Sieben Männern wird vorgeworfen, für eine Geiselnahme in Köln-Rodenkirchen im Juli 2024 verantwortlich zu sein. Sie hatten laut Anklage ein Paar aus Bochum entführt und in einem Transporter nach Rodenkirchen gebracht. In dem Keller einer angemieteten Villa sollen sie den Mann und die Frau gefoltert haben. Einige der Taten sind auch auf einem Video dokumentiert.
26 Männer insgesamt in U-Haft
Die Angeklagten im ersten Prozess im Kölner Drogenkonflikt
Das Ziel der Geiselnahme soll aus Sicht der Angeklagten gewesen sein, wieder in den Besitz von 350 Kilo gestohlenem Marihuana zu kommen. Entweder sollten die Drogen wieder zurückgegeben werden oder ersatzweise 1,5 Millionen Euro gezahlt werden. So sollen es die Angeschuldigten gefordert haben, sagt die Kölner Staatsanwaltschaft.
Zuvor waren aus einer Lagerhalle in Hürth unter Waffengewalt 350 Kilo Marihuana geraubt worden. Die Bestohlenen vermuteten die Täter im Bereich einer Gruppe aus dem Ruhrgebiet.
Doch offenbar hatten sich die Männer geirrt. Ein Spezialeinsatzkommando beendete die Geiselnahme am 5. Juli 2024, kurz vor Anpfiff des EM-Spiels Deutschland gegen Spanien.
Weitere Anklagen in Vorbereitung
Die Staatsanwaltschaft habe bereits weitere Anklagen fertig beziehungsweise in Bearbeitung, heißt es. Dabei geht es um mehr als zehn mutmaßliche Täter, die in U-Haft sitzen. Auch sie sollen noch in diesem Jahr ihren Prozess vor dem Kölner Landgericht bekommen.
Unsere Quellen:
- Sprecher des Landgerichts Köln
- Polizei Köln