Niedrigwasser im Rhein bei Köln.
Bildquelle: IMAGO/Rene TrautNiedrigwasser am Rhein : Rheinpegel in Köln auf historischem Tiefstand
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Der Rhein ist in Köln so niedrig wie noch nie: In der Nacht zu Sonntag fiel der Pegel auf nur 45 Zentimeter und damit deutlich unter den bisherigen Tiefststand. Für die Schifffahrt wird das zunehmend zum Problem. Und das Bemerkenswerte: Die eigentliche Niedrigwasserzeit am Rhein steht normalerweise erst noch bevor.
Der Rhein hat in Köln einen historischen Tiefstand erreicht. In der Nacht zu Sonntag fiel der Pegel auf 45 Zentimeter. Damit wurde der bisherige Rekord von 69 Zentimetern aus dem Jahr 2018 deutlich unterschritten. Am Sonntagmorgen lag der Wasserstand wieder etwas höher, bei 47 cm.
Am Rheinufer ist das extreme Niedrigwasser inzwischen deutlich zu sehen: Kies- und Sandflächen werden sichtbar, Buhnen ragen weit aus dem Wasser. Auch für die Schifffahrt wird der niedrige Wasserstand zunehmend zum Problem. Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein fahren auf dem Kölner Rhein inzwischen kaum noch Schiffe. Die wenigen verbleibenden Frachter sind teilweise nahezu leer unterwegs.
Was bedeuten 45 Zentimeter eigentlich?
Die Zahl klingt zunächst dramatisch: Ist der Rhein in Köln also nur noch 45 Zentimeter tief? Nein. Der Pegelstand ist nicht mit der tatsächlichen Wassertiefe gleichzusetzen. Er beschreibt die Höhe der Wasseroberfläche an einem festgelegten Messpunkt. Die Fahrrinne des Rheins liegt deutlich tiefer als der Pegelnullpunkt.
Bei einem Pegelstand von 47 Zentimetern beträgt die Fahrrinnentiefe in Köln nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes rund 1,58 Meter. Für viele Frachtschiffe reicht das trotzdem kaum noch aus. Sie müssen ihre Ladung stark reduzieren, damit der Tiefgang des Schiffes zur vorhandenen Wassertiefe passt.
Warum ist der Rhein schon jetzt so niedrig?
Niedrigwasser am Rhein ist vor allem im Spätsommer und Herbst keine ungewöhnliche Erscheinung. Ungewöhnlich ist in diesem Jahr vor allem das Ausmaß. Bereits Mitte August wurde in Köln ein historischer Tiefstand erreicht. Der Rhein bekommt sein Wasser aus einem riesigen Einzugsgebiet. Im Sommer spielt dabei auch das Schmelzwasser aus den Alpen eine wichtige Rolle.
In diesem Jahr kommt jedoch einiges zusammen: eine lange Trockenperiode, geringe Niederschläge und ein schneearmer Winter in den Alpen. Dadurch fehlt ein Teil des Wassers, das den Rhein normalerweise über die Sommermonate speist. Gleichzeitig geht bei hohen Temperaturen viel Wasser durch Verdunstung verloren.
Pegel soll ab Montag leicht steigen
Kurzfristig zeichnet sich zumindest eine kleine Entspannung ab. Die aktuelle amtliche Prognose geht davon aus, dass der Kölner Pegel ab Montag wieder leicht steigt.
Das bedeutet allerdings noch keine Entwarnung. Selbst wenn der Wasserstand um einige Zentimeter steigt, bleibt der Rhein zunächst auf einem extrem niedrigen Niveau.
Der neue Rekord bleibt damit bestehen: 45 Zentimeter - so niedrig war der Rheinpegel in Köln noch nie.
Quellen:
- Wasserschutzpolizei Köln
- Stadtentwässerungsbetriebe Köln
Sendung: WDR.de, Rheinpegel in Köln auf historischem Tiefstand, 16.08.2026, 17 Uhr
