Känguru-Baby im Kölner Zoo wagt sich heraus
Bildquelle: Marcel VogelfängerWDR. 01:05 Min.. Verfügbar bis 20.08.2028.
Wer in diesen Tagen durch die neue Känguru-Anlage am Drachenhaus im Kölner Zoo spaziert, kann mit etwas Glück einen besonders kleinen Bewohner entdecken: Ein Jungtier der Südlichen Neuguinea-Filander wagt sich immer wieder aus dem Beutel seiner Mutter.
Seit rund einer Woche verlässt das Kleine regelmäßig den schützenden Beutel und erkundet die Anlage. Noch ist nicht bekannt, ob es ein Männchen oder Weibchen ist.
Für den Kölner Zoo ist die Geburt etwas Besonderes: Erstmals gibt es dort Nachwuchs bei den Neuguinea-Filandern.
Mama und Papa passen auf
Die Eltern heißen Gisela und Gerry. Die vierjährige Mutter und der ein Jahr jüngere Vater stammen beide aus Tschechien. Gemeinsam mit ihrem Nachwuchs leben sie auf der neuen, begehbaren Känguru-Anlage am Drachenhaus. Besucherinnen und Besucher können dort durch den Bereich laufen und die Beuteltiere aus der Nähe beobachten. Dabei sollen die Tiere trotzdem den nötigen Rückzugsraum und Respekt bekommen.
So wächst ein Känguru-Baby auf
Rund einen Monat trägt die Mutter ihr Junges, dann kommt es winzig und noch nicht vollständig entwickelt zur Welt. Bei der Geburt ist ein Südlicher Neuguinea-Filander nur etwa ein bis zwei Zentimeter groß und rund ein Gramm schwer - ungefähr so groß wie eine Bohne. Direkt nach der Geburt krabbelt das Junge selbstständig in den Beutel der Mutter und wächst dort weiter.
Das Känguru-Baby ist im Beutel der Mutter
Bildquelle: Marcel VogelfängerErst nach mehreren Monaten wird es mutiger und beginnt, den Beutel regelmäßig zu verlassen. Genau in dieser Phase ist das Jungtier im Kölner Zoo jetzt angekommen.
Klein, stämmig und gefährdet
Neuguinea-Filander gehören zu den kleineren Känguru-Arten. Sie haben einen eher stämmigen Körper und einen vergleichsweise kurzen, spärlich behaarten Schwanz. Ihr Fell ist dunkel graubraun, die Unterseite deutlich heller.
In ihrer Heimat Papua-Neuguinea leben die Pflanzenfresser vor allem in Regenwäldern und Regenwald-Savannen-Mischgebieten. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Gräser und Blätter.
Doch die Art ist gefährdet. Der Südliche Neuguinea-Filander wird wegen seines Fleisches mit Hunden gejagt. Dadurch sind die Tiere unter anderem aus Teilen des südöstlichen Neuguineas verschwunden. Auch andernorts gehen die Bestände zurück.
Die Weltnaturschutzunion IUCN führt die Art deshalb als "gefährdet" (vulnerable). Zoos beteiligen sich unter anderem mit Erhaltungszuchtprogrammen am Schutz der Tiere
Quellen:
- Kölner Zoo
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Köln, 20.08.2026, 19:30 Uhr
