Spielplatz-Kunstwerk im Museum K20 in Düsseldorf
WDR. 03:45 Min.. Verfügbar bis 30.07.2028.
Kinder, die laut lachen und fröhlich toben. Ein ungewöhnliches Bild in den ehrwürdigen Hallen der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (K20) am Düsseldorfer Grabbeplatz. Normalerweise gilt im Museum: Bitte nicht anfassen, leise sein und Abstand halten. Die Ausstellung „Playground“ wirft all diese Regeln über den Haufen. Hier wird die Kunst zum riesigen, begehbaren Spielplatz für die ganze Familie.
Kunst zum Anfassen
Das riesige Kunstwerk hat die Künstlerin Sonia Kazovsky entwickelt. Die Traumlandschaft regt an jeder Ecke die Fantasie an und die angenehmen Materialien laden zum Anfassen ein. Rutschen, verkleiden oder sich in die Flammenkissen werfen - auch die Erwachsenen dürfen hier aktiv mitmachen.
Max und Piet experimentieren mit den Kostümen.
Für die Brüder Max und Piet ist es der allererste Besuch in einem echten Kunstmuseum. Piet hat sich das vorher ganz anders vorgestellt, eher mit dunklen Holzrahmen und gläsernen Vitrinen. Umso größer ist die Überraschung, dass er hier rumtollen und laut sein darf.
Indoor-Spielplatz im Museum
Die Idee für dieses ungewöhnliche Projekt hatte Karen Archey, die Kuratorin des Hauses. Ihre eigenen Kinder fanden ihren Arbeitsplatz im Museum bisher einfach nur furchtbar langweilig. Das wollte die gebürtige Amerikanerin unbedingt ändern und das K20 für alle Generationen öffnen.
Die Kuratorin möchte, dass das Museum für alle da ist.
Typische Indoor-Spielplätze fand sie oft laut, ungemütlich und einfach nicht schön anzusehen. Mit dem "Playground" hat sie nun eine ästhetische Alternative geschaffen. Hier wird zwischendurch regelmäßig gelüftet und alles gewissenhaft desinfiziert. Zudem ist der Raum an heißen Sommertagen angenehm klimatisiert.
Fantasie ohne Grenzen und Bildschirme
Einzigartig sind auch die kreativen Kostüme zum Verkleiden. Ob Blume, Qualle oder ein außerirdisches Wesen - das entscheidet ganz allein die Fantasie der Kinder. Eine Anleitung oder feste Spielregeln gibt es bewusst nicht.
Essen und Trinken ist erlaubt.
Viele Eltern schätzen es, dass ihre Kinder hier ganz analog spielen und die digitalen Medien für eine Weile vergessen. Wer die kühle Oase besuchen möchte, muss vorab online ein Zeitfenster buchen. Die Kinder werden nicht betreut, zahlen aber auch keinen Eintritt. Erwachsene sind mit fünf Euro dabei. Die Ausstellung ist noch bis zum 9.Mai 2027 geöffnet.
Unsere Quellen:
- Eindrücke und Interviews des WDR-Reporters vor Ort.
- WDR-Interview mit Karen Archey, Kuratorin
- Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 30.07.2026, 19.30 Uhr