Der Kampf gegen die Asiatische Hornisse läuft auf Hochtouren.
WDR. 02:37 Min.. Verfügbar bis 23.07.2028.
Mit Spezialanzug, Handschuhen und Staubsauger bewaffnet rückt Wespen- und Hornissenberater Thomas Fels mit seinem Team aus Helfern an. Ihre heutige Mission: Ein Nest der Asiatischen Hornisse unter einem Terrassendach in Düsseldorf-Benrath zu entfernen. Noch ist das sogenannte Primärnest nur so groß wie ein Handball. "Die Tiere sehen im ersten Moment friedlich aus", gibt Fels zu, "aber sobald wir in die Nähe des Nestes gehen, werden die Tiere schnell aggressiv, verteidigen ihr Nest und greifen im Schwarm an."
Um die 70 Asiatische Hornissen befinden sich in diesem Nest.
Stiche schmerzafter als bei europäischen Hornissen
Der Stich einer Asiatischen Hornisse ist für Menschen ohne Allergien zwar nicht gefährlicher, als der von einer Biene oder einer Europäischen Hornisse. Aber ihre Stiche sind schmerzhafter, dauern länger in der Heilung und ihr Gift ist noch nicht so gut erforscht, wie Fels sagt.
Praxierfahrung für andere Imker
Bevor das Nest entfernt wird, brieft Fels noch seine Helfer. Denn er ist nicht nur Hornissen- und Wespenberater, sondern auch Imker. Heute möchte er seinen Imkerkollegen Praxiswissen mitgeben, damit sie eines Tages selbst Nester entfernen können. Dafür müssen sie einen Lehrgang absolvieren, der unter anderem daraus besteht, die streng geschützte Europäische Hornisse von der Asiatischen zu unterscheiden.
Imker müssen ihre Bienen schützen
Jutta Lichter kümmert sich jeden Tag um ihre Bienen in Düsseldorf-Heerdt.
Imkerin Jutta Lichter ist heute auch dabei. "Die Asiatische Hornisse ist gekommen, um zu bleiben", sagt sie. Ihre 14 Bienenvölker in Düsseldorf-Heerdt möchte sie deswegen bestmöglich schützen. Die Asiatische Hornisse ernährt sich nämlich hauptsächlich von Bienen und braucht deren Proteinkörper für ihren Nachwuchs.
Die Asiatische Hornisse ist eine wirkliche Jägerin. Die gibt nicht Ruhe, bis sie eine Biene gefangen hat. Wenn hier 30 Nester in der Nähe sind, dann habe ich echt Angst. Jutta Lichter, Imkerin aus Düsseldorf
Mit einem speziellen Korb kann Jutta Lichter ihre Bienen schützen.
Lauern die Asiatischen Hornissen erst einmal vor den Fluglöchern, verfallen die Bienen im schlimmsten Fall in eine Flugparalyse und trauen sich nicht mehr aus ihrem Bienenstock. Dann hätten sie wenig Chancen, den Winter zu überleben, sagt Lichter.
Umso wichtiger ist es für sie, genug Praxiserfahrung zu sammeln, um schon bald die Nester selbst entfernen zu können, wie es Fels und seine Kollegin Dorothée Scriba tun. Mit einem Staubsauger saugen sie die Hornissen ein und mit einem Schaber kratzen sie das Nest solange ab, bis es in einen Eimer plumpst. Die Mission Nestentfernung ist geglückt.
Über 100 Nester schon entfernt
Hornissenberater Fels weiß aber, dass das entfernte Nest nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Seit März wird täglich ein neues Asiatisches Hornissennest gemeldet und er weiß, dass es eigentlich noch viel mehr sind. Seit 2025 gilt die invasive Art als etabliert. Kommunen sind nicht mehr dazu verpflichtet, die Nester zu entfernen, Eigentümer müssen für die Kosten aufkommen.
Bienen sind auf die Bevölkerung angewiesen
Fels hofft trotzdem darauf, dass möglichst viele die Nester melden. Dafür hat er Anfang des Jahres extra das Velutina-Netzwerk Düsseldorf gegründet, das Meldungen bearbeitet. "Man sollte auf keinen Fall versuchen, die Nester selbst zu entfernen", sagt Fels. Dafür seien die Tiere einfach zu gefährlich.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der WDR-Reporterin bei der Nestentfernung
- Gespräch mit Thomas Fels, Wespen- und Hornissenberater
- Gespräch mit Jutta Lichter, Imkerin aus Düsseldorf
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 22.07.2026, 19:30 Uhr