Anhaltendes Niedrigwasser im Rhein macht Schiffsfahrern große Sorgen
WDR. 28.07.2026. 02:35 Min.. Verfügbar bis 28.07.2028.
Der Rheinpegel in Düsseldorf liegt am Dienstagnachmittag bei nur noch etwa 35 Zentimetern. Viel zu niedrig für viele Schiffe.
Jan Westerbeek wartet derzeit in Neuss auf einen neuen Auftrag.
Darunter leidet auch Jan Westerbeek, der mit seinem Schiff am Neusser Hafen liegt. Bei ausreichend Wasser könnte er 470 Tonnen laden. Aktuell ist nur weniger als die Hälfte möglich.
"Die Lage ist dramatisch"
"Ich habe sowas noch nie erlebt, in 40 Jahren nicht. Jedes Jahr gibt es mal eine Periode, dass es sowas gibt und meistens ist das Ende August, jetzt schon im Juli", sagt der Niederländer, der mit Frau und Tochter auf dem Schiff lebt.
Mit seinem älteren Modell hätte er noch Glück, weil es vergleichsweise wenig Tiefgang hat. Moderne Schiffe könnten derzeit nur etwa ein Fünftel laden.
Auftraggeber schwenken zum Teil auf LKW um
Die Folge: Kunden beauftragen ihn nicht mehr. Denn eine nur halbvolle Fahrt würde sich finanziell nicht lohnen. Grund dafür ist der sogenannte Kleinwasserzuschlag:
Thomas Vieten, IHK Düsseldorf
"Wenn sie als Reder weniger transportieren, bekommen sie dafür einen Ausgleich, weil sie pro Tonne bezahlt werden. Das heißt: Je weniger Wasser im Rhein ist, desto teurer wird die transportierte Tonne. Und irgendwann haben sie so einen break even erreicht, wo letztlich der Transport mit dem LKW, beziehungsweise mit der Bahn günstiger ist", sagt Thomas Vieten von der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf. Und dann würden viele umstellen - zulasten der Schiffer.
Jan Westerbeek befürchtet, dass er erst im Herbst wieder vollbeladen fahren kann.
Unsere Quellen:
- Eindrücke der WDR Reporterin vor Ort
- Interview mit Jan Westerbeek
- Interview mit Thomas Vieten, IHK
- Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 28.07.2026, 19.30 Uhr
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Rheinland, Ruhrgebiet und Niederrhein, 28.07.2026, 8:30 Uhr
