Kölner Kioskbesitzer protestieren gegen hohe Mieten
Bildquelle: WDR / Karsten SchöneWDR. 3 Min. 13 Sek.. Verfügbar bis 30.06.2028.
Sie sind die Treffpunkte im Viertel: Die Kioske im Veedel. Inan Akay steht hinter der Theke. Seit 2015 führt er den Kiosk. Seit Jahren verkauft er Zigaretten und Süßigkeiten. Verändert haben sich aber die Gespräche am Ladentisch.
Deutlich gestiegene Mieten
Kioskbesitzer Inan Akay fällt die Wohnungsnot in seinem Umkreis auf
Bildquelle: WDR"Es gibt Leute, die fragen nach Wohnungen. So fängt das an. Die Miete ist sehr teuer. Und es gibt Leute, die eine Belohnung geben wollen für eine Wohnung.", erzählt Inan Akay. Die Situation für die Mieter hat sich sehr verändert. Froh ist, wer einen alten Mietvertrag hat. Denn dann sind die Preise auch in dem begehrten Viertel in der Innenstadt für die meisten bezahlbar. Vor zehn Jahren wurden pro Quadratmeter höchstens elf Euro bezahlt. Jetzt sind es bis zu 24 Euro.
Auch Henrike Hochbaum, steht vor dem Kiosk. Ihre Kinder im Schlepptau. Sie ist Mieterin bei einer Genossenschaft. Nur so könne sie sich die Miete im Agnesviertel leisten. In ihrem Bekanntenkreis sind die Mietkosten für alle ein Thema. Niemand will aus dem Viertel wegziehen, aber eine größere Wohnung hier zu bezahlen, ist für die meisten kaum machbar.
Unterschriftenlisten im Viertel
Viele haben die Listen, die an vierzehn Orten im Viertel ausliegen, bereits unterschrieben. Solidarische Orte nennen die Initiatoren von der Partei "Die Linke" diese Sammelstellen. Im Agnesviertel kümmert sich Alexander Ein Waldt darum. "Die Leute sind interessiert und machen gerne mit, wenn man sie darauf anspricht und sie mit dem Thema konfrontiert", sagt er.
Alexander Ein Waldt sieht die Aktion als Erfolg
Bildquelle: WDRGesammelt wird in Kiosken, Geschäften oder auch Kneipen. So wie in der Agnesklause. Wirt Jörg Oschmann zapft gerade ein kühles Guiness. Beim Thema Mieten steigt bei ihm merklich die Körpertemperatur. "Da muss auf jeden Fall irgendetwas gemacht werden, dass dieser Wahnsinn ein bisschen gestoppt werden kann."
Übergabe der Unterschriften im September
Tausend Unterschriften wollen sie im Agnesviertel sammeln, zehntausend in der ganzen Stadt. Die sollen bei einer überparteilichen Demonstration im September an den Stadtrat übergeben werden. Dieser solle sich verstärkt mit den Mieten beschäftigen, auch über einen Mietdeckel soll diskutiert werden.
Im Stadtrat sind die hohen Mieten bereits immer wieder ein Thema. Vor allem, weil sie nach Auffassung vieler Politiker eine Folge von zu hohen Baukosten sind. Der Rat will Einfluss auf die Mieten nehmen.
In einer breit angelegten Diskussion mit der Wohnungswirtschaft, der Verwaltung und der Politik wurde gerade erst ein "Köln-Standard" entwickelt. Er soll helfen die Baukosten zu senken, zum Beispiel, indem die Anforderungen an die Wärmedämmung gesenkt werden. Damit mehr und günstiger gebaut werden kann.
Unsere Quellen:
- Gespräche mit Inan Akay, Henrike Hochbaum, Alexander Ein Waldt und Jörg Oschmann
- Beobachtungen des WDR-Reporters im Veedel
- Verwaltungsvorlage Stadt Köln
Sendung: WDR 5, Westblick, 29.06.2026, 17 Uhr
