Fahime Ghahestani hält ihren Sohn Raybod auf dem Arm und steht auf einer Brücke am Fühlinger See.

Zweijähriger Raybod tritt in Köln in heiße Grillkohle

Heiße Grillkohle liegen gelassen Kleinkind erleidet schwere Verbrennungen

Stand:

Ein Fußballspiel am Fühlinger See endete für den zweijährigen Raybod im Krankenhaus. Er trat am Rande einer Wiese in die heißen Kohlen eines Grills. Seine Füße wurden schwer verbrannt. Seine Eltern wollen andere Eltern für diese Gefahr sensibilisieren.

Von Bamdad Esmaili

Raybod lacht wieder. Im Wohnzimmer sitzt der Zweijährige auf dem Boden und schaut gemeinsam mit seiner Mutter in ein Kinderbuch. Doch die dicken Verbände an beiden Füßen zeigen, dass für ihn gerade nichts normal ist. Laufen kann er nicht. Stattdessen krabbelt er durch die Wohnung.

Der zweijährige Raybod sitzt am Couchtisch, lacht in die Kamera und zeigt zwei Finger. Seine Füße sind eingegipst. Neben ihm sitzt seine Mutter und blättert in einem Buch.

Nach dem Unfall kann Raybod wieder lächeln.

Noch vor wenigen Tagen lag der kleine Kölner im Krankenhaus. Was als entspannter Familienausflug an den Fühlinger See begann, endete in einer Operation. Der Zweijährige erlitt schwere Verbrennungen an beiden Füßen, nachdem er auf die heiße Grillkohle getreten war. "Mit Medikamenten geht es ihm etwas besser", erzählt seine Mutter Fahime Ghahestani. "Aber ohne Medikamente hat er starke Schmerzen. Nachts wacht er auf und weint."

Fußballspiel wird für Kölner Familie zum Albtraum

Die Bilder vom Unglückstag lassen die Familie nicht los. Deshalb fährt die Mutter mit uns zurück an den Fühlinger See. Sie möchte zeigen, wie es zu dem Unfall kam. Kaum hatte die Familie ihre Picknickdecke ausgebreitet, spielten Raybod und sein älterer Bruder barfuß auf der Wiese. Beim Fußballspielen rollte der Ball ein Stück weg. "Raybod ist hinterhergelaufen und dachte, das sei Sand", erzählt seine Mutter.

Asche vor Grillstelle

An dieser Stelle ist der Unfall passiert.

Tatsächlich lag dort offenbar heiße Grillkohle, die jemand zurückgelassen hatte. Der Zweijährige trat mit beiden Füßen hinein. Innerhalb von Sekunden wird aus dem Familienausflug ein Notfall. Die Familie ruft den Rettungsdienst, wenig später wird Raybod ins Krankenhaus gebracht.

Bis zu 1.000 Euro Bußgeld für falsch entsorgte Grillkohle

Die Stadt Köln bestätigt auf WDR-Anfrage, dass das Ausschütten oder Zurücklassen heißer Grillkohle verboten ist. Wer Grillkohle nicht vollständig löscht und ordnungsgemäß entsorgt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro. Fälle von unsachgemäß entsorgter Grillkohle seien bekannt, verletzte Personen seien der Stadt bislang jedoch nicht gemeldet worden.

Für Fahime Ghahestani kommt zu den Sorgen um ihren Sohn eine weitere Belastung hinzu. In wenigen Tagen sollte sie ihre Ausbildung zur Erzieherin beginnen. Ob das nun möglich ist, weiß sie nicht. Die nächsten Arzttermine stehen bereits fest, und die Familie muss noch mehrfach ins Krankenhaus.

Wann Raybod wieder schmerzfrei laufen kann, ist unklar. Seine Mutter hofft, dass ihre Geschichte andere Menschen sensibilisiert. Denn für sie steht fest: Eine achtlos entsorgte Grillkohle hat das Leben ihrer Familie innerhalb weniger Sekunden verändert.

Zweijähriger tritt am Fühlinger See in Grillkohle

WDR 08.06.2026 01:10 Min. Verfügbar bis 07.06.2028

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Unsere Quellen:

  • Stadt Köln
  • Gespräch mit Fahime Ghahestani
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, Zweijähriger tritt am Fühlinger See in Grillkohle, 08.06.2026, 10:22 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 08.05.2026

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