Mit KI gegen Unkraut

Bildquelle: WDR / Jörg Steinkamp

WDR 02:46 Min. Verfügbar bis 03.06.2028

Mit KI gegen Unkraut Essener Landwirte setzen auf neue Technik

Stand:

Immer mehr Landwirte nutzen das sogenannte „Spot Spraying“. Drohnen erstellen digitale Karten von Feldern und unterscheiden zwischen Unkraut und Nutzpflanze. So kommt deutlich weniger Chemie auf den Feldern zum Einsatz.

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Jörg Steinkamp

Martin Siekerkotte stapft mit großen Schritten über sein Zuckerrübenfeld. Die Mittagssonne scheint auf die endlos erscheinenden Reihen von gut fünf Zentimeter hohen Pflänzchen. Doch immer wieder fallen wesentlich größere, mit Stacheln besetzte Gewächse auf.

"Das sind klassische Disteln," erklärt Siekerkotte, "die breiten sich hier gerade aus." Das Problem bei der an sich harmlosen Pflanze: Sie beschattet die Nutzpflanze, dadurch sinkt der Ertrag deutlich. Die einfache Rechnung aus Sicht des Landwirts: Je mehr Disteln, desto weniger Zuckerrüben.

Drohne fliegt eigenständig über Feld

Früher hätte der Essener Landwirt seine Felder jetzt großflächig gesprüht. Heute nicht mehr. Denn er bucht den Service eines Unternehmens, das seine Felder mit einer Drohne abfliegt.

Das fast 100.000 Euro teure Fluggerät erkennt mit seiner hochauflösenden Kamera jede Art von Unkraut. Es unterscheidet klar zwischen zum Beispiel Zuckerrübe und unerwünschten Pflanzen. Ein Überflug dauert nur wenige Minuten, dann hat die Drohne eine digitale Karte des Feldes erstellt.

Eine Drohne steht am Boden vor einem Feld

Diese Drohne setzt Martin Siekerkotte auf dem Feld ein.

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Daten direkt im Traktor nutzen


Mit den Daten der Drohne füttert Martin Siekerkotte seinen Traktor. Auf einem Display im Cockpit der riesigen Landmaschine sieht er jetzt genau, wo sich die Disteln ausgebreitet haben. Ab dann beginnt die Arbeit der KI.

Denn während er in Schrittgeschwindigkeit die langen Reihen abfährt, reagiert die Unkrautspritze vollautomatisch nur dann, wenn sie über einer Distel ist. Das Herbizid verschont also Bereiche ohne Unkrautbefall.

Nahaufnahme einer Drohne, die mit sechs Kameras ausgestattet ist

Die Drohne ist mit mehreren Kameras ausgestattet.

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Landwirt sieht große Vorteile

Doch bei aller Faszination für die neue Technik nutzt der Essener Landwirt sie aus gut überlegten Gründen. "Von acht Hektar habe ich durch die neue Technik nur zwei Hektar behandelt – das spart natürlich Geld," erzählt Siekerkotte.

Aber genauso wichtig ist ihm, dass so die restlichen Pflanzen verschont bleiben: "Je weniger Pflanzenschutzmittel, desto besser," so das Fazit des Landwirts.

Unsere Quelle:

  • Beobachtungen des WDR-Reporter vor Ort
  • Interview mit Landwirt Martin Siekerkotte

Sendung: WDR.de, Mit KI gegen Unkraut, 03.06.2026, 15:02 Uhr

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