Der Anschlag auf den Christopher Street Day, kurz CSD, in Berlin hat viele schockiert - rund eine Woche später wird auch in Ahaus für queere Rechte auf die Straße gegangen. Organisiert hat diesen Protest eine Gruppe aus rund 13 jungen Erwachsenen.
Letzte Vorbereitungen laufen
Noch kurz einmal zurechtziehen - dann hängt das Banner für den zweiten CSD in Ahaus. Am Abend vorher sind eine handvoll Aktivistinnen und Aktivisten vom Verein "Queer in Ahaus" zusammen gekommen, um die letzten Vorbereitungen zu treffen: Neben dem Banner müssen auch noch Ballons aufgepustet und Geschenke für die Gäste eingepackt werden. Die Stimmung scheint fröhlich, ausgelassen. Denn nach dem Anschlag in Berlin will man sich hier erst recht zum Protest auf die Straße begeben.
"Wenn man sich verstecken würde, dann ist das erreicht, was die Menschen wollen. Wir wollen laut sein, wir wollen zeigen, dass wir hier sind, wir wollen einstehen für unsere Rechte." Hannah Herten, Gründungsmitglied von Queer in Ahaus e.V.
Dabei haben sie gerade vor ihrem ersten CSD im vergangenen Jahr Erfahrungen mit Anfeindungen gemacht, vor allem über Social Media.
Davon lässt man sich bei "Queer in Ahaus" nicht unterkriegen. Denn auch die Sichtbarkeit von queeren Menschen auf dem Land liegt den Aktivistinnen und Aktivisten am Herzen.
350 Demonstranten angemeldet
Wie viele Menschen genau kommen, dass können auch die Organisatoren nicht genau einschätzen. Bei ihrem ersten Protest hat die Gruppe mit rund 50 Menschen gerechnet - am Ende kamen 350. Deshalb haben sie auch jetzt wieder 350 Menschen angemeldet. Nach dem Anschlag in Berlin könnten dieses Mal allerdings noch mehr Menschen kommen, um ihre Solidarität mit der queeren Community auszudrücken.
Polizei ist auf CSD vorbereitet
Die Polizei in Ahaus schaut genau auf den CSD - und gibt sich zuversichtlich.
"Es gibt nach derzeitiger Einschätzung keine Veranlassung, den Menschen die Freude an einer friedlichen und vielfältigen Versammlung zu nehmen." Thorsten Ohm, Polizei Kreis Borken
In Zusammenarbeit mit dem Veranstalter hat die Polizei Sicherheitskonzept aufgestellt. Im Zweifel wird es an veränderte Situationen angepasst.
"Wir wollen uns nicht verstecken"
WDR. 31.07.2026. 00:28 Min.. Verfügbar bis 30.07.2028.
Unsere Quellen:
- Queer in Ahaus
- Gespräch mit Hannah Herten
- Polizei Kreis Borken
- Beobachtungen der Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, "Wir wollen uns nicht verstecken", 31.07.2026, 21.17 Uhr