Wie verhalte ich mich im Brandfall?
Bildquelle: WDR/ Solveig BaderWDR. 3 Min. 11 Sek.. Verfügbar bis 15.09.2028.
Benjamin Cansiz steht am Fenster, ruft verzweifelt um Hilfe und hustet immer wieder. Brandrauch zieht durch seine Wohnung, er hat große Angst. "Hilfe, ich krieg keine Luft mehr!". Die Feuerwehr Essen kommt mit mehreren Löschwagen angerückt. Während Einsatzkräfte eine Leiter an die Hauswand stellen, steht unter dem Fenster ein Feuerwehrmann und versucht den Betroffenen zu beruhigen. "Bleiben Sie am Fenster".
Immer im Sichtfeld der Feuerwehr bleiben
So läuft es bei einem Wohnungsbrand häufig ab. Das demonstrieren Einsatzkräfte der Feuerwehr Essen an einer Brandsimulationsanlage, an der sie auf dem Feuerwehrgelände in Essen reale Situationen mit künstlichem Nebel nachstellen kann. Eigentlich ist Benjamin Cansiz ein gestandener Feuerwehrmann, diesmal schlüpft er in die Rolle eines Betroffenen.
"Wichtig ist für uns, dass die Personen nicht wieder zurück in die Brandwohnung gehen, weil dort der Brandrauch ist. Es könnte sein, wenn sie ihn einatmen, dass sie ohnmächtig werden. Deswegen ist es für uns immer wichtig, dass wir mit denen durchweg Blickkontakt haben und die Personen im Sichtfeld von uns sind." Thimo Wagner, Feuerwehr Essen
Ruhe bewahren und der Feuerwehr vertrauen
Häufig machen Betroffene aus Panik Fehler und bringen sich und andere in Gefahr, stellt die Feuerwehr Essen auf ihren Einsätzen immer wieder fest. Selbst wenn das Feuerwehrauto samt Drehleiter mal nicht schnell genug zum Brand kommt - zum Beispiel bei einer Rettung in einem engen Hinterhof - gibt es andere Optionen. Ein Sprungrettungsgerät ist das äußerste Mittel. Grundsätzlich gilt: Vertrauen haben und auf die Anweisungen der Feuerwehr hören. Auch solche Fälle übt die Feuerwehr auf der Brandsimulationsanlage.
Benjamin Cansiz landet sicher im Sprungpolster der Feuerwehr.
Bildquelle: WDR/ Solveig Bader"Ich sag' Ihnen gleich genau was sie zu tun haben!", ruft ein Feuerwehrmann und schildert Benjamin Cansiz Schritt für Schritt, wie er sicher von der Fensterbank im ersten Stock hinab ins Sprungpolsterkissen kommt. Wichtig ist dabei, dass er erst auf Ansage der Einsatzkräfte in die Mitte des Polsters springt - sonst besteht Verletzungsgefahr.
Was tun, wenn es beim Nachbarn brennt?
Auch bei einem Kellerbrand oder einem Brand in einer Nachbarwohnung gilt es, ruhig zu bleiben. Als erstes sollte man prüfen, ob der Treppenraum rauchfrei ist. Wenn nicht, sollte man die Wohnungstür schnell schließen und sich am Fenster bemerkbar machen.
"Rauch ist die gefährlichste Situation für uns", so Cansiz. Der Brandrauch darf sich nicht verteilen. Richtig sei: Die 112 wählen und in der eigenen Wohnung bleiben, denn die Feuerwehr sei in sechs bis acht Minuten da. Unsere Baustandards stellen sicher, dass Wohnungsdecken und Türen einem Feuer 30 bis 90 Minuten standhalten können.
Benjamin Cansiz vertraut auf seine Feuerwehrkollegen.
Bildquelle: WDR/Solveig BaderAuf die eigene Sicherheit achten
Die Feuerwehr Essen erlebt immer wieder, dass Bewohner Wohnungstüren offen stehen lassen, im Brandrauch stehen bleiben, oder gefährliche Löschversuche unternehmen. Von all dem rät die Feuerwehr ab. Auch wenn einem die Wartezeit sehr lange vorkommt - mit den richtigen Tipps kann man vermeiden, selbst in Gefahr zu kommen.
Unsere Quellen:
- Feuerwehr Essen
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, Wie verhalte ich mich im Brandfall?, 15.09.2026, 18:30 Uhr
