Vor Papiercontainern liegt eine große Menge Müll, z.B. Papier, blaue Säcke und Folien

Werden oft zur wilden Müllkippe: Containerstandorte

Immer mehr wilde Müllkippen Ruf nach Videoüberwachung in Essen

Stand:

Immer mehr Container-Standorte in Essen werden zu wilden Müllkippen. Politiker fordern eine Videoüberwachung.

Die Entsorgungsbetriebe Essen schlagen Alarm. Die EBE sprechen mittlerweile von bis zu 50 bekannten Hotspots für wilde Müllkippen. Und die liegen gerne mal abgeschottet hinter einer Lärmschutzwand an der Autobahn 40 oder rund um Containter-Standorte für Altglas oder Altpapier.

17.000 Meldungen im Jahr wegen wilder Müllkippen

Über die Mängelmelder-App kommen täglich neue Meldungen rein, die dann an die zehn operativen Teams der EBE weitergegeben werden. Und die fahren nach und nach die Standorte ab und sammeln alte Sofas, Autoreifen, verschlissene Matratzen, Bauschutt, alte Toaster, stinkende Müllsäcke und vieles mehr ein. Manchmal finden sie auch besonders unappetitliche Dinge wie volle Windeln.

2.300 Tonnen wilder Müll in Essen

Ein Mann in grüner Jacke steht im Vordergrund, dahinter steht ein Müllwagen, daneben arbeiten zwei Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe in orangenen Jacken und heben Müll vom Boden auf. In der Hand haben sie einen Besen.

Mitarbeiter der Essener Entsorgungsbetriebe beseitigen eine wilde Müllkippe

Mittlerweile kümmern sich jeden Tag 30 Kollegen der Entsorgungsbetriebe um wilde Müllkippen im Stadtgebiet. Das sind genauso viele Mitarbeiter, die jeden Tag für den Sperrmüll zuständig sind. Allein im Jahr 2024 haben sie mehr als 2.300 Tonnen wilden Müll in den Straßen Essens aufgesammelt.

Info-Kampagne gegen Müll

Aber woran liegt es, dass Menschen ihren Müll achtlos abstellen? Ist es Unwissenheit? Zu Beginn dieses Monats hat der Entsorger eine Littering-Kampagne auflegt: "Essen bleib(t) sauber". Dabei informiert er, wie einfach eine Entsorgung von Dingen wie Lacken, Vapes oder Sperrmüll ist und was in welche Container kommt, wo Recyclinghöfe sind und vieles mehr.

Hohe Bußgelder angedroht

"Wilde Müllkippen sehen schlimm aus und sind gefährlich - wer Abfall einfach abstellt, macht sich strafbar. Also: Lieber zum Recyclinghof bringen als bis zu 50.000 Euro Bußgeld riskieren", sagt Sprecher Christian Hermanny. Auch Mülldetektive kommen zum Einsatz. Dank ihrer Hilfe konnte die Stadt im vergangenen Jahr mehr als 830 Bußgeldverfahren einleiten. Am Ende kamen so fast 50.000 Euro Bußgelder zusammen. Das ist allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Videoüberwachung und Datenschutz

Trotzdem wird der Ruf nach einer Videoüberwachung immer lauter. Doch eine Installation von Kameras scheint schwierig. Im Weg steht der Datenschutz im öffentlichen Raum. In der Vergangenheit hatte die Stadt schon mehrfach versucht, Bereiche als Privatfläche zu deklarieren. Doch das hatte keinen Erfolg.

Gelsenkirchen macht es vor

Ein Kameraturm soll mit KI Müllsünder in Gelsenkirchen überwachen

Ein Kameraturm soll mit KI Müllsünder in Gelsenkirchen überwachen

Deshalb schaut man in Essen nun mit Interesse nach Gelsenkirchen: Dort hat man mittlerweile Videokameras rund um mehrere Containerstandorte installiert. In Sachen Datenschutz argumentiert die Stadt damit, dass eine Gefahrenlage für Leib und Leben besteht. Denn teilweise würden Gehwege voll mit Gegenständen liegen, Fußgänger müssten auf die Straße ausweichen. Auch Ratten köntnen angezogen werden.

Außerdem werden die Kameraaufnahmen gepixelt. Weder Gesichter noch Autokennzeichen sind zu erkennen. Nur im Falle einer Straftat könnte man Bilder "entpixeln".

Prüfauftrag in Essen

In Essen haben CDU und SPD der Verwaltung einen Prüfauftrag auf den Weg gegeben. Dabei geht es um zahlreiche Punkte, wie man wilde Müllkippen bekämpfen kann. Unter anderem soll eine Videoüberwachung zur Ahndung unerlaubter Müllablagerungen erprobt werden.

Nach der Sommerpause beschäftigen sich die politischen Gremien damit. Vielleicht kommt also doch eine Videoüberwachung in Essen zum Einsatz. Die Entsorgungsbetriebe würde es freuen: "Wir als EBE unterstützen die Stadt Essen gern, wenn der Wunsch nach einer Videoüberwachung von Hot Spots an uns herangetragen wird", sagt Sprecher Christian Hermanny.

Immer mehr wilde Müllkippen in Essen

WDR 28.07.2026 00:52 Min. Verfügbar bis 27.07.2028

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Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Christian Hermanny, Sprecher der Entsorgungsbetriebe Essen
  • Gespräch mit Silke Lenz, Pressesprecherin der Stadt Essen
  • Mitteilung der Stadt Gelsenkirchen

Sendung: WDR.de, Immer mehr wilde Müllkippen in Essen, 02.08.2026, 07:01 Uhr

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