Update zur Taubenumsiedlung in Essen | WDR Aktuell
Bildquelle: WDR / Björn Henke01:16 Min.. Verfügbar bis 04.08.2027.
Die Tauben sind eingefangen - am Dienstagmorgen um 5 Uhr wurde der Bernetunnel wieder freigegeben. Am vergangenen Wochenende waren in dem Tunnel Tierschützer im Einsatz, um hunderte Vögel einzufangen. Sie wurden in einen neuen Taubenschlag-Container ganz in der Nähe gebracht.
Mitten in der Innenstadt zwischen Rathaus und Hauptbahnhof lebten und brüteten bis zuletzt mehr als 500 Tauben in Kammern direkt unter der Fahrbahndecke - vor der Aktion war man von nur 300 Tieren ausgegangen.
Jede Taube einzeln eingefangen
Im Tunnel selbst sei zehn Jahre nichts getan worden, heißt es von den Tierschützern. Sie fanden jede Menge Taubenkot und Staub. Marc Bühler, Essener Tierschützer und Taubenfreund
Eine nicht ungefährliche und vor allem aufwendige Aufgabe, denn: Die Tierschützer mussten jede einzelne Taube aus dem Tunnel holen und zu einem Container am Tunnelausgang bringen. Auch nach der Aktion bleiben Ehrenamtliche sicherheitshalber vor Ort, Standby sozusagen, falls doch noch weitere Vögel im Tunnel gefunden werden sollten.
Tunnelsanierung macht Rettungsaktion notwendig
Im Moment saniert die Bahn noch die marode Deckenverkleidung des viel befahrenen Tunnels. Darum war für die Essener Taubenschützer genauso wie für das Veterinär- und das Straßenbauamt klar: Die Vögel müssen umgesiedelt werden.
Am Samstag hatten sie ihren Einsatz gestartet. Los ging es allerdings etwas verspätet: Alle Helfer mussten erst von einem Arzt untersucht werden, aus Infektionsschutzgründen.
Tauben fielen auf die Fahrbahn
Die Aktion war deshalb notwendig, weil zuletzt immer wieder junge Tauben auf die Fahrbahn fielen, den Verkehr gefährdeten und von Autos getötet wurden. Die Tiere nur zu entfernen, hätte nicht viel gebracht und wäre auch nicht tierfreundlich gewesen, heißt es. Darum hatten sich die Taubenschützer zusammen mit dem Veterinäramt schon längst um ein Ersatz-Zuhause für die Tauben gekümmert.
Schutzanzüge für Tierschützer
Die Taubenschützer tragen bei der Aktion Schutzanzüge.
Bildquelle: WDR/ Tim HarbordtIn Schutzanzügen hatten die Tierschützer erst die jungen Tauben aus großen Kammern direkt unter der Fahrbahndecke geholt. Darin hatten Vögel gebrütet. Dann waren die Tauben dran, die fliegen können, danach die flugunfähigen.
Überseecontainer als neues Zuhause
Ähnlich wie in Lünen werden auch die Essener Tauben in einem Container wohnen
Bildquelle: WDR / WilgerZwei Überseecontainer, 65 Meter entfernt vom Bernetunnel, sollen den Tauben jetzt eine neue Heimat bieten. Die Tierschützer wollen auf diese Weise auch die Population der Vögel im Griff behalten. Taubeneier könnten in dem neuen Taubenschlag besser entfernt werden. Die Container wurden entsprechend ausgestattet und auch die Umgebung wurde für die Umsiedlung vorbereitet.
Dort sollen die Taubenschützer auch einfach parken und die Tauben regelmäßig versorgen können. Demnächst soll die Fläche auch noch bepflanzt werden - für eine "harmonisch eingebundene Optik in das Umfeld", heißt es von der Stadt Essen.
Tauben werden schon länger auf diese Art und Weise umgesiedelt. So sind kürzlich in Lünen auch Tauben in einen Container umgezogen.
Unsere Quellen:
- Stadt Essen
- Verein Grauflügel e.V.
- Gespräche mit den Tierschützern im Einsatz
- Reporter vor Ort

29 Kommentare
Kommentar 29: H. Kewitsch, Ddf schreibt am 05.08.2025, 20:46 Uhr :
Die Tierschützer sollten gleich mit umgesiedelt werden. Affentheater.
Kommentar 28: Leiv Grosche schreibt am 05.08.2025, 18:03 Uhr :
Warum nutzt man nicht DIE Gelegenheit, um dieses schädliche Ungeziefer zu beseitigen? Weil die sogenannten Tierschützer wieder querschlagen? Man muss doch nicht Tausende Euro Steuergelder ausgeben, um neue Taubenheime aufzustellen, nein, dieses Viechzeug gehört ausgerottet-eingefangen und vergiftet! Diese Tauben nerven, wo man nur hinkommt, in allen Städten, und zerstören mit ihrem Kot wertvolle Bausubstanz.
Kommentar 27: Kurt schreibt am 05.08.2025, 14:30 Uhr :
Die Umsiedlung der über 500 Stadttauben aus dem Bernetunnel ist ein beeindruckendes Beispiel für aktiven Tierschutz und verantwortungsbewusste Stadtentwicklung. Was ursprünglich als Rettung von rund 300 Vögeln geplant war, entpuppte sich als Mammutaufgabe – und wurde dennoch mit Bravour gemeistert. Dass die Tiere in einem speziell ausgerüsteten Taubenschlag untergebracht wurden, in dem die Eier fachgerecht durch Attrappen ersetzt werden können, zeigt ein durchdachtes Konzept. Diese Methode gilt unter Tierschützern als eine der sichersten und nachhaltigsten Maßnahmen zur Regulierung der Taubenpopulation in urbanen Räumen. 💬 Aus persönlicher Sicht: Tauben gehören zum Ruhrpott wie die Fördertürme zu den Zechen. Früher waren sie die „Rennpferde des kleinen Mannes“, und auf vielen Dachböden im Revier war ein Taubenschlag ganz normal. Wer heute Tauben als „Ratten der Lüfte“ bezeichnet, ignoriert nicht nur ihre kulturelle Bedeutung, sondern auch ihre Intelligenz und soziale Struktur.
Antwort von Rüdiger Brinkhoff , geschrieben am 05.08.2025, 20:19 Uhr :
Das ist kein Tierschutz, das ist Schwachsinn
Kommentar 26: Anonym schreibt am 05.08.2025, 14:28 Uhr :
Die Umsiedlung der über 500 Stadttauben aus dem Bernetunnel ist ein beeindruckendes Beispiel für aktiven Tierschutz und verantwortungsbewusste Stadtentwicklung. Was ursprünglich als Rettung von rund 300 Vögeln geplant war, entpuppte sich als Mammutaufgabe – und wurde dennoch mit Bravour gemeistert. Dass die Tiere in einem speziell ausgerüsteten Taubenschlag untergebracht wurden, in dem die Eier fachgerecht durch Attrappen ersetzt werden können, zeigt ein durchdachtes Konzept. Diese Methode gilt unter Tierschützern als eine der sichersten und nachhaltigsten Maßnahmen zur Regulierung der Taubenpopulation in urbanen Räumen. Aus persönlicher Sicht: Tauben gehören zum Ruhrpott wie die Fördertürme zu den Zechen. Früher waren sie die „Rennpferde des kleinen Mannes“, und auf vielen Dachböden im Revier war ein Taubenschlag ganz normal. Wer heute Tauben als „Ratten der Lüfte“ bezeichnet, ignoriert nicht nur ihre kulturelle Bedeutung, sondern auch ihre Intelligenz und soziale Struktur .
Kommentar 25: Ellen Heilmann-Groß schreibt am 04.08.2025, 20:37 Uhr :
Super Aktion! Ich danke den Taubenhelfern für ihren unermüdlichen Einsatz. Toll das es Menschen gibt die diesen armen geschundenen Tieren zur Seite stehen.
Kommentar 24: Erika Thiel schreibt am 04.08.2025, 14:25 Uhr :
Ich danke allen Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz. Danke auch an die Stadt Essen, dass sie diese Aktion unterstützt hat Ein Vorbild für alle Städte
Kommentar 23: Christel W. schreibt am 04.08.2025, 13:10 Uhr :
Ich danke den Taubenfreunden ganz herzlich für Ihre Aktion. Die Kommentare erschüttern mich teilweise.Diese Kommentare sind nicht kritisch sondern lebensverachtend. Diese geretteten Tauben sind auch Überbleibsel von ehemaligen Bergarbeitern, die sich in früheren Zeiten diese Tiere gehalten haben.Dann wurden sie irgendwann "entsorgt". Und jetzt leben sie vogelfrei in unseren Städten Erinnert mich irgendwie an Eltern und andere Bürger in heutigen Zeiten, die mit den größer werdenden Kindern und ausländischen Menschen, die in unserem Land leben nichts mehr anfangen können und nur die Parole " raus" kennen. Vielleicht sind meine Worte zu hart, fest steht, dass uns Menschen der Respekt A LLEN Lebewesen gegenüber fehlt.
Kommentar 22: Christel Wedderwille schreibt am 04.08.2025, 13:05 Uhr :
Ich danke den Taubenfreunden ganz herzlich für Ihre Aktion. Die Kommentare erschüttern mich teilweise.Diese Kommentare sind nicht kritisch sondern lebensverachtend. Diese geretteten Tauben sind auch Überbleibsel von ehemaligen Bergarbeitern, die sich in früheren Zeiten diese Tiere gehalten haben.Dann wurden sie irgendwann "entsorgt". Und jetzt leben sie vogelfrei in unseren Städten Erinnert mich irgendwie an Eltern und andere Bürger in heutigen Zeiten, die mit den größer werdenden Kindern und ausländischen Menschen, die in unserem Land leben nichts mehr anfangen können und nur die Parole " raus" kennen. Vielleicht sind meine Worte zu hart, fest steht, dass uns Menschen der Respekt A LLEN Lebewesen gegenüber fehlt.
Kommentar 21: Kerstin Keller schreibt am 04.08.2025, 11:11 Uhr :
Lieber wdr, Danke für den Bericht im Radio. Ein Hörer berichtete, dass er eine Taube mit Haferflocken gefüttert hat. Haferflocken schädigen Tauben, da sie ihren Kropf verkleben. Wenn gefüttert wird, dann besser mit Sämereien / Vogelfutter / Sonnenblumenkernen. Liebe Grüße!
Kommentar 20: JUpp schreibt am 04.08.2025, 09:04 Uhr :
sorry, aber Tauben sind in Bahnhöfen ein großes Problem. Da sie hier anscheinend keine natürlichen Feinde mehr haben - muß der Mensch als Feind einspringen. Deshalb sollt man sie umsiedeln oder dezimieren.
Kommentar 19: Verrückte Welt schreibt am 04.08.2025, 08:55 Uhr :
Wie schon von anderen Kommentaren erkennbar ist, ist die Welt etwas verrückt. D bzw. NRW hat viel brennendere Probleme als ein paar Tauben. In Anlehnung an das Wetter…Über Deutschland lacht die Sonne und über Deutschland lacht die Welt. Wenn nicht schon längst passiert, werden wir mit dieser „wir müssen alles retten Mentalität“ komplett untergehen. Anderes Beispiel…kaum ein Neubau, ohne das ein paar Mäuse oder Hamster umgesiedelt werden müssen…Gute Nacht Deutschland, der letzte macht bitte das Licht aus…
Antwort von Justin , geschrieben am 04.08.2025, 12:11 Uhr :
Ich hoffe Ihnen ist bewusst, dass man sich auch mehreren Problemen gleichzeitig widmen kann. Diese Tiere haben eben teilweise vor uns da gelebt, da muss eben auch mal Rücksicht genommen werden und für eine sichere neue Umgebung gesorgt werden. Sie würden sich sicher auch nicht gerne einfach auf die Straße setzen lassen, wenn beispielweise eine Autobahn durch Ihre Wohnsiedlung gezogen wird.
Antwort von Netti , geschrieben am 04.08.2025, 19:01 Uhr :
Tauben sind Lebewesen und es ist wichtig, dass wir Lebewesen retten. Ich finde nicht, dass wir mit dieser Mentalität untergehen. Andere Länder sind schon viel weiter was den Tierschutz angeht. Und auch wenn es noch andere Probleme gibt, ist Tierschutz sehr wichtig. Tiere haben Gefühle und wollen leben, wie wir Menschen auch! Der Mensch hat doch erst dafür "gesorgt" , dass sich die Tauben in den Städten angesiedelt haben! Und nun werden sie verteufelt?? Wie kann man so herzlos sein???
Antwort von Ellen Heilmann , geschrieben am 04.08.2025, 20:41 Uhr :
Die Wahrscheinlichkeit, dass man über Sie lacht halte ich um ein Vielfaches höher. Emphatielosigkeit ist der Grund allen Übels.