So tickt NRW - 19 Uhr: Eine Westfälin auf der Jagd nach Pokémon

WDR 03:17 Min. Verfügbar bis 03.08.2028

Schiggy, Schlurp und Pikachu 74-jährige fängt über eine Million Pokémon

Stand:

Pokémon statt Handarbeit: Warum Monika mit sechs Smartphones durch Ostenfelde läuft und dabei zum Dorf-Promi wird.

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Detlef Proges

Sechs Handys auf einem Brett, mit zwei Bändern um die Schultern gehängt. So läuft Monika Take-Hülsmann täglich durch Ostenfelde. Immer auf der Jagd nach Schiggy, Schlurp und Pikachu. Bunte, virtuelle Mönsterchen, die unsichtbar überall um uns herum sind. 

"Nur mit einem Handy wäre mir das zu langweilig", sagt die frühere Grundschullehrerin und lächelt.

"Schauen Sie mal: Wenn ich hier auf dem einen Handy ein Pokémon fange, muss ich warten und warten und warten. Da kann ich auf den anderen schon weiterspielen." Monika Take-Hülsmann

Während sie durch ihr Heimatdorf im Kreis Warendorf läuft, wirbeln ihre Finger über die Displays ihrer Handys. Zehn Jahre Übung in Pokémon-Go sieht man ihr an.

"Mama, du musst mal raus an die Luft!"

2016 hat ihr Sohn ihr das Spiel gezeigt. Der Ehemann der Pensionärin war schon vor Jahren gestorben. Monika Take-Hülsmann saß viel zu Hause, stickte und strickte.

Ihr Sohn wollte, dass Mama einfach mehr rauskommt. Und das hat funktioniert. Wenn die passionierte Pokémon-Go-Spielerin auf die Pirsch geht, läuft sie oft mehrere Kilometer am Tag.  

Dorf-Promi dank Pokémon-Go

Sie fällt auf, wenn die 74-Jährige mit Pokémon-Passion durch den Ort läuft. Dank ihrer sechs Handys auf dem Brett. "Damit sucht sie hier alles ab, ist doch OK", sagt ein Ostenfelder, der sie oft vorbeigehen sieht. "Sie tut doch was fürs Dorfleben."

In den letzten Jahren hat auch keiner mehr was Doofes zu ihr gesagt, wie "die spinnt und die tickt doch nicht richtig", sagt die Pensionärin zufrieden.

Sechs Handys auf einem Brett, auf denen Pokemon geöffnet ist.

Die sechs Pokémon-Handys von Monika Take-Hülsmann

Lustige Verwechslung

"Ich spiele Pokémon-Go auch gerne in anderen Städten", erzählt Take-Hülsmann, "da lernt man viel über die Orte." Einmal war sie mit ihren sechs Handys auf einem Parkplatz unterwegs.

Ein etwas besorgter Mann sprach sie an und fragte, ob er richtig parke. Die 74-Jährige beruhigte ihn. Das sah alles gut aus. Der Mann hatte die leidenschaftliche Monster-Jägerin mit einer Politesse verwechselt.

Jagdfieber ist stärker als die Lust auf Handarbeit 

Weit über eine Million Pokémon hat sie im Laufe der Jahre schon gefangen. Am Ende ihres abendlichen Rundgangs klingt Monika Take-Hülsmann dann etwas nachdenklich.

Monika Take-Hülsmann mit ihren sechs Handys auf einem Brett, auf denen sie Pokemon spielt.

Die Pokémon-Jagd hält Take-Hülsmann fit.

"Dank Pokémon-Go komme ich jeden Tag raus. Aber was natürlich jetzt zu kurz kommt: Ich sticke nicht mehr, ich stricke nicht mehr!" Dann lacht sie herzlich. Denn ihre Spielleidenschaft wird sie wohl nicht mehr gegen Handarbeit eintauschen.   

Unsere Quellen:

  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
  • Interview mit Monika Take-Hülsmann

Sendung: WDR.de, So tickt NRW - 19 Uhr: Eine Westfälin auf der Jagd nach Pokémon, 03.08.2026, 12:30 Uhr

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