Kölner Kioske verkaufen Vapes an Minderjährige
WDR. Verfügbar bis 28.07.2028.
Kiosk-Testkäufe : So leicht kommen Kölner Jugendliche an Vapes
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Kölner Kioske entwickeln sich offenbar zum Umschlagplatz für verbotene Waren aller Art. Außerdem verstoßen Kioskbetreiber in Köln offenbar massiv gegen den Jugendschutz. Seit Karneval hat das Ordnungsamt mehr als 160 der kleinen Geschäfte überprüft. Bei mehr als zwei Drittel stellten Beamte Verstöße fest.
Das Ordnungsamt war am Dienstagnachmittag im Kölner Stadtteil Ehrenfeld unterwegs. Jugendliche Testkäufer waren im Einsatz. Sie gingen in Kioske und versuchten dort, E-Zigaretten zu kaufen. Am Vormittag waren sie bereits in sechs Geschäften.
In fünf Fällen haben ihnen die Beschäftigten dort Vapes verkauft, ohne zu prüfen, ob die Kunden schon 18 Jahre alt sind. Nur in einem Fall bekamen die Testkäufer keine E-Zigaretten. Auch am Nachmittag können die Jugendlichen gleich im ersten Kiosk E-Zigaretten kaufen.
Ordnungsamt leitet Verfahren gegen Händler ein
"Wir bringen die Zigaretten jetzt zurück in den Kiosk und lassen uns das Geld erstatten", sagte Franziska Hagemeister von der Gewerbeabteilung des Ordnungsamtes. In dem Geschäft konfrontierten Beamte den Verkäufer mit dem Vorwurf.
Der reagierte genervt und wollte nicht einsehen, dass er einen Fehler gemacht hat. Das Ordnungsamt notierte seine Personalien. Gegen ihn läuft nun ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten.
Verdacht auf Steuerhinterziehung und Produktpiraterie
Ordnungsamt stellt illegale E-Zigaretten sicher
Bei den Überprüfungen sahen sich Beamte des Ordnungsamtes auch in den Kiosken um. Und häufig entdeckten sie Dinge, die in Deutschland nicht verkauft werden dürfen. "Das sind illegale E-Zigaretten, unversteuerter Tabak - seien es unversteuerte Zigaretten oder Shisha-Tabak ohne Steuerbanderole", erklärte Franziska Hagemeister dem WDR.
Zudem würden regelmäßig Arzneimittel, Potenzmittel, gefälschte Designerkleidung und gefälschte Elektronikprodukte gefunden. Bei Steuerdelikten und Produktpiraterie verständigt das Ordnungsamt den dafür zuständigen Zoll.
Haschisch und Hehlerware unter der Ladentheke
Nach Informationen des WDR liegen unter den Ladentheken aber auch Hehlerware, gestohlene Gegenstände, die im Kiosk weiterverkauft werden und Drogen. In den vergangenen Monaten sind vermehrt Kioske aufgefallen, in denen Marihuana und Haschisch, aber auch Kokain und andere harte Drogen angeboten wurden.
Um solche Funde muss die Polizei sich kümmern. Das Ordnungsamt kann Betreibern von Kiosken, die gegen Gesetze verstoßen, untersagen, ein Gewerbe auszuüben. Das ist allerdings kein besonders scharfes Schwert.
Sanktionen werden umgangen
Nach Informationen des WDR ist es sehr einfach, die Gewerbeuntersagung zu umgehen. Sobald ein Betreiber mit einem Verbot belegt wird, melden sich oft Personen aus der Verwandschaft oder Bekanntschaft und melden ein Gewerbe an. So kann der Kiosk meist schon kurz nach der Gewerbeuntersagung weiterbetrieben werden.
Unsere Quellen:
- Ordnungsamt der Stadt Köln
- Recherchen des WDR
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Köln, 28.07.2026, 18.09 Uhr
