sichern und übernimmt den Bau mit einer eigens gegründeten GmbH gleich selbst. Bei den Kosten unterstützt die Landesregierung mit Geld aus der öffentlichen Wohnraumförderung.
Die Ministerin übergibt den Förderbescheid des Landes NRW. Mit über 13,5 Millionen Euro soll das Bauprojekt unterstützt werden.
Bildquelle: WDR/Christof VoigtBauministerin Ina Scharrenbach von der CDU sagte am Freitag beim Start des Dortmunder Azubi-Wohnen-Projektes, das sei das größte Projekt dieser Art in NRW und erhofft sich einen Nachahmungseffekt. Die Ministerin hatte einen Förderbescheid in Höhe von 13,5 Millionen Euro dabei. Geld, ohne das die Umsetzung so nicht möglich gewesen wäre.
Scharrenbach sagte, für solche Projekte habe die Landesregierung genug Geld. Sie würde seit Jahren "intensiv bei Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern dafür werben".
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- WDR-Gespräch mit Tom Mayböck, Auszubildender der Firma Die Holzbauprofis
- WDR-Gespräch mit Ina Scharrenbach, CDU, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW
- Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW
- Kreishandwerkerschaft Dortmund Hagen Lünen
Sendung: WDR.de, Grundsteinlegung für Azubi Campus Handwerk in Dortmund, 27.08.2026, 6:00 Uhr
