Stress wegen Trockenheit: Gemüsebauern im Münsterland warten auf Regen.
WDR. 01:43 Min.. Verfügbar bis 09.07.2028.
Ein morgendlicher Besuch auf den Feldern von Jörg Schulze Buschhoff in Münster-Handorf zeigt: Der Boden auf dem Acker sehnt sich nach Wasser. Bei jedem Schritt hier steigen kleine Staubwolken auf.
Seine Radieschen sind wegen der Trockenheit nicht so groß, wie sie sein könnten. Das hänge mit den eher kurzen Wurzeln zusammen. "Jede Woche müssen wir 20 bis 30 Millimeter Wasser draufgeben, nur um der Pflanze ein bisschen Wasser zu geben und um die Verdunstung auszugleichen", erklärt der Biogemüsebauer.
Gemüsebauer Schulze Buschhoff hat wegen der Trockenheit mehr zu tun
Bei sieben Hektar Ackerfläche kommt dann einiges zusammen. Dazu darf er in begrenzter Menge Wasser aus der benachbarten Werse nutzen. Nicht alle Landwirte haben diese Möglichkeit, denn es gibt bei mehreren Flüssen inzwischen Entnahmeverbote.
"Es ist immer Stress, wenn das Wasser fehlt. Wir können auch noch bewässern, das ist das Gute. Aber es ist ein zusätzlicher Arbeitsaufwand." Jörg Schulze Buschhoff, Biogemüsebauer
WLV bestätigt schwierige Situation
Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) bestätigt, dass die Gemüsehöfe in der Region zunehmend Probleme durch den ausbleibenden Regen bekommen. Eine Maßnahme gegen die Trockenheit: Tröpfchenbewässerung. Immer mehr Landwirte stellen darauf um.
Und wer, so wie Schulze Buschhoff, noch Wasser aus Bächen und Flüssen entnehmen darf, hat neben weiterem Arbeitsaufwand mit Mehrkosten zu kämpfen. "Man sagt so ungefähr um die 300 bis 400 Euro pro Hektar zusätzlich für jeden Beregnungsgang", sagt er.
Der Biolandwirt hat Sorge, dass es bei anhaltender Trockenheit zu Mindererträgen und Ernteausfällen kommen kann. Wenn es also mal mehrere Tage am Stück regnen würde, wären er und seine Kolleginnen und Kollegen mehr als glücklich.
Unsere Quellen:
- Interview mit Biolandwirt Jörg Schulze Buschhoff
- Telefonat mit dem WLV
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 9.7.2026, 19:30 Uhr

