Hype um Café in Kölner Wohnviertel sorgt für Proteste von Anwohnern
Bildquelle: Oliver Köhler4 Min. 2 Sek.. Verfügbar bis 09.04.2028.
Hype um Café in Kölner Wohnviertel sorgt für Protest von Anwohnern
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Ein Social-Media-Hype sorgt für großen Ärger unter Anwohnern im Kölner Stadtteil Ehrenfeld. Influencer werben für ein Café, das angesagte Getränke und Speisen verkauft. Besucher aus ganz NRW kommen deshalb in das Wohnviertel. Die Folgen: Verkehrschaos, Verpackungsmüll, Lärm.
Quietschende Reifen, röhrende Auspuffe - mitten im Wohnviertel in Ehrenfeld liefern sich Autoposer Wettrennen. Seit etwa einem Jahr kommen immer mehr von ihnen zum Rasen her. Vollgas in der 30er-Zone - Anwohner haben Angst um ihre Kinder. "Als Mutter, mache ich mir große Sorgen wegen der Raserei. Dagegen muss dringend etwas getan werden", sagt eine Frau dem WDR.
Autoposer-Szene macht sich im Wohnviertel breit
"Bei so hohem Tempo rechtzeitig zu bremsen, wenn Kinder auf die Straße laufen, das ist unmöglich", sagen auch andere Eltern. Anziehungspunkt für die Raserszene ist ein Café im Viertel. Mit Hilfe von Influencern hat es einen Hype für seine Produkte ausgelöst. "Ganz besonders ist hier Matcha-Latte", berichtet eine Mutter, die mit ihrer Tochter vor dem Café wartet, dass sie dran sind.
Die Schlangen sind lang. Die Kunden warten geduldig, posten Selfies von sich oder nehmen Videoclips auf. "Wir kommen wegen der Acai-Bowls her", erzählt ein Paar aus Leverkusen. Der süße Snack besteht aus gefrorenen und pürierten Früchten der Açaí-Palme. Dazu gibt es weitere Früchte.
Matcha to go - Plastikmüll landet auf dem Boden
Die meisten Kunden des Cafés nehmen Speisen und Getränke in Plastikverpackungen mit und bekommen dazu Plastikbesteck und Plastikstrohhalme. Im Viertel bleibt Müll auf Straßen, Wegen und in Hauseingängen liegen. Auch das ärgert die Anwohner. Inzwischen gibt es eine Online-Petition, die "mehr Sicherheit, Sauberkeit und Ruhe" rund um das Café fordert. Mehr als 1.000 Menschen haben sie unterschrieben, sie richtet sich an den Bezirksbürgermeister.
Vor dem Café stapelt sich der Plastikmüll - hier immerhin auf einem Mülleimer
Bildquelle: Oliver KöhlerDie Stadt Köln schreibt dem WDR, es sei keine Vermüllung festzustellen. Die Betreiber des Cafés wollen sich vor der Kamera nicht zu den Problemen rund um ihr Geschäft äußern. Zum Thema Müll sagen sie, dass sie ausschließlich Verpackungen und Besteck ausgeben, die wiederverwendbar sind. "Darüber hinaus haben wir eigenes Personal eingesetzt, das sich gezielt um die Sauberkeit im Umfeld kümmert", schreiben sie weiter.
Verkehrschaos mitten im Wohnviertel
Ein augenscheinlich PS-starker Wagen parkt vor dem Café
Bildquelle: Oliver KöhlerDas Ordnungsamt ist inzwischen täglich an dem Café. Die Einsatzkräfte sollen verhindern, dass Falschparker Verkehrschaos verursachen. Parken vor Einfahrten, auf dem Fußgängerüberweg und mitten auf der Fahrbahn sind seit Eröffnung des Cafés an der Tagesordnung. An der Kreuzung vor dem Café herrscht schnell Chaos, Hupkonzert inklusive.
"Die Leute parken die Kreuzung zu, stehen in zweiter Reihe. Da kommt man selbst mit dem Motorroller nicht mehr durch", berichtet ein Anwohner. "Wenn ich die Falschparker anspreche, dann werde ich blöd angemacht." Die Betreiber des Cafés versuchen selbst, das zu ändern und fordern die Besucher auf ihren Kanälen bei Instagram und Tik-Tok auf, sich an Verkehrsregeln zu halten, keinen Lärm zu machen und ihren Müll nicht auf den Boden zu werfen.
Influencer der Raserszene haben das Wohnviertel entdeckt
In ihrem Statement heißt es: "Gleichzeitig ist uns bewusst, dass bei hoher Auslastung vereinzelt Situationen entstehen können, in denen wir noch konsequenter eingreifen müssen". Die Polizei fährt regelmäßig Streife. Dabei sind den Beamten auch Fahrer aufgefallen, die als Influencer der Poserszene gelten. Sie verbreiten Videos von Raserei und Rennen in sozialen Netzwerken.
Die Polizei hat bisher mehr als 70 Verkehrsordnungswidrigkeiten-Verfahren eingeleitet hauptsächlich aber wegen Parkverstößen. Der Betreiber des Cafés hat nun angekündigt, auf die Raser unter seinen Gästen zuzugehen und sie zu bitten, künftig in dem Viertel langsamer zu fahren.
Unsere Quellen:
- Polizei Köln
- Stadt Köln
- Betreiber Café Impi
- Gespräche mit Anwohnern
Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit, 09.04.2026, 14:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Köln, 09.04.2026, 19:30 Uhr
20 Kommentare
Kommentar 20: Karina schreibt am 29.04.2026, 23:03 Uhr :
Ich liebe impi hä beste Laden
Kommentar 19: Katie schreibt am 26.04.2026, 22:18 Uhr :
Es ist wirklich eine sehr schwierige Situation vor Ort. Es kommen hunderte Kunden täglich und parken alles ohne Rücksicht zu. (inklusive Feuerwehrzufahrten) Die Schlange vor dem Imbiss (von der Größe eines Kiosks) ist manchmal so lang, dass man denkt, man sei im Phantasialand. . Es ist wirklich eine sehr enge kleine Kreuzungsecke mitten in einem Wohnviertel. Das Ordnungsamt und auch die Polizei sind oft vor Ort aber Parktickets interessieren die Besucher erstaunlich wenig.. Es steht auch immer mal ein Blitzer vor der KiTa/ Berufsschule. Aber das ist dann bekannt in der Szene, so dass sie dann natürlich an der Srelle langsam fahren. Das Klientel ist leider wirklich sehr speziell. Sie haben so eine Attitüde wie - ihr könnt uns sowieso nichts. Nicht einfach ein paar nette junge Leute, die mal einen Matcha trinken wollen. Man muss sich wirklich selbst ein Bild machen, um den Frust zu verstehen und um hier adäquat mitreden zu können.
Kommentar 18: Frank schreibt am 11.04.2026, 16:57 Uhr :
Gerade nachgesehen, bei der letzten Kommunalwahl in Ehrenfeld Grüne 31,68% und Linke 16,36%. Gratulation, alles richtig gemacht, wobei Einweggeschirr und Plastikstrohhalme doch eigentlich verboten sind, oder gilt das für manche nicht?
Kommentar 17: Wüstenfähe schreibt am 11.04.2026, 12:16 Uhr :
In Ehrenfeld tobt ein Kulturkampf. Wer hat die Hoheit im öffentlichen Raum? Die Lebensmodelle passen nicht zueinander. Gentrifizierung, Neptun-Bad, Dönerläden, Ramadan Beleuchtung, Karneval, große Unstimmigkeit. Die Autoposer sind nur Ausdruck dessen. Ich kann mich erinnern, dass in Ehrenfeld ein blaues Deko-Schaf in einem gepflegten Beet vor einem Wolllädchen eine Debatte mit der Stadt Köln auslöste. Mal sehen, wie die Stadt Köln jetzt reagiert. Muss erst ein Unfall geschehen??? Zwischen Kinderzimmer und getunter Karre sollte eine Reifezeit liegen. Das Modell der aufgebrezelten Chika, die sich in der Warteschlange aufgrund der röhrenden Karre in den Typen verknallt, ist doch eigentlich etwas Yesterday.
Kommentar 16: Berit schreibt am 11.04.2026, 12:03 Uhr :
Ala Anwohnerin bin ich vom Lärm, Müll und den Autos schwer genervt. Aber vor allem handelt es sich hier um Gefährdung im öffentlichen Raum, wenn in der 30er Zone mitten im Wohngebiet gerast wird. Dagegen muss die Stadt vorgehen. Als Radfahrerin habe ich selbst mehrere gefährliche Situationen durch rücksichtslose Autofahrer erlebt. Ich hoffe sehr, das es nicht erst zu einem Unfall kommen muss, bevor die Politik hier eingreift. Ich gehe davon aus, dass sich Ordnungsamt, Polizei und Verkehrsmanagement der Stadt Köln sinnvolle Maßnahmen überlegen und durchführen.
Kommentar 15: Peter Langert schreibt am 11.04.2026, 11:10 Uhr :
Immer mit der Ruhe. Müll auf den Straßen gibt es überall. Lärmbelästigung auch. Und jedem passt irgendwas in seine Nachbarschaft nicht. Also: Ruhe bewahren und warten. Nächstes Jahr kann das alles schon wieder vorbei sein.
Antwort von Barbara , geschrieben am 11.04.2026, 18:18 Uhr :
Ich finde nicht das Anwohner sich davon genervt fühlen müssen. Das ist absolut inakzeptabeles Verhalten und zudem sehr gefährlich. Da wirdmit Ruhe bewahren nix erreicht. Warum sollte es erlaubt und geduldet werden das Poser und Raser die Stadt unsicher machen????
Kommentar 14: Aviel schreibt am 11.04.2026, 11:05 Uhr :
Ich überlege mir nach Israel auszuwandern. Da spaßen die Einsatzkräfte nicht wie bei uns!
Kommentar 13: Cem schreibt am 11.04.2026, 10:36 Uhr :
Danke für den Beitrag, wir Anwohnerinnen und Anwohner leiden mittlerweile täglich unter diesem Chaos: Müll, Lärm und Angst, die Straße mit Kindern zu überqueren. Mittlerweile gibt es online eine Petition, wer will, kann gerne helfen: https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-mehr-ruhe-sicherheit-und-sauberkeit-rund-ums-impi-3
Kommentar 12: Gehtsnoch schreibt am 11.04.2026, 09:46 Uhr :
Ein Armutszeugnis für die Stadt Köln. "Leben und leben lassen" hat in den vergangenen 20 Jahren eine kranke Wendung genommen. "Lass mich leben, wie ich will und komm mir nur ja nicht in die Quere, Du Spießer, sonst mach ich Dich fertig" - so, kommt es mir oft vor, wird das heute interpretiert. Müll auf die Strasse zu werfen, rasen, falsch parken, gegen alle diese Widrigkeiten gibt es Vorschriften. Und die Stadt Köln in ihrer 'Toleranz geht über alles'-Mentalität kümmert sich kaum. Wetten, das ginge anders, wenn ein Bezirksbürgermeister oder Stadtrat oder jemand in der Richtung persönlich betroffen wäre?
Kommentar 11: Alchemist schreibt am 11.04.2026, 09:37 Uhr :
Es tut mir leid, aber sieht es nicht in der Umgebung von jedem Mc D. so aus? Wir wohnen an einer Ausfallstraße in einem kleineren Ort. Hier hat zu unserem Leid vor ein paar Jahren einer aufgemacht und seit dem liegt der Müll hier an der Strasse...ordentlich Pfand würde ich überall empfehlen. Oder kein Essen to go mehr...wäre weniger Müll und mehr Genuss. Zwischen Lenkrad , Radio, Handy und Verkehrsregeln essen kann nicht gesund und gut für den Verbraucher sein. Das ist nur Kalorienzufuhr auf billigste Art.
Kommentar 10: Gabriele schreibt am 11.04.2026, 09:08 Uhr :
Das kommt auf die Besucher an! Leider zeigt dich in unserer Zeit bei vielen Menschen keine Bereitschaft mehr zur Rücksichtnahme. Leiden müssen alle darunter. Die Polizei müsste diesbezüglich härter durchgreifen. Aber wegen Unterbesetzung und zu vieler Aufgaben kann sie das kaum leisten.