Jugendfeuerwehr Düsseldorf übt den Ernstfall

Bildquelle: WDR / Ina Reuter

WDR 21 Sek. Verfügbar bis 11.09.2028

Was Jugendliche bei der Feuerwehr lernen 15 Jähriger führt Rettungsteam

Stand:

Ein Mensch liegt unter einem Anhänger, zehn Jugendliche warten auf sein Kommando - Jugendfeuerwehr Düsseldorf übt den Ernstfall.

Zehn Jugendliche schauen Clemens an. Er ist 15, trägt die rote Weste – das Zeichen: Er hat das Sagen. Vor ihm ein Anhänger, darunter liegt, zumindest in der Übung, ein Mensch. Das Hebekissen liegt bereit. Clemens muss jetzt entscheiden, wer was macht. "Verletzte Person betreuen. Angriffstrupp sichert mit dem Wasserschlauch die Unfallstelle ab, ihr bereitet das Hebekissen vor“, ruft er seinem Team zu. Keine Likes, keine Schulnote zählen hier – nur, ob sich alle aufeinander verlassen können, Verantwortung übernehmen. Genau das unterscheidet die Jugendfeuerwehr von jedem gewöhnlichen Hobby.

Clemens und Niklas von der Jugendfeuerwehr stehen vor einem Löschfahrzeug.

Heute hatten sie die Verantwortung: Clemens (links) und Niklas von der Jugendfeuerwehr Düsseldorf waren die Gruppenführer bei der Rettungsaktion.

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Was die Feuerwehr den Jugendlichen bedeutet

Alle 14 Tage, abends nach der Schule, treffen sich 15 Jugendliche aus Düsseldorf-Angermund und 10 aus Hubbelrath an der Freiwilligen Feuerwehr. Es ist ein bemerkenswerter Ort für Jugendliche in einer Zeit, in der viel darüber gesprochen wird, was jungen Menschen angeblich fehlt: Konzentration, Leistungsfähigkeit, Engagement. Hier hören sie genau zu - auch wenn es erst einmal heute mit Theorie startet: An einem Holzmodell sollen Clemens und Oskar einen Anhänger unterbauen, ohne dass ein Wasserbecher umkippt.

"Pass auf, es kippt!" Wenn ein Wasserglas über Leben entscheidet

Drei Kinder der Jugendfeuerwehr führen Übungen an einer Puppe auf einer Trage durch.

Gerettet! Jugendliche von der Jugendfeuerwehr Angermund und Hubbelrath bei der Einsatzübung.

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Also, Holzkeile untersetzen, Ballons als Hebekissen ansetzen, Druck aufbauen. Nach vielem Tüfteln und nach einigem Hin und Her dann: "Ich glaube, wir haben es gerettet!“, ruft Oskar erleichtert. Kleine Übung, große Wirkung – denn im Ernstfall entscheidet genau dieses Gefühl über Verletzungen. Diese Jugendlichen trainieren nicht nur Technik. Sie trainieren Verlässlichkeit.

"Ich bin sehr fit!" - dann geht es mit Blaulicht los

Ausbilder John Wiles von der Freiwilligen Feuerwehr Angermund steht Clemens bei seinem Job als heutiger Gruppenführer zur Seite. Er fragt Clemens: "Wie fit bist du?“ – "Ich bin sehr fit!“, schießt es zurück. Clemens zieht die rote Weste an: "Damit alle an der Einsatzstelle wissen, wer das Sagen hat.“ Jugendleiter Sven Abel erklärt noch einmal die echten Werkzeuge: Steuereinheit, Druckanzeige, Hebekissen.

Ein Feuerwehrmann steht mit mehreren Kindern der Jugendfeuerwehr vor der Wache in Angermund und zeigt auf etwas.

Hand in Hand: die Erwachsenen der Freiwilligen Feuerwehr übernehmen die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen. Hier bei der Einsatzübung in Angermund.

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Was muss er als Ausbilder bei Kindern anders machen als bei Erwachsenen? "Andere Geschwindigkeit, viele Fragen", sagt Abels. Erwachsene üben jahrelang, das gehe irgendwann ins Blut über. Bei Kindern müsse man mehr auf Kleinigkeiten achten. Dann klettern alle in die Feuerwehrautos und es geht mit Blaulicht zur simulierten Unfallstelle: Ein Mann ist unter einen Anhänger geraten, das Team hat nur Minuten Zeit.

Feuerwehr - mehr als ein cooles Hobby

Der Druck im Hebekissen steigt, Clemens fordert noch einen Keil: "Vorsichtig, nur minimal!“ Dann der Moment: "Raus!“ – der Patient wird befreit, die große Dummy-Puppe auf die Trage gelegt. Geschafft. "Sehr gut geklappt, wir haben die Person erfolgreich gerettet“, sagt Clemens stolz. Am meisten Spaß macht das Teamwork, sagt er – und dass sie die großen Geräte benutzen dürfen. Sein Ziel: "Brandoberinspektor werden und diese Weste dann immer wieder tragen.“ Der Weg dorthin steht jedem Kind offen: Mitmachen kann man ab zehn Jahren - kostenlos. Auch die komplette Ausrüstung wird gestellt.

Drei Kinder der Jugendfeuerwehr stehen in Ausrüstung vor Löschfahrzeugen.

Unsere Quellen:

  • Freiwillige Feuerwehr Angermund
  • Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, "Wer hat hier das Sagen?" - Mit 15 Jahren führt er sein Rettungsteam, 11.09.2026, xx Uhr

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