Wie "Wasserkühe" der Feuerwehr helfen
Bildquelle: Paula Goebel/WDRWDR. 01:39 Min.. Verfügbar bis 11.08.2028.
Am Dienstagvormittag war der Notruf bei der Feuerwehr in Ostbevern eingegangen, nachdem Nachbarn auf den Brand aufmerksam geworden waren. Als die Feuerwehr auf dem Hof eintraf, stand der Dachstuhl des Wohnhauses bereits vollständig in Flammen. Verletzt wurde niemand. Am Mittwoch teilte die Polizei mit, dass es derzeit keine Hinweise auf Brandstiftung gebe. Aus diesem Grund werde es erst in einigen Tagen eine Brandbegehung geben.
Der Einsatz hatte die Feuerwehr vor besondere Herausforderungen gestellt, da es sich um einen abgelegenen Hof gehandelt hatte. In der Stadt hätte die Feuerwehr den nächsten Hydranten angepumpt, um an Löschwasser zu kommen. Doch wenn die Brände eher außerorts liegen, wird das Löschwasser schnell knapp.
Alte Milchfahrzeuge zu neuem Leben erweckt
In diesem Fall hilft die sogenannte Löschwasserförderkomponente der Gemeinden Telgte, Ostbevern und Everswinkel. Hinter dem technischen Begriff verbirgt sich eine denkbar einfache Idee: Die Kommunen sorgen gemeinsam dafür, dass bei großen Bränden auf dem Land schnell Löschwasser dorthin gebracht werden kann, wo man es braucht.
Dafür wurden alte Milchfahrzeuge zu neuem Leben erweckt und für Brandeinsätze umgerüstet. Im Feuerwehralltag nennt man diese umgebauten Milchlaster liebevoll "Wasserkühe".
Tankwagen holen Wasser aus unterirdischen Wasserbehältern
Der Vorteil: während die Löschfahrzeuge den Brand löschen, können die "Wasserkühe" neues Löschwasser beschaffen. Die Tankwagen holen das Wasser aus unterirdischen Wasserbehältern aus der Nachbarschaft oder anderen nahliegenden Orten. Das Wasser aus den Tankwagen wird dann in Becken, ähnlich wie Aufstellpools, gefüllt.
Der alte Milchtanker (links) befüllt das Becken mit Wasser, das sich das Löschfahrzeug (rechts) zum Löschen rauspumpen kann.
Bildquelle: Paula Goebel/WDRWährend das Löschfahrzeug das Wasser aus den Pools zum Löschen benutzt, kann das Tankfahrzeug gleichzeitig wieder Nachschub holen. Die "Wasserkühe" ersparen den Einsatzkräften also lange Strecken und können so im Idealfall größere Brandschäden verhindern.
"Hätte man so schnell nicht so viel Wasser parat, dann sähe das ganz anders hier aus." Nico Holtkemper, Leiter der Feuerwehr Ostbevern
Löscharbeiten dauerten bis zum Abend an
Für den Einsatz bei dem Dachstuhlbrand wurden zwei Tankfahrzeuge mit jeweils 12.000 Liter Wasser beladen. Die Löscharbeiten dauerten bis zum Abend an.
Bewohnbar ist das Haus nicht mehr, aber durch die "Wasserkühe" konnte verhindert werden, dass die Flammen auf andere Gebäude übergreifen. Warum der Dachstuhl Feuer gefangen hat, ist noch unklar. Die Polizei ermittelt jetzt die Ursache.
Unsere Quellen:
- Feuerwehr Ostbevern
- Eindrücke und Gespräche der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 11.08.2026, 19:30 Uhr