Update zur Taubenumsiedlung in Essen | WDR Aktuell

Bildquelle: WDR / Björn Henke

01:16 Min. Verfügbar bis 04.08.2027

Großeinsatz für Tierschützer: Tauben aus Essener Tunnel umgesiedelt

Stand:

Tierschützer haben in Essen hunderte Tauben aus einem Tunnel am Bahnhof umgesiedelt - mehr als ursprünglich gedacht. Wegen Sanierungsarbeiten der Bahn blieb der Tunnel noch bis Dienstag gesperrt.

Von
Portraitfoto von Daniel Chur
Daniel Chur
und Johannes Hoppe
29 | Jetzt mitdiskutieren

Die Tauben sind eingefangen - am Dienstagmorgen um 5 Uhr wurde der Bernetunnel wieder freigegeben. Am vergangenen Wochenende waren in dem Tunnel Tierschützer im Einsatz, um hunderte Vögel einzufangen. Sie wurden in einen neuen Taubenschlag-Container ganz in der Nähe gebracht.

Mitten in der Innenstadt zwischen Rathaus und Hauptbahnhof lebten und brüteten bis zuletzt mehr als 500 Tauben in Kammern direkt unter der Fahrbahndecke - vor der Aktion war man von nur 300 Tieren ausgegangen.

Jede Taube einzeln eingefangen

Im Tunnel selbst sei zehn Jahre nichts getan worden, heißt es von den Tierschützern. Sie fanden jede Menge Taubenkot und Staub. Marc Bühler, Essener Tierschützer und Taubenfreund

Eine nicht ungefährliche und vor allem aufwendige Aufgabe, denn: Die Tierschützer mussten jede einzelne Taube aus dem Tunnel holen und zu einem Container am Tunnelausgang bringen. Auch nach der Aktion bleiben Ehrenamtliche sicherheitshalber vor Ort, Standby sozusagen, falls doch noch weitere Vögel im Tunnel gefunden werden sollten.

Tunnelsanierung macht Rettungsaktion notwendig

Im Moment saniert die Bahn noch die marode Deckenverkleidung des viel befahrenen Tunnels. Darum war für die Essener Taubenschützer genauso wie für das Veterinär- und das Straßenbauamt klar: Die Vögel müssen umgesiedelt werden.

Am Samstag hatten sie ihren Einsatz gestartet. Los ging es allerdings etwas verspätet: Alle Helfer mussten erst von einem Arzt untersucht werden, aus Infektionsschutzgründen.

Tauben fielen auf die Fahrbahn

Die Aktion war deshalb notwendig, weil zuletzt immer wieder junge Tauben auf die Fahrbahn fielen, den Verkehr gefährdeten und von Autos getötet wurden. Die Tiere nur zu entfernen, hätte nicht viel gebracht und wäre auch nicht tierfreundlich gewesen, heißt es. Darum hatten sich die Taubenschützer zusammen mit dem Veterinäramt schon längst um ein Ersatz-Zuhause für die Tauben gekümmert.

Schutzanzüge für Tierschützer

Zwei der Tierschutzarbeitenden

Die Taubenschützer tragen bei der Aktion Schutzanzüge.

Bildquelle: WDR/ Tim Harbordt

In Schutzanzügen hatten die Tierschützer erst die jungen Tauben aus großen Kammern direkt unter der Fahrbahndecke geholt. Darin hatten Vögel gebrütet. Dann waren die Tauben dran, die fliegen können, danach die flugunfähigen.

Überseecontainer als neues Zuhause

Mitglieder des Vereins "Taubenhilfe Dortmund/Lünen" vor ihrem Tauben-Container in Lünen

Ähnlich wie in Lünen werden auch die Essener Tauben in einem Container wohnen

Bildquelle: WDR / Wilger

Zwei Überseecontainer, 65 Meter entfernt vom Bernetunnel, sollen den Tauben jetzt eine neue Heimat bieten. Die Tierschützer wollen auf diese Weise auch die Population der Vögel im Griff behalten. Taubeneier könnten in dem neuen Taubenschlag besser entfernt werden. Die Container wurden entsprechend ausgestattet und auch die Umgebung wurde für die Umsiedlung vorbereitet.

Dort sollen die Taubenschützer auch einfach parken und die Tauben regelmäßig versorgen können. Demnächst soll die Fläche auch noch bepflanzt werden - für eine "harmonisch eingebundene Optik in das Umfeld", heißt es von der Stadt Essen.

Tauben werden schon länger auf diese Art und Weise umgesiedelt. So sind kürzlich in Lünen auch Tauben in einen Container umgezogen.

Großeinsatz für Tierschützer: Tauben aus Essener Tunnel umgesiedelt

WDR Studios NRW 04.08.2025 00:51 Min. Verfügbar bis 04.08.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Stadt Essen
  • Verein Grauflügel e.V.
  • Gespräche mit den Tierschützern im Einsatz
  • Reporter vor Ort

Kommentare zum Thema

29 Kommentare

  • 29 H. Kewitsch, Ddf 05.08.2025, 20:46 Uhr

    Die Tierschützer sollten gleich mit umgesiedelt werden. Affentheater.

  • 28 Leiv Grosche 05.08.2025, 18:03 Uhr

    Warum nutzt man nicht DIE Gelegenheit, um dieses schädliche Ungeziefer zu beseitigen? Weil die sogenannten Tierschützer wieder querschlagen? Man muss doch nicht Tausende Euro Steuergelder ausgeben, um neue Taubenheime aufzustellen, nein, dieses Viechzeug gehört ausgerottet-eingefangen und vergiftet! Diese Tauben nerven, wo man nur hinkommt, in allen Städten, und zerstören mit ihrem Kot wertvolle Bausubstanz.

  • 27 Kurt 05.08.2025, 14:30 Uhr

    Die Umsiedlung der über 500 Stadttauben aus dem Bernetunnel ist ein beeindruckendes Beispiel für aktiven Tierschutz und verantwortungsbewusste Stadtentwicklung. Was ursprünglich als Rettung von rund 300 Vögeln geplant war, entpuppte sich als Mammutaufgabe – und wurde dennoch mit Bravour gemeistert. Dass die Tiere in einem speziell ausgerüsteten Taubenschlag untergebracht wurden, in dem die Eier fachgerecht durch Attrappen ersetzt werden können, zeigt ein durchdachtes Konzept. Diese Methode gilt unter Tierschützern als eine der sichersten und nachhaltigsten Maßnahmen zur Regulierung der Taubenpopulation in urbanen Räumen. 💬 Aus persönlicher Sicht: Tauben gehören zum Ruhrpott wie die Fördertürme zu den Zechen. Früher waren sie die „Rennpferde des kleinen Mannes“, und auf vielen Dachböden im Revier war ein Taubenschlag ganz normal. Wer heute Tauben als „Ratten der Lüfte“ bezeichnet, ignoriert nicht nur ihre kulturelle Bedeutung, sondern auch ihre Intelligenz und soziale Struktur.

    Antworten (1)
    • Rüdiger Brinkhoff 05.08.2025, 20:19 Uhr

      Das ist kein Tierschutz, das ist Schwachsinn

  • 26 Anonym 05.08.2025, 14:28 Uhr

    Die Umsiedlung der über 500 Stadttauben aus dem Bernetunnel ist ein beeindruckendes Beispiel für aktiven Tierschutz und verantwortungsbewusste Stadtentwicklung. Was ursprünglich als Rettung von rund 300 Vögeln geplant war, entpuppte sich als Mammutaufgabe – und wurde dennoch mit Bravour gemeistert. Dass die Tiere in einem speziell ausgerüsteten Taubenschlag untergebracht wurden, in dem die Eier fachgerecht durch Attrappen ersetzt werden können, zeigt ein durchdachtes Konzept. Diese Methode gilt unter Tierschützern als eine der sichersten und nachhaltigsten Maßnahmen zur Regulierung der Taubenpopulation in urbanen Räumen. Aus persönlicher Sicht: Tauben gehören zum Ruhrpott wie die Fördertürme zu den Zechen. Früher waren sie die „Rennpferde des kleinen Mannes“, und auf vielen Dachböden im Revier war ein Taubenschlag ganz normal. Wer heute Tauben als „Ratten der Lüfte“ bezeichnet, ignoriert nicht nur ihre kulturelle Bedeutung, sondern auch ihre Intelligenz und soziale Struktur .

  • 25 Ellen Heilmann-Groß 04.08.2025, 20:37 Uhr

    Super Aktion! Ich danke den Taubenhelfern für ihren unermüdlichen Einsatz. Toll das es Menschen gibt die diesen armen geschundenen Tieren zur Seite stehen.

  • 24 Erika Thiel 04.08.2025, 14:25 Uhr

    Ich danke allen Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz. Danke auch an die Stadt Essen, dass sie diese Aktion unterstützt hat Ein Vorbild für alle Städte

  • 23 Christel W. 04.08.2025, 13:10 Uhr

    Ich danke den Taubenfreunden ganz herzlich für Ihre Aktion. Die Kommentare erschüttern mich teilweise.Diese Kommentare sind nicht kritisch sondern lebensverachtend. Diese geretteten Tauben sind auch Überbleibsel von ehemaligen Bergarbeitern, die sich in früheren Zeiten diese Tiere gehalten haben.Dann wurden sie irgendwann "entsorgt". Und jetzt leben sie vogelfrei in unseren Städten Erinnert mich irgendwie an Eltern und andere Bürger in heutigen Zeiten, die mit den größer werdenden Kindern und ausländischen Menschen, die in unserem Land leben nichts mehr anfangen können und nur die Parole " raus" kennen. Vielleicht sind meine Worte zu hart, fest steht, dass uns Menschen der Respekt A LLEN Lebewesen gegenüber fehlt.

  • 22 Christel Wedderwille 04.08.2025, 13:05 Uhr

    Ich danke den Taubenfreunden ganz herzlich für Ihre Aktion. Die Kommentare erschüttern mich teilweise.Diese Kommentare sind nicht kritisch sondern lebensverachtend. Diese geretteten Tauben sind auch Überbleibsel von ehemaligen Bergarbeitern, die sich in früheren Zeiten diese Tiere gehalten haben.Dann wurden sie irgendwann "entsorgt". Und jetzt leben sie vogelfrei in unseren Städten Erinnert mich irgendwie an Eltern und andere Bürger in heutigen Zeiten, die mit den größer werdenden Kindern und ausländischen Menschen, die in unserem Land leben nichts mehr anfangen können und nur die Parole " raus" kennen. Vielleicht sind meine Worte zu hart, fest steht, dass uns Menschen der Respekt A LLEN Lebewesen gegenüber fehlt.

  • 21 Kerstin Keller 04.08.2025, 11:11 Uhr

    Lieber wdr, Danke für den Bericht im Radio. Ein Hörer berichtete, dass er eine Taube mit Haferflocken gefüttert hat. Haferflocken schädigen Tauben, da sie ihren Kropf verkleben. Wenn gefüttert wird, dann besser mit Sämereien / Vogelfutter / Sonnenblumenkernen. Liebe Grüße!

  • 20 JUpp 04.08.2025, 09:04 Uhr

    sorry, aber Tauben sind in Bahnhöfen ein großes Problem. Da sie hier anscheinend keine natürlichen Feinde mehr haben - muß der Mensch als Feind einspringen. Deshalb sollt man sie umsiedeln oder dezimieren.

  • 19 Verrückte Welt 04.08.2025, 08:55 Uhr

    Wie schon von anderen Kommentaren erkennbar ist, ist die Welt etwas verrückt. D bzw. NRW hat viel brennendere Probleme als ein paar Tauben. In Anlehnung an das Wetter…Über Deutschland lacht die Sonne und über Deutschland lacht die Welt. Wenn nicht schon längst passiert, werden wir mit dieser „wir müssen alles retten Mentalität“ komplett untergehen. Anderes Beispiel…kaum ein Neubau, ohne das ein paar Mäuse oder Hamster umgesiedelt werden müssen…Gute Nacht Deutschland, der letzte macht bitte das Licht aus…

    Antworten (3)
    • Justin 04.08.2025, 12:11 Uhr

      Ich hoffe Ihnen ist bewusst, dass man sich auch mehreren Problemen gleichzeitig widmen kann. Diese Tiere haben eben teilweise vor uns da gelebt, da muss eben auch mal Rücksicht genommen werden und für eine sichere neue Umgebung gesorgt werden. Sie würden sich sicher auch nicht gerne einfach auf die Straße setzen lassen, wenn beispielweise eine Autobahn durch Ihre Wohnsiedlung gezogen wird.

    • Netti 04.08.2025, 19:01 Uhr

      Tauben sind Lebewesen und es ist wichtig, dass wir Lebewesen retten. Ich finde nicht, dass wir mit dieser Mentalität untergehen. Andere Länder sind schon viel weiter was den Tierschutz angeht. Und auch wenn es noch andere Probleme gibt, ist Tierschutz sehr wichtig. Tiere haben Gefühle und wollen leben, wie wir Menschen auch! Der Mensch hat doch erst dafür "gesorgt" , dass sich die Tauben in den Städten angesiedelt haben! Und nun werden sie verteufelt?? Wie kann man so herzlos sein???

    • Ellen Heilmann 04.08.2025, 20:41 Uhr

      Die Wahrscheinlichkeit, dass man über Sie lacht halte ich um ein Vielfaches höher. Emphatielosigkeit ist der Grund allen Übels.

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