Genehmigung: Südbrücke darf doch spielen

WDR 22.07.2026 00:39 Min. Verfügbar bis 11.03.2037 WDR

Genehmigung erteilt Auf dem Festivalgelände "Südbrücke" dürfen wieder Events stattfinden

Stand:

Vor gut einer Woche hatte die Stadt dem privaten Festivalbetreiber noch die Genehmigung entzogen. Um den Veranstaltungsort gibt es seit Jahren Streit.

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Jens Gleisberg
und
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Lena Wensch

"Die Südbrücke spielt wieder!" – mit diesen Worten meldet sich der Betreiber auf Social Media zurück. In dem Beitrag bedankt er sich bei den zahlreichen Unterstützern aus der freien Club- und Festivalszene und bei der Bauaufsicht der Stadt Köln. "Das macht den Weg frei für eine hoffentlich reibungslose Restsaison", heißt es weiter.

Die "Südbrücke" ist das größte privat betriebene Festivalgelände in Köln. Ein idyllisches Gelände mit wildem Charme: Zwischen Büschen steht ein altes Boot, daneben aus rohen Brettern gezimmerte Theken und eine Bühne gebaut aus Frachtcontainern. Und davor - viel Platz.

Auf dem Gelände können nun doch wieder Konzerte, Märkte und andere Veranstaltungen stattfinden. Hier haben schon Peter Fox, Manu Chao und Kraftklub gespielt. Aber auch Kinderfestivals werden hier ausgetragen.

Diskussionen mit der Bauaufsicht

Seit Jahren schwelt der Streit um das Gelände neben der Südbrücke. Die Betreiber haben vor zwei Jahren eine Dauergenehmigung für Veranstaltungen beantragt. Doch immer wieder gibt es Diskussionen mit der Bauaufsicht der Stadt.

Zunächst ging es um die Frage, ob dort geschützte Zauneidechsen leben. Danach wurde darum gerungen, ob auf dem Gelände überhaupt Kulturveranstaltungen stattfinden können. Denn im Bebauungsplan gehört das Gelände zu einem Industriegebiet.

Immer wieder Probleme mit den Genehmigungen

Als diese Fragen geklärt waren, führte die Stadt Anwohnerbeschwerden ins Feld. Doch ob Anwohner sich tatsächlich beschwert haben, ist fraglich. Die Betreiber des Festival-Geländes sagen, dass bisher keine einzige Beschwerde vorgelegt wurde. Sie vermuten deshalb, dass es keine gibt. Zumal die nächsten Wohnhäuser hunderte Meter entfernt liegen und die Bühne in die entgegengesetzte Richtung zeigt.

NRW-Erlass machte Veranstaltungen möglich

Dennoch fanden im vergangenen Jahr 22 Veranstaltungen statt. Grundlage war ein Erlass der NRW-Landesregierung. Seit 2024 erlaubt dieser bis zu fünfundzwanzig Veranstaltungen im Jahr. Mit bis zu fünftausend Besuchern. Voraussetzung dafür ist, dass alle Gutachten vorliegen, die auch sonst bei einem Bauantrag für den Schall- oder Umweltschutz erstellt werden müssen.

Ein Mann mit roten Haaren schaut ernst in die Kamera. Im Hintergrund sind Container.

Boris Wittschke, Betreiber "Südbrücke"

Diesen Erlass hatte die Stadt vor gut einer Woche einkassiert. "Das kam von einem Tag auf den anderen. Das nimmt uns jede Planungssicherheit. Es liegt uns auch keine rechtliche Begründung vor, die wir nachvollziehen können", sagte Boris Wittschke von der "Südbrücke".

Erlass der NRW-Regierung einkassiert

Die Stadt Köln schrieb dem WDR daraufhin, dass der Ministererlass auf die Situation an der "Südbrücke" nicht anwendbar sei. Der Erlass sei nur für "Ausnahmefälle der vorübergehenden und einmaligen Nutzung" vorgesehen. Und das sei offensichtlich in diesem Fall nicht so. "Verschiedene Aufbauten (…) wurden bereits errichtet und nicht mehr beseitigt", argumentiert die Stadt.

Eine Frau mit braunen schulterlangen Haaren und einer Brille schaut ernst in die Kamera. Im Hintergrund ist eine Häuserfassade.

Brigitta von Bülow, Bündnis 90/Die Grünen

Der Betreiber widersprach dieser Einschätzung. Sämtliche Bauten seien temporär und könnten jederzeit entfernt werden. Warum sich die rechtliche Bewertung geändert wurde, konnte auch die Kölner Kulturpolitiker nicht nachvollziehen. "Die Veranstaltungserlaubnis zu entziehen, finde ich eine Katastrophe. Damit wird es Köln vorenthalten, große Festivals zu machen", sagte Brigitta von Bülow, langjährige kulturpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen. Sie kritisierte zudem, dass die Verfügung der Stadt so kurzfristig kam.

Dauergenehmigung steht weiterhin aus

Eine Dauergenehmigung steht laut Betreiber allerdins immer noch aus. Würde Boris Wittschke den Stempel für die Dauergenehmigung erhalten, dann könnte zumindest bis zum Jahr 2034 die "Südbrücke" wieder durchgehend zum Festivalgelände werden.

Unterstützung hierfür kommt auch vom Verband Klubkomm, der Vertretung der Bars und Clubs der Stadt. Die Klubkomm wirft der Stadt eine "sprunghafte Auslegung der Bauvorschriften vor".

Stadt verbietet Events auf Festival-Gelände

WDR 12.07.2026 00:37 Min. Verfügbar bis 12.07.2028

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Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Boris Wittschke, Betreiber Südbrücke UG & Co. KG 
  • WDR-Gespräch mit Brigitta von Bülow, Bündnis '90/Die Grünen
  • Stadt Köln
  • Klubkomm e.V.
  • Fraktionen des Stadtrates

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Köln, 22.07.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR.de, Stadt verbietet Events auf Festival-Gelände 12.07.2026, 13:22 Uhr

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