Urteil in Düsseldorf: Auto an Geldautomatensprenger vermietet
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Im Prozess um Beihilfe zu Geldautomatensprengungen sind am Düsseldorfer Landgericht die Urteile gesprochen worden. Zwei Männer aus den Niederlanden hatten ihr 600 PS-starkes Auto über Social Media ganz gezielt an Kriminelle vermietet.
Es ging um einen 300 Stundenkilometer schnellen AMG-Mercedes. Den hatten die beiden Niederländer nach Ansicht des Gerichts 20 mal an Geldautomatensprenger vermietet. Die Tatorte lagen in ganz Deutschland, allein in NRW etwa in Meerbusch-Osterath, Viersen, Dormagen und Gelsenkirchen.
Auto immer wieder nahe gesprengter Geldautomaten gesichtet
Laut Anklage kassierten Vater und Sohn für den Verleih ihres Autos 28.000 Euro an Fahrzeugmiete. Der Wagen wurde meist wochenweise vermietet, die Modalitäten mit den Kunden per WhatsApp geklärt.
Ein gesprengter Geldautomat hinter einer zerbrochenen Scheibe
Die beiden Niederländer, die aus der Gegend um Enschede stammen, waren vor vier Jahren ins Visier der Polizei geraten, weil der hochmotorisierte Mercedes auffällig häufig in der Nähe von Geldautomatensprengungen auftauchte. Vater und Sohn wurden daraufhin überwacht und ihre Telefone abgehört.
Am 12. Mai 2022 wurden die beiden Angeklagten in den Niederlanden festgenommen und waren kurz darauf an die deutschen Behörden ausgeliefert worden, heißt es bei Gericht.
Geständnis: Auto gezielt an Kriminelle verliehen
Die beiden Angeklagten hatten im Prozess umfassend gestanden, dass sie vor vier Jahren über Social Media-Kanäle wie SnapChat und Instagram einen ihren 600 PS-starken AMG-Mercedes gezielt an Geldautomatensprenger vermietet hatten. Die Automiete wird vom Gericht als Tatertrag eingezogen.
Beihilfe in 20 Fällen von Automatensprengungen
Damit haben Vater und Sohn laut Gericht Beihilfe zu 15 vollendeten und fünf versuchten Sprengungen von Geldautomaten in NRW und dem Bundesgebiet geleistet.
Insgesamt sollen die Geldautomatensprenger in der Zeit zwischen Mai und November 2021 knapp 880.000 Euro Bargeld erbeutet und Schäden an Gebäuden und Inventar in Höhe von über 1,7 Millionen Euro verursacht haben.
Bewährungsstrafe und Dauerarrest
Vater und Sohn legten Geständnisse ab. Diese hielt die Strafkammer den beiden Niederländern zugute, auch dass die beiden nicht vorbestraft sind. Und vor allem, dass bei den Taten nur hoher Sachschaden entstand, aber niemand verletzt wurde, betonte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung.
Der 46-jährige Vater kam so mit 22 Monaten auf Bewährung davon. Sein 23-jähriger Sohn erhielt vier Wochen Dauererarrest. Er war zum Tatzeitpunkt 19 Jahre alt und damit Heranwachsender.
Unsere Quellen:
- Landgericht Düsseldorf
- Staatsanwaltschaft Düsseldorf
- WDR-Reporter im Gericht
Über dieses Thema berichtet der WDR auch in der Lokalzeit Rhein/Ruhr auf WDR2.