Schüsse in Köln: Polizisten auf einer Kölner Straße

Die Ermittlungen zur Schießerei in Mülheim dauern an.

Bildquelle: WDR

Nach Schüssen in Köln Mitglieder der Großfamilien sind polizeibekannt

Stand:

Es fielen Schüsse, Messer wurden eingesetzt. Mehrere Menschen wurden schwer verletzt. Mitglieder einer der beteiligten Großfamilien sollen auf der sogenannten Coesfelder Abschiebeliste stehen. Das wissen wir über die Familien.

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Jochen Hilgers

Der WDR hat aus Ermittlerkreisen die genauen Nationalitäten der mutmaßlich an der Auseinandersetzung beteiligten Personen erfahren. Vier Angehörige einer Großfamilie gelten als Beschuldigte, die den Angriff auf eine andere Familie offenbar initiierten. Der mutmaßliche Kopf und Familienälteste hat die bosnische Staatsangehörigkeit und ist nach Angaben aus Ermittlerkreisen einschlägig vorbestraft.

Zwei mögliche männliche Mittäter sind anscheinend Montenegriner. Eine Frau, die zu der Familie gehört, hat die türkische Staatsangehörigkeit. Bei der Familie, die angegriffen worden sein soll, handelt es sich um deutsche Staatsangehörige.

Polizeipannen in der Diskussion

Die Ermittlungsarbeit der Kölner Polizei, insbesondere deren Spurensicherung, wirft indes Fragen auf. Ein WDR-Team hatte am darauffolgenden Mittag nach der Tatnacht noch vier Patronenhülsen gefunden und die Polizei darauf hingewiesen. Daraufhin kam die Spurensicherung erneut und fand sogar eine fünfte Hülse.

Polizeieinsatz in Köln-Mülheim

Ein Sprecher der Polizei wies Kritik daran empört zurück. Der Tatort sei extrem unübersichtlich gewesen. Außerdem habe Regen eingesetzt. Spürhunde hätten nichts mehr riechen können. Ermittler der Staatsanwaltschaft sagten dem WDR allerdings, ohne ihre Namen nennen zu wollen, die Ermittlungen seien kein Ruhmesblatt der Behörde gewesen. Einer sprach ironisch von: "deutsche Wertarbeit!"

Flüchtlingsrat nimmt Ausländerbehörde in Schutz

Auch die Kölner Ausländerbehörde ist in die Diskussion geraten, wird aber vom Flüchtlingsrat in Schutz genommen. Nach Medienberichten soll das Ausländeramt Hilfestellung bei der Abschiebung von 500 ausreisepflichtigen Ausländern abgelehnt haben. Die habe die Zentrale Ausländerbehörde in Coesfeld angeboten. Auf der Liste seien auch mutmaßliche Täter der Schießerei aufgeführt, hieß es demnach.

Claus-Ulrich Prölß vom Kölner Flüchtlingsrat sagt allerdings, diese Liste sei vom November 2024. Die Hälfte der aufgeführten Menschen sei im Bleiberechtsprogramm, könnten gar nicht abgeschoben werden. Die Stadt Köln hat darauf verwiesen, dass sich die Ausländerbehörde nach Ratsbeschluss von 2022 als ''Willkommensbehörde'' verstehen solle, also eher Bleibeperspektiven als Abschiebungen entwickeln solle.

Ermittlungen nach Schießerei in Köln-Mülheim

WDR 07.08.2026 00:48 Min. Verfügbar bis 06.08.2028

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Unsere Quellen:

  • Polizei Köln
  • Staatsanwaltschaft Köln

Sendung: WDR.de, Ermittlungen nach Schießerei in Köln-Mülheim, 07.08.2026, 13:26 Uhr

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