Deutsche Passagiere der Hondius in Deutschland angekommen | WDR Aktuell
WDR. 02:24 Min.. Verfügbar bis 11.05.2028.
Vier deutsche Passagiere des Kreuzfahrtschiffes, auf dem drei Menschen am Hantavirus starben, sind am späten Abend in Frankfurt angekommen. Dort gibt es eine Isoliereinheit für Patienten mit hochansteckenden, teils lebensbedrohlichen Viruserkrankungen. Die Passagiere sollen jetzt weiter untersucht werden.
Laut Bundesgesundheitsministerium kommen sie aus Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein. Keine der vier Personen habe bisher Symptome, hieß es weiter. Die Passagiere sollten demnach im Tagesverlauf vom Uniklinikum Frankfurt aus in die jeweiligen Bundesländer gebracht werden.
In Bussen des Katastrophenschutzes zum Flughafen
Hinter den Passagieren liegt eine lange, beschwerliche Reise. Sie waren unter großen Sicherheitsvorkehrungen in Teneriffa in Bussen des Katastrophenschutzes zum Flughafen gebracht worden. Die deutschen Passagiere wurden zuerst nach Eindhoven in den Niederlanden geflogen. Von dort reisten sie mit einem Spezialtransport weiter.
Passagiere beim Verlassen des Schiffes in Teneriffa
Auch Feuerwehren aus NRW helfen
Für den Transport wurden Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Essen, Dortmund und Frankfurt angefordert. Bei der Feuerwehr Essen hatten sich sieben Einsatzkräfte auf den Transporteinsatz vorbereitet. Sie sind unter anderem mit einem speziellen Infektions-Rettungswagen nach Eindhoven gefahren. Dieser Rettungswagen ist so groß wie ein Lkw, weil in ihm eine große Filteranlage verbaut ist, so ein Sprecher der Feuerwehr Essen. Diese sorgt dafür, dass kein Virus nach draußen gelangen kann.
Solche Spezialfahrzeuge und speziell geschultes Personal für solche Einsätze haben nur wenige Feuerwehren in Deutschland. Darum sei man für den Transport der Passagiere angefragt worden, so der Essener Feuerwehr-Sprecher. Auch die Feuerwehr Dortmund schickte einen Rettungswagen, wie sie dem WDR am Sonntagabend mitteilte.
Einsatzfahrzeuge aus Essen und Dortmund auf dem Weg nach Eindhoven
Alle Ausgeflogenen müssen in ihrer Heimat in Quarantäne
Laut WHO müssen nicht nur die deutschen, sondern auch alle anderen Ausgeflogenen in ihrer Heimat in Quarantäne, da eine Entwarnung wegen der langen Inkubationszeit erst nach Wochen möglich ist. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) soll die Quarantäne für die deutschen Betroffenen dezentral erfolgen. "Zuständig sind die jeweiligen Gesundheitsämter vor Ort", teilte eine RKI-Sprecherin mit. "Über die Details entscheidet das zuständige Gesundheitsamt, je nach individueller Lage und Gegebenheiten vor Ort."
Uniklinikum Düsseldorf steht bei Symptomen bereit
Sollten bei einem der deutschen Passagiere doch noch Symptome auftreten, würden betroffene Patienten in die Uniklinik Düsseldorf gebracht. Dort ist auf der Infektionsstation bereits eine 65-Jährige. Die Frau war ebenfalls auf der "Hondius" und hatte dort nach Angaben der Behörden engen Kontakt mit einer Patientin, die an Bord mit einer Hantavirus-Infektion starb.
Mehr Informationen zum Geschehen auf dem Kreuzfahrtschiff, dem Transport der Passagiere und dem Hantavirus im Allgemeinen gibt es hier:
Quellen:
- Feuerwehr Essen
- Feuerwehr Dortmund
- Nachrichtenagentur dpa
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