Als einer der ersten an der Wand: Hafendampf-Organisator David Hufschmidt
Bildquelle: WDR / Björn HenkeAls einer der ersten steht David Hufschmidt vor der riesigen Wand neben er A44. Er zieht mit der Sprühdose Linien in orange auf die lila grundierte Fläche. Die meisten der rund 45 Künstler kommen erst morgen. Hufschmidt ist als Organisator schon heute am Start. "Die geladenen Gäste sind alle Profis", erzählt er, "es gibt aber auch einen Workshop für Kids zwischen zehn und 14."
Das Festival heißt Hafendampf, weil der Geburtsort im Essener Stadthafen liegt. Niemand dachte an ein jährliches Event. Jetzt startet Hafendampf schon zum 14. Mal. Und Hufschmidt ist stolz, dass ihre Werke die Stadt dauerhaft verändern. "So viel gutes Graffiti auf einem Fleck sieht man ganz selten. Und inzwischen haben wir sechs, sieben Locations in Essen umgestaltet."
Von der Hafenaktion zum festen Graffiti-Festival
"Ich hätte beim ersten Mal auch nicht gedacht, dass wir so einen langen Atem haben und so lange durchziehen. Aber: es hat geklappt." Und die Werke bleiben dauerhaft. "Wo wir schon waren, stehen die Bilder wie am ersten Tag. Da hat keiner reingesprüht oder sich da irgendwie selbst verewigt. Das gibt es auf unseren Wänden einfach nicht."
Hafendampf 2025 an der A40 in Essen-Frillendorf
Bildquelle: WDR / ChurWo in Essen diesmal gesprüht wird
Grundierte Wände in der Unterführung Hinsbecker Löh
Bildquelle: WDR / Björn HenkeEs sind Flächen, die Eigentümer ausdrücklich zum Besprühen freigeben. Meist genau aus dem Grund: Lieber direkt Profis machen lassen, deren Werke aus Respekt nicht zerstört werden. Dauerhaft frei von Graffiti bleiben Wände häufig sowieso nicht. Wie so oft gehören die meisten Wände der Autobahn GmbH, aber auch die Stadt Essen hat wieder Flächen freigegeben.
Der Bochumer Sprayer Some
Bildquelle: WDR / Björn HenkeAlles rund um die Autobahn-Unterführung in der Hinsbecker Löh in Kupferdreh - zum Beispiel im Hof hinter Feuerwache und Bürgerbüro. Hier ist der Bochumer Künstler Some schon heute am Werk. "Für die aktiven Sprayer ist das wie eine Art Klassentreffen", erzählt der 52-Jährige. Seit 1989 gehört er zur Szene im Revier. "Viele Freunde kommen morgen aus Berlin oder Hamburg angereist."
Unsere Quellen:
- Gespräch mit David Hufschmidt
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Graffiti-Künsler treffen sich in Essen zum "Hafendampf", 11.09.2026, 18:55 Uhr
