Vier Frauen tragen einen Banner, der die Farben der ukrainischen National- und der Prideflagge hat. In der Mitte steht auf einem weißen Herz mit schwarzer Schrift "Ukraine resists. Europe must assist" (Die Ukraine leistet Widerstand. Europa muss helfen).

Pride im Ukraine-Krieg Kölner CSD schickt Hoffnung ins Krisengebiet

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Regenbogenfahnen wehen über den Straßen, Musik dröhnt aus den Lautsprechern, Menschen jubeln und tanzen. Hunderttausende feiern beim Christopher Street Day in Köln die Vielfalt.

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Niklas Bohlen

Mittendrin laufen auch Yakiv Lavrynets und Liliia Stetsiuk. Die beiden sind für die Demonstration aus der Ukraine nach Köln gereist.

Yakiv Lavrynets kommt aus Charkiw. Dort organisiert er queere Demos unter Bedingungen, die sich kaum mit der ausgelassenen Atmosphäre in Köln vergleichen lassen. Seine Heimatstadt liegt nur rund 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt, deswegen finden das Pride-Events Charkiw aus Sicherheitsgründen in einer U-Bahn-Station statt. Rund 100 Menschen nehmen daran teil.

Zeichen setzen trotz Gefahr

„In der Ukraine ist es gefährlich, am Pride teilzunehmen. Wir machen das aber trotzdem, um ein Zeichen zu setzen“, sagt Lavrynets. Viele Menschen hätten Charkiw seit Beginn des russischen Angriffskrieges verlassen. Wer bleibt, lebt mit der ständigen Bedrohung durch Luftangriffe. Dennoch geben die Organisatoren nicht auf.

Yakiv Lavrynets läuft in der Parade in Köln mit.

Yakiv Lavrynets aus Charkiw in der Kölner CSD-Parade.

„Von der Regierung bekommen wir keine Unterstützung“, sagt der 26-Jährige. Gleichzeitig fehle es queeren Menschen weiterhin an grundlegenden Rechten.

„Ich möchte mit meiner Teilnahme an der Demo hier in Köln die ukrainische Community sichtbar und lauter machen.“ Yakiv Lavrynets

Austausch mit den Kölner Organisatoren

Während um ihn herum Seifenblasen durch die Luft fliegen und die Kölner feiern, beobachtet Lavrynets aufmerksam die Organisation der Großveranstaltung. Er spricht mit anderen Initiativen, tauscht Erfahrungen aus.

„Ich werde aus meiner Teilnahme hier in Köln viele kreative Ideen mitnehmen. Aber auch unternehmerisch konnte ich schon einiges lernen“, sagt er. Was heute wie ein unbeschwerter Festzug wirkt, ist für ihn auch eine Fortbildung - für das nächste Pride-Event im September.

Aktivisten sind optimistisch

Auch Liliia Stetsiuk ist nach Köln gekommen. Die 23-Jährige organisiert Veranstaltungen für queere Sichtabrkeit in Kiew. Für sie ist die Teilnahme ein Zeichen internationaler Solidarität.

Liliia Stetsiuk aus Kiew hält eine große ukrainische Flagge hoch.

Liliia Stetsiuk aus Kiew zeigt die ukrainische Flagge.

„Es ist der einfachste Weg, alle Ukrainer zu unterstützen. Es ist wichtig, dass wir heute hier sind.“ Liliia Stetsiuk

Trotz Krieg blickt auch sie optimistisch auf die Entwicklung der queeren Bewegung in ihrer Heimat. Pride in Kiew wächst. „In diesem Jahr waren drei Mal mehr Menschen da als im letzten. Das gibt uns Hoffnung.“

Hoffnung für Pride in Charkiw

Für Yakiv Lavrynets ist genau das der Grund, weiterzumachen. Er hofft, dass die Erfahrungen aus Köln irgendwann auch in seiner Heimat unter freiem Himmel möglich sein werden. „Ich hoffe, dass die queere Community in der Ukraine immer stärker wird und mehr Rechte bekommt. In 10 oder 20 Jahren können wir dann hoffentlich auch einen großen CSD in Charkiw feiern.“

Die Teilnehmenden der Demo laufen durch die Kölner Innenstadt.

Die CSD-Demo zieht quer durch die Kölner Innenstadt.

In Köln trägt er deshalb nicht nur die Farben des Regenbogens, sondern auch die Flagge seines Heimatlandes. Er trägt auch die Hoffnung mit nach Hause, dass der derartige Veranstaltungen eines Tages wieder auf den Straßen der Stadt stattfinden kann.

Ukrainer beim CSD in Köln

WDR 05.07.2026 00:38 Min. Verfügbar bis 04.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Liliia Stetsiuk und Yakiv Lavrynets
  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, Ukrainer beim CSD in Köln, 05.07.2026, 15:30 Uhr

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