Mehrere Menschen in Ganzkörperschutzanzügen schieben ein Mensch auf einer Trage in einen Raum

Mitarbeitende der Sonderisolierstation an der Uniklinik Düsseldorf üben den Ernstfall

Bildquelle: Uniklinik Düsseldorf

Ebola-Behandlung Düsseldorfer Isolierstation wäre in vier Stunden bereit

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Ein US-Amerikaner wird in Berlin wegen einer Ebola-Infektion behandelt. Auch in der Sonderisolierstation der Düsseldorfer Uniklinik könnte er behandelt werden. Sie ist eine von nur sieben Stationen bundesweit, die hochansteckende Personen oder Verdachtsfälle aufnehmen und behandeln kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Ernstfall kann die Uniklinik Düsseldorf gewöhnliche Behandlungsräume innerhalb von vier Stunden zur Sonderisolierstation umbauen.
  • Für den maximalen Schutz ist die Sonderstation komplett vom übrigen Betrieb abgetrennt und hat eine eigene, unabhängige Infrastruktur.
  • Regelmäßig trainieren die mehr als 100 Mitarbeitenden Hochinfektionstransporte und die Behandlungsabläufe auf der Station.

Sie sind stets bereit für den Ernstfall - in Zeiten des Hantavirus oder des aktuellen Ebola-Ausbruchs in Afrika vielleicht noch etwas mehr als sonst, die Mitarbeitenden der Sonderisolierstation an der Uniklinik Düsseldorf. Was die meiste Zeit im Jahr gewöhnliche Behandlungsräume der Infektionsklinik für Patienten etwa mit HIV oder Tuberkulose sind, kann im Ernstfall innerhalb kurzer Zeit zu einem Hochsicherheitstrakt werden.

Vier Personen in Schutzanzügen heben eine normal gekleidete Person von einer Trage auf die andere

Regelmäßig wird der Hochinfektionstransport trainiert

Bildquelle: WDR

Bis zu drei hochansteckende Patienten oder Verdachtsfälle kann die Sonderisolierstation dann parallel aufnehmen, zuletzt geschehen Anfang Mai mit einer Kontaktperson des sogenannten Hantavirus.

Vier Stunden Zeit für Umrüstung

Für die Behandlung und Versorgung von Infizierten und Verdachtsfällen gelten dann die höchsten Schutzanforderungen. Die Station ist deshalb baulich vollständig vom übrigen Klinikbetrieb getrennt und verfügt über eine unabhängige Infrastruktur.

Infektiologe Torsten Feldt

Infektiologe und Oberarzt Torsten Feldt

Bildquelle: WDR/Peter Hild

"Wir brauchen im Ernstfall etwa vier Stunden, um die normalen Behandlungsräume zur Sonderisolierstation umzurüsten", sagt der Leiter der Sonderisolierstation, Oberarzt Torsten Feldt. 2011 wurde die Sonderstation im Rahmen des Neubaus des Leber- und Infektionszentrums eingerichtet, seit 2014 ist die Anlage voll einsatzfähig.

Unabhängige Infrastruktur für maximalen Schutz

Dazu gehört unter anderem ein eigenes Lüftungssystem mit Hochleistungsfiltern, das einen Unterdruck in den Behandlungsräumen aufrechterhält und verhindert, dass infektiöse Keime in die Umgebung gelangen können. Die Patientenzimmer sind dann mit mehrfachen Schleusen ausgestattet, damit das Personal sicher rein- und rauskommt.

Abfall- und Abwasserentsorgung erfolgen thermisch: Das heißt, infektiöser Klinikmüll, Materialien und Instrumente werden in einem gasdichten Behälter autoklaviert, das heißt mit heißem Dampf und unter hohem Druck sterilisiert, um sicher alle Viren und Keime abzutöten.

Schutz des Personals an oberster Stelle

Zum Schutz des Personals ist ein Kamerasystem zur Überwachung vorhanden, sowie ein Sprechfunksystem im Gebläseschutzanzug. Das wird getragen, um einen ständigen Kontakt zwischen den Mitarbeitenden zu gewährleisten. Insgesamt besteht das Team der Sonderisolierstation aus etwa 80 Pflegekräften und rund 30 Ärztinnen und Ärzten.

Zwei Männer in roten Ganzkörper-Schutzanzügen waschen die Hülle ab

Die Mitarbeitenden müssen sich stets umfassend desinfizieren

Bildquelle: WDR

Diese simulieren regelmäßig den Einsatz mit hochinfektiösen Patienten, Notfälle, Laboruntersuchungen und trainieren auch das Tragen und die korrekte Bedienung der Schutzausrüstung. "Dieses große Team ist auch nötig, da die behandelnden Teams nach zwei Stunden in den Schutzanzügen abgelöst werden müssen", so Feldt. So kann es sein, dass bis 50 verschiedene Mitarbeitende innerhalb von 24 Stunden einen Patienten betreuen und behandeln.

Spezialisten für alle Untersuchungen an einem Ort

Weil die Patienten und Verdachtsfälle nicht verlegt werden können, finden alle notwendigen Untersuchungen innerhalb der Isolierstation statt. Dafür bringt das Team viele unterschiedliche Qualifikationen mit, wie sie in den Behandlungsteams auch gebraucht werden: Vom Bereich der Tropenmedizin/Infektiologie, bis hin zur intensivmedizinischen Ausbildung.

Bei Bedarf werden verschiedene Fachexpertisen des Teams, aber auch anderer Abteilungen des Uniklinik hinzugezogen. In einem Jahr gibt es im Schnitt mehrere Verdachtsfälle, die vor Ort in der Sonderstation untersucht werden müssen, etwa auf das Ebola- oder Lassa-Virus, erzählt Oberarzt Torsten Feldt.

Austausch mit anderen Sonderstationen

Insgesamt gibt es sieben dieser Sonderisolierstationen bundesweit, die größte ist an der Charité in Berlin, Düsseldorf ist die einzige in NRW. Diese tauschten sich regelmäßig aus, erklärt Torsten Feldt. Sie sind zusammengeschlossen im Arbeitskreis STAKOB (Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger).

Sie zeichnen sich laut Robert-Koch-Institut (RKI) alle durch einen hohen Standard aus, insbesondere in Bezug auf die bauliche Infrastruktur, persönliche Schutzausrüstung, geschultes Personal sowie die Vorhaltung von Medikamenten und Labordiagnostik.

RKI und Arbeitskreis legen Schutzstandards fest

Für die Sonderisolierstation gilt die Risikostufe 4, das ist die höchste Gefahrenklasse bei Krankheitserregern. Darunter fällt unter anderem neben dem Ebola- auch das Lassa-Virus.

Entsprechend gelten die vom RKI und dem Arbeitskreis STAKOB gemeinsam festgelegten Sicherheitsstandards: Dazu zählen unter anderem Ganzkörper-Schutzanzüge für das Personal inklusive Eigenluftversorgung - durch Gebläseunterstützung, ein Schleusensystem, eine Luftfilterung sowie eine fachgerechte Abwasser- und Abfallentsorgung.

Düsseldorfer Isolierstation wäre in vier Stunden bereit

WDR Studios NRW 1 Min. Verfügbar bis 20.05.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Uniklinik Düsseldorf
  • WDR-Interview mit Oberarzt Torsten Feldt
  • Robert-Koch-Institut
  • Universität Düsseldorf

Sendung: WDR.de, Ebola-Behandlung: Düsseldorfer Isolierstation wäre in vier Stunden bereit, 20.05.2026, 6.54 Uhr

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