Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt auf dem Rhein
WDR. 03:14 Min.. Verfügbar bis 31.07.2028.
Die Crew der "Emmerich" vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein (WSA) schaut aufmerksam nach draußen: Wo könnte der Schifffahrt Gefahr drohen? Denn die Fahrrinne ist eng und der Verkehr auf dem Wasser größer als sonst. Grüne Markierungstonnen sollen helfen, die Schifffahrt in der Spur zu halten.
Eine Markierungstonne wird an der Rheinbrücke in Emmerich ausgesetzt.
Markierungstonnen werden täglich kontrolliert
Kranführer Holger Lamers setzt in der Nähe der Emmericher Rheinbrücke eine solche Tonne vom Arbeitsboot ins Wasser. Unten dran eine Kette mit einem 500-Kilo-Betonklotz.
Manchmal werden die schwimmenden Zeichen von Schiffen angerempelt, gerade beim Überholen auf der engen Spur. Und dann verschwindet schon mal eine auf Nimmerwiedersehen, erzählt Lamers: "Wenn da ein Schiff gegenfährt, dann reißt die Kette und dann treibt die Tonne Richtung Holland."
Schiffe auf dem Rhein fahren trotz niedrigem Wasserstand.
Während die großen Frachter die Fahrrinne automatisch auf ihren Bildschirmen angezeigt bekommen, müssen vor allem Sportbootfahrer gut aufpassen. Denn gerade die Freizeitskipper sind gerne in Ufernähe unterwegs, um Abstand von den großen Pötten zu halten.
"Doch gerade das ist jetzt gefährlich", sagt Martin Wolters, vom WSA. "Vor allem die Sportboote, die vielleicht wenig Revierkenntnis haben, laufen Gefahr, sich hier außerhalb der Fahrrinne festzufahren."
Mehr Schiffe auf weniger Platz
"Paradox" nennt Wolters die aktuelle Situation auf dem Wasser: Weil die Frachter bei Niedrigwasser weniger laden können, sind insgesamt mehr Schiffe nötig.
Das bedeutet: Der Rhein ist nicht nur schmaler, sondern muss auch mehr Verkehr aufnehmen. Trotzdem komme es selten zu Havarien.
Historisches Wrack liegt wieder frei
Kurz vor der niederländischen Grenze ragt ein Gerippe aus dem Sand am linken Rheinufer: Die "De Hoop", ein Frachter aus dem 19. Jahrhundert. Das Schiff havarierte vor 130 Jahren bei einer Dynamitexplosion. Zuletzt lag das hölzerne Skelett beim Rekord-Niedrigwasser 2018 vollständig frei.
Damals fiel der Pegel in Ruhrort auf 1,53 Meter. Und in Emmerich auf minus eins, die geringsten jemals gemessenen Werte. Am Ende dieses Wochenendes werden die Pegelstände laut Prognose noch etwas darunter liegen - ein neuer Minusrekord.
Das Niedrigwasser lässt auch das Schiffswrack der "De Hoop" wieder erscheinen.
Unsere Quellen:
- Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein WSA
- Elektronisches Wasserstraßen-Informationssystem ELWIS
- Eindrücke des Reporters an Bord der "Emmerich"
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 30.07.2026, 19:30 Uhr
