Unter dem Motto "Gemeinsam für ein freies, friedliches und gerechtes Europa" hat der Verein Blau-Gelbes Kreuz dazu aufgerufen, eine Menschenkette am Kölner Dom zu bilden. Am frühen Abend kamen am Montag mehrere tausend Menschen zusammen, um ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine zu setzen.
"Eine Menschenkette ist ein wichtiges Symbol für ein Miteinander. Es bedeutet, wir halten uns aneinander fest und wir beschützen uns auch. Russland tötet jeden Tag Zivilisten - und eine Menschenkette ist auch ein Schutz." Frank Bender, Stellvertretender Vorsitzender des Vereins Blau-Gelbes-Kreuz
Eine Menschenkette um den Kölner Dom wurde es nicht. Trotzdem zeigten die Menschen Zusammenhalt, indem sie gemeinsam eine ukrainnische Flagge hielten. Der Roncalliplatz war gut gefüllt mit Menschen, die an der Kundgebung teilnahmen.
Menschenkette für die Ukraine
Bildquelle: WDR / Lara BurghardtUkrainischer Unabhängigkeitstag
Der 24. August ist ein wichtiger Tag für die Ukraine: Im Jahr 1991 erklärte sie am 24. August ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Der Verein nimmt das auch dieses Jahr wieder zum Anlass, eine Kundgebung auf dem Roncalliplatz zu organisieren. Der Verein unterstützt die Menschen in der Ukraine von Köln aus. Er bringt unter anderem medizinische Produkte und Lebensmittel in die Ukraine, aber auch Stromgeneratoren, Fahrzeuge und Krankenhausbetten.
Auch NRW-Politiker zeigen Solidarität
Frank Bender ist der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Blau-Gelbes-Kreuz
Bildquelle: WDR / BurghardtAn diesem Tag ginge es nicht einfach um Unabhängigkeit von Russland, sagt Bender, sondern auch um Unabhängigkeit von russischer Aggression und Unterdrückung. "Es ist nicht nur ein wichtiger Tag für die Ukraine sondern auch für die Deutschen. Es geht um menschliche Solidarität gegen Barbarei. Es geht auch um unsere eigene Sicherheit und unsere Freiheit in Deutschland und Europa."
Zu der Kundgebung waren unter anderem die stellvertretende Ministerpräsidentin von NRW, Mona Neubaur, und Europaminister Nathanael Liminski eingeladen. Viele Ukrainerinnen und Ukrainer waren vor Ort.
"Ich komme aus Saporischschja und meine Stadt ist zerstört. Wir sind extra mit der Bahn aus Wuppertal hierher gefahren, um hier zu unterstützten. Der Krieg dauert immern och an und es ist sehr schlimm." Olga Balakshiy, Ukrainerin
Olga Balakshiy und Tochter Elina
Bildquelle: WDR / Lara BurghardtFriedensgebet am Mittag im Kölner Dom
Schon am Mittag hatte das Mittagsgebet im Kölner Dom ganz im Zeichen des ukrainischen Jahrestages gestanden. "Wir möchten alle, dass der Frieden kommt. Wir haben viele Verwandte und Bekannte in der Ukraine." Mit diesen Worten ging Olha Bezkorovaina in den Dom.
Die Verbundenheit der ukrainisch-griechisch-katholischen Gemeinde war Köln deutlich zu spüren. Nach dem Gottesdienst wollten viele Fotos mit dem Priester der ukrainischen Gemeinde, Hennadi Aronovych, machen. Sie sprachen auf ukrainisch mit dem Pfarrer. Die Betroffenheit der Anwesenden prägte die Stimmung im Kirchenraum.
"Ich möchte gerne schreien zu Gott und zum Himmel. Dass es endlich erhört wird. Präsidenten und Politiker hören das nicht." Mariya Kautz, Mitglied der ukrainisch-griechisch-katholischen Gemeinde im Erzbistum Köln
Das Friedensgebet ist durch den Ukraine-Krieg überhaupt erst entstanden. Seit Kriegsbeginn hat es über 1.000 Mal stattgefunden.
Unsere Quellen:
- Blau-Gelbes Kreuz e.V.
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, Köln: Menschenkette zum Unabhängigkeitstag der Ukraine , 24.08.2026, 13:36 Uhr