Düsseldorfer "Kö" wird neu gestaltet

WDR 01:32 Min. Verfügbar bis 16.07.2028

Neuer Radweg, weniger Autos Düsseldorfer "Kö" wird neu gestaltet

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Die Prachtmeile soll künftig noch mehr zum Verweilen und Flanieren einladen. Dafür fallen Dutzende Parkplätze weg.

Die Optik der bekanntesten Straße der Landeshauptstadt soll sich in den kommenden Jahren deutlich verändern. Das hat der Rat am Donnerstagabend beschlossen.

Zentrales Ziel der Stadt ist es, die Aufenthaltsqualität auf der östlichen ""-Seite, der Geschäftsseite, deutlich zu verbessern. Kritisch diskutiert wird seit Jahren etwa der gemeinsame Fuß- und Radweg entlang des Kö-Grabens, auf dem es deswegen regelmäßig zu Konflikten kommt.

Stadt Düsseldorf: Neuordnung soll Konflikte entschärfen

Künftig sollen Geh- und Radweg baulich klar getrennt werden, auch optisch. Entlang des Kö-Grabens soll der Fußweg verlaufen, in der Mitte des bisher geteilten Wegs dann ein Zwei-Richtungs-Radweg entstehen. "Im Moment ist es komplett ungeordnet. Mit den Plänen wird alles klar geordnet, es wird deutlich mehr Platz für Fußgänger geben und klare Vorgaben, welche Verkehrsteilnehmer sich wo bewegen können", betonte Grünen-Fraktionssprecherin Mirja Cordes.

Eine Allee mit Fußgängern und Radfahrern

Fußgänger und Radfahrer müssen sich den Weg am Kö-Graben bisher teilen.

Dazu soll das bisherige Schrägparken wegfallen, das die Stadt als "Barriere" sieht. Stattdessen sollen Längsparkplätze enstehen, wodurch Dutzende Parkplätze nach dem Umbau wegfallen. An der Geschäftsseite ist ein Multifunktionsstreifen geplant, der neben Parkmöglichkeiten auch für weitere Außengastronomie, Veranstaltungen oder Sharing-Angebote genutzt werden könnte.

Kö-Anlieger sehen besonderes Flair in Gefahr

Mehr Aufenthaltsqualität, das begrüßen auch die Kö-Anlieger, die sich in der Interessengemeinschaft Königsallee zusammengeschlossen haben. Doch die jetzt beschlossenen Umbaupläne machen ihnen Sorgen, in einem Brandbrief an die Stadt sprechen sie von einer "Jahrhundertentscheidung".

"Eine Fahrrad-Schnellstraße ist einer Flaniermeile nicht zuträglich, in der jetzt geplanten Form wird das eher für mehr als für weniger Konflikte sorgen", sagt IG-Sprecherin Andrea Greuner. Durch den neuen Multifunktionsstreifen und das geplante Längsparken seien beim Ein- und Ausparken "Blechlawinen vorprogrammiert", da die Fahrbahn deutlich schmaler werden wird.

Autos auf einer Straße, am linken Rand viele schräg parkende Fahrzeuge

Durch das Ende des Schrägparkens sollen Dutzende Parkplätze wegfallen.

Auch die FDP-Opposition im Rat unterstützte die Kritik: "Wir haben auf der Schadowstraße schon schlechte Erfahrungen gemacht mit einem Zwei-Richtungs-Radweg, das brauchen wir auf der Kö nicht", betonte Ratsherr Felix Mölders. Die Situation dort sei jedoch mit der Königsallee gar nicht zu vergleichen, entgegnete CDU-Vertreter Andreas Auler in der Ratsdebatte.

Ratsmehrheit greift Bedenken auf

In der Ratssitzung hat die Koalition aus CDU und Grünen die Kritik dennoch aufgegriffen. Die Kreuzungen über den künftigen Radweg sollen besonders markiert werden, damit Radfahrer und Fußgänger kritische Situationen rechtzeitig erkennen können.

Auch die Sicherheitsabstände zwischen Geh- und Radweg und den künftigen Längsparkern sollen "optimiert werden". Denn auch dort sehen Kö-Anlieger wie Andrea Greuner neue Konflikte aufziehen, etwa wenn Parkende ihre Türen direkt neben dem Radweg öffnen und aussteigen.

Umgesetzt werden sollen die Pläne ab 2029, die Kosten werden auf gut zehn Millionen Euro geschätzt.

Unsere Quellen:

  • Stadt Düsseldorf
  • Anträge der Ratsfraktionen
  • Aussagen der Ratsvertreter
  • WDR-Reporter vor Ort

Sendung: WDR.de, Düsseldorfer 'Kö' wird neu gestaltet, 16.07.2026, 19.45 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 16.07.2026, 19.30

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