Lange Nacht des Impfens: Erste Grippewelle läuft und viele sind impfmüde
Aktuelle Stunde . 08.10.2025. 23:47 Min.. Verfügbar bis 08.10.2027. WDR. Von Anne Bielefeld.
Lange Nacht des Impfens: NRW-Apotheken bieten Schutz gegen Grippe und Co.
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Wer sich gegen Grippe oder Corona impfen lassen will, kann das am Abend in vielen Apotheken tun. Allein in Nordrhein-Westfalen sind fast 200 Apotheken beteiligt. Ärztevertreter äußern Kritik daran, Impfungen müssten durch "qualifizierte Praxisteams" erfolgen.
Die Infektionswelle gehe gerade richtig los, sagt Prosper Rodewyk. Er ist Hausarzt und Leiter der Bezirksstelle Dortmund bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. "Wie in der kühlen Jahreszeit üblich nehmen seit letzter Woche die grippalen Infekte zu", berichtet der Mediziner.
"Vermehrt haben Patienten wieder Corona, in der Regel mit einem harmlosen Verlauf", sagt Rodewyk. Außerdem treten nach seinen Angaben bereits die ersten Influenza-Fälle auf, früher als sonst üblich.
Lange Nacht des Impfens 2025: Für wen wird die Impfung empfohlen?
Zahlreiche Apotheken wollen mit ihrer Langen Nacht des Impfens gegen die Infektionswelle vorgehen. Bei der Aktion geht es um Schutzimpfungen gegen Covid und Grippe.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt diese Impfungen unter anderem für alle Menschen ab 60 Jahre, für Personen mit diversen Grunderkrankungen sowie für medizinisches Personal.
Lange Nacht des Impfens 2025: Welche Apotheken nehmen teil?
Der Bundesverband der Versorgungsapotheker (BVVA) hat online eine Übersicht mit den 370 teilnehmenden Partnern zusammengestellt. Darunter sind auch einige Arztpraxen, in den allermeisten Fällen handelt es sich aber um Apotheken. Allein in Nordrhein-Westfalen nehmen nach Angaben der Karte auf der Homepage des BVVA über 150 Apotheken teil.
Die Öffnungszeiten in den Apotheken werden unterschiedlich ausfallen, sagt Thomas Preis von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, die ebenfalls an der Aktion beteiligt ist. „Einige werden vielleicht nur bis 20 Uhr impfen, andere bis 22 Uhr“, so Preis.
Ärztevertreter äußern sich skeptisch
Dass in Apotheken geimpft wird, ist umstritten. „Das Impfen muss durch qualifizierte Praxisteams erfolgen“, sagt Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). "Das Impfmanagement und damit auch die Durchführung gehören in ärztliche Hände", so seine Stellvertreterin Anke Richter-Scheer.
Ihre Kritik äußern die Ärztevertreter vor dem Hintergrund aktueller Pläne der Bundesregierung. Gesundheitsministerin Warken will die Impfungen in Apotheken ausweiten, bisher dürfen diese nur Grippe- und Covid-Impfungen verabreichen.
"Impflücke" soll geschlossen werden
Apotheker-Vertreter Preis hält dagegen: Ärzteschaft und Apothekerschaft müssten sich im "Schulterschluss" dafür einsetzen, die Impflücken zu schließen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts haben sich in der Influenzasaison 2023/2024 nur etwa 38 Prozent der über 60-Jährigen gegen Grippe impfen lassen.
Unsere Quellen:
- Robert Koch-Institut / Ständige Impfkommission
- Bundesverband der Versorgungsapotheker (BVVA)
- WDR-Interview mit Thomas Preis, Präsident Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)
- Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL)