Der Wasserpegel der Bocholter Aa ist aktuell niedrig.
Wasserentnahme verboten : Hitze belastet Bäche und Flüsse im Münsterland
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Ab sofort dürfen Menschen im Kreis Borken kein Wasser mehr aus Seen, Bächen und Flüssen wie der Bocholter Aa entnehmen. Ähnliches plant der Kreis Steinfurt. Für die Ems hat die Bezirksregierung Münster ein Wasserentnahme-Verbot ab Samstag verhängt.
Die Wasserpegel sind in den Kreisen Borken und Steinfurt extrem niedrig, weil durch die große Hitze zu viel Wasser verdampft ist und auch nichts nachkommt. Dadurch sind Tiere und Pflanzen in den Gewässern in Gefahr.
Kein Wasser mehr aus der Ems
Diese Gefahr sieht die Bezirksregierung Münster jetzt auch für die Lebewesen in der Ems. Sie hat deshalb die Wasserentnahme in den Kreisen Steinfurt und Warendorf sowie auf dem Gebiet der Stadt Münster ab Samstag (04.07.2026) untersagt. Für Fische, Kleinstlebewesen und Pflanzen sei die lebensnotwendige Wassermenge und Wassertiefe beeinträchtigt.
Wenn Landwirte oder Anlieger jetzt auch nur kleinere Mengen Wasser entnehmen, um den Garten zu gießen oder Felder zu bewässern, könnten Fische verenden. Eine Ausnahme: Tiertränken für Kühe, Schafe und Schweine dürfen noch befüllt werden.
Gewässer im Hitzestress: Schon 2022 fehlte der Ems Wasser
Bußgelder von bis zu 50.000 Euro
Das Wasserentnahmeverbot gilt im Kreis Borken erstmal bis Ende Oktober. Im Kreis Steinfurt tritt es am 13. Juli in Kraft und bleibt ebenfalls bis Ende Oktober bestehen. Die Bezirksregierung nannte für die Ems bisher keine Frist.
Flüsse, Seen und Bäche, die von der Hitzewelle und der damit verbundenen Trockenheit "gestresst" sind, sollen durch die Maßnahme geschützt werden. Wer sich nicht an das Verbot hält und dabei erwischt wird, wie er etwa aus einem Bach Wasser zum Gießen rausholt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.
Wasserbehörden in Alarmbereitschaft
In Münster ist ein Wasserentnahmeverbot bislang nicht geplant. Doch auch hier bittet die Untere Wasserbehörde der Stadt die Bevölkerung, freiwillig auf die Wasserentnahme aus Bächen und Flüssen zu verzichten.
"Auch die in den kommenden Tagen erwarteten Regenfälle sind zu gering, um die Lage der Gewässer nachhaltig zu verbessern", heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Münster. Das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit beobachtet die Situation der Gewässer sehr genau. Bei Bedarf könne kurzfristig und situationsbezogen reagiert werden, hieß es.
Bis auf die Ems sind im Kreis Warendorf die Pegelstände in den Gewässern aktuell noch im grünen Bereich, bestätigt die Verwaltung auf WDR-Nachfrage. Ebenso im Kreis Coesfeld. Aber: Man beobachte die Lage stetig und stimme sich regelmäßig dazu mit den anderen Kreisen sowie der Bezirksregierung ab.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilungen der Kreise Borken und Steinfurt sowie der Stadt Münster
- Auskünfte der Kreise Warendorf und Coesfeld
- Bezirksregierung Münster
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 30.06.2026, 10:31 Uhr