Bei einer Kontrolle waren erhöhte Bleiwerte im Trinkwasser des Düsseldorfer Polizeipräsidiums aufgefallen. Die Polizei reagierte sofort und informierte das Gesundheitsamt darüber.
Zunächst hatte es Unklarheiten gegeben, wer die Proben in Auftrag gegeben hatte. Es stellte sich aber heraus, dass die Polizei selbst eine Fachfirma mit den Kontrollen beauftragt hatte, um die Qualität des Trinkwasser in ihren Gebäuden zu überprüfen.
Am vergangenen Donnerstag hatte die Polizei dann die Laborergebnisse erhalten und diese an das Gesundheitsamt übermittelt. Die Mitarbeiter dort hatten dann auf Wunsch der Polizei konkrete Handlungsempfehlungen ausgesprochen, so ein Sprecher der Polizei.
Die Qualität der Trinkwasserversorgung ist seit 1986 geregelt. Der Blei-Grenzwert wird Stück für Stück gesenkt.
Bildquelle: dpaIm aufwändig sanierten Präsidium in Düsseldorf sei nur ein einziger Raum betroffen gewesen. Ob noch weitere Dienststellen und Räume erhöhte Bleiwerte aufweisen, ist noch nicht klar. Aktuell laufen noch Kontrollen.
Polizei verteilt Flaschen mit Mineralwasser
Als Sofortmaßnahme hatte die Polizei am vergangenen Donnerstag 7.000 Flaschen Mineralwasser für die Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. Schon am vergangenen Freitag konnten laut einem Polizeisprecher aber schon einige Wasser-Entnahmestellen im Gebäude wieder freigegeben werden.
Wasser stand wohl zu lange in Leitungen
Das Blei stammt offenbar nicht aus den Leitungen selbst, sondern aus dem sogenannten "Stagnationswasser". Dabei handelt es sich um Wasser, das längere Zeit am Ende der Leitungen, etwa in Armaturen oder Warmwassergeräten, steht.
Da Blei schon in geringen Mengen gesundheitsgefährdend sein kann, gelten in Deutschland strenge Grenzwerte für das Trinkwasser. Vor allem Kleinkinder und Säuglinge sind gefährdet.
Früher wurden häufig Trinkwasserleitungen aus Blei in Gebäuden verbaut. Seit 1973 wird das Material in Deutschland aber nicht mehr in Leitungen verwendet.
Hinweis der Redaktion, 19.8.2026, 14 Uhr:
In einer vorherigen Version des Beitrags hatten wir darüber berichtet, dass unklar sei, wer die Proben entnommen hat und dass es Widersprüche zwischen den Aussagen der Polizei und dem Gesundheitsamt gegenüber dem WDR gegeben hatte. Grundlage dafür war ein Missverständnis im Gespräch des WDR mit der Polizei. Wir haben unseren Beitrag nach Aufklärung des Missverständnisses überarbeitet und den Fehler korrigiert. Richtig ist, dass die Polizei eine externe Firma damit beauftragt hat, die Proben durchzuführen. Anschließend wurden die Ergebnisse an das Gesundheitsamt weitergeleitet und um Beurteilung gebeten.
Unsere Quellen:
- Polizei Düsseldorf
- Gesundheitsamt Düsseldorf
- Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW
- Umweltbundesamt
Sendung: WDR.de, "Düsseldorfer Polizei hat Trinkwasser Kontrollen in Auftrag gegeben",19.08.2026, 13:43 Uhr
