Essener Domschatz für Besucher zu sehen
WDR. 03:11 Min.. Verfügbar bis 29.07.2028.
Wer wollte als Kind nicht mal in eine echte Schatzkammer? Mitten im Ruhrgebiet gibt es eine mit weltweiter Bedeutung - die Domschatzkammer Essen am Burgplatz. Hier sind uralte Kunstwerke aus dem 9. und 10. Jahrhundert ausgestellt. Sie erinnern an die Zeit des Essener Frauenstifts - sozusagen die Keimzelle für die Stadt Essen.
Beleuchtung in Vitrinen war zu dunkel geworden
Für vier Monate musste die Ausstellung allerdings pausieren. Ab April haben die sechs Räume einen neuen Anstrich bekommen. Jetzt erstrahlen die Räume in frischen Farben, ein neues Lichtkonzept bringt die Reliquien in den Vitrinen wieder gut zum Vorschein.
"Wir dachten: Es wird in der Vitrine immer dunkler, wir müssen das Beleuchtungskonzept neu denken." Andrea Wegener, Leiterin der Domschatzkammer Essen
Es gibt drei neue Farbtöne. Sie wurden sogar in einem Lichtlabor zuvor getestet, damit alles so wirkt, wie es sich die Domschatzkammer vorstellt. Die Texttafeln an den Wänden wurden neu verfasst - so sollen sie leichter verständlich als vorher sein und neugierig machen.
Stiftspatrone der Stadt Essen ausgestellt
Im Erd- und Zwischengeschoss sind die Räume in grau gehalten. Sie tragen die Namen "Skulpturen" und "Mächtige Frauen und ihr Schatz". Es gibt zum Beispiel drehbare Altarflügel, auf denen vier Gemälde abgebildet sind und goldene Skulpturen von Cosmas und Damian, den Patronen der Stadt Essen.
Das Obergeschoss ist in ein königliches Blau gehüllt. "Glanz und Heiligtum" heißt einer der Räume. Hier stehen alte Reliquien, also heilige Überreste von verehrten wichtigen Personen. Manchmal sind das Knochen oder auch Kleidung der Heiligen.
Vorher/Nachher Bilder der Essener Domschatz-Austellung
So sahen die Räume der Domschatzkammer vorher, während der Arbeiten und danach aus.
Schwert und Krone aus dem Essener Wappen
Der nächste Raum: "Verehrt und Beliebt". Die Gewölbe hier wurden geweißt, goldene Akzenten sollen die Architektur der Räume verzieren.
"Blau funktioniert einfach mit dem Gold und Silber der Reliquien gut." Andrea Wegener, die Leiterin der Domschatzkammer
Hier sind Krone und Schwert ausgestellt, die übrigens auch Teil des Wappens der Stadt Essen sind. Es gibt die Legende, dass die Stiftspatrone Cosmas und Damian mit dem Schwert enthauptet worden sind.
"Bunt, filigran und einzigartig"
Ein Raum weiter befindet sich die Ausstellung "Herrschaft, Bildung und Gebet". Dort stehen alte Handschriften aus der Verwaltung des Stiftes. Etwas versteckt führt eine Treppe vom Erdgeschoss aus ins Untergeschoss der Domschatzkammer. Hier strahlt ein warmer roter Farbton.
Der Raum mit dem Namen "Bunt, filigran und einzigartig" stellt ein Ensemble von Vortragekreuzen dar. Schon vorher war der Raum rot gestrichen, jetzt ist es aber ein viel wärmerer Rotton geworden. Es ist der gleiche Rotton, der auch auf der Emailkunst in den Kreuzen vorkommt.
Silberkreuz wird noch heute verwendet
Öffentlich durch die Straßen werden die Kreuze nicht mehr getragen. Sie dienen nur noch als reine Ausstellungsstücke. Sie haben einen Versicherungswert in zweistelliger Millionenhöhe. Eine Ausnahme gibt es: An Palmsonntag und Fronleichnam wird das Silberkreuz aus dem Obergeschoss noch verwendet, erklärt Domprobst Michael Dörnemann.
Die Gesamtkosten für die Renovierung belaufen sich auf 275.000 Euro. Getragen werden sie von unterschiedlichen Partnern. Zur Wiedereröffnung der Ausstellung bietet der Domschatz am Samstag und Sonntag zwei kostenlose Führungen an.
Unsere Quellen:
- Domschatzkammer Essen
- WDR-Reporterinnen vor Ort
Sendung: WDR 2, WDR2 fürs Rheinland, Ruhrgebiet und Niederrhein, 29.07.2026, 15:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 28.08.2026, 19:30
