Vor drei Jahren soll alles begonnen haben - mit Cannabisplantagen in Ahaus. Die vier Angeklagten sollen seitdem mit dem Marihuana und anderen Drogen gedealt haben. Jetzt müssen sie sich vor Gericht verantworten.
Im Februar 2026 hatte die Polizei die vier Männer aus dem Kreis Borken festgenommen. Seit Mittwoch, 19. August, stehen sie in Münster vor dem Landgericht. Zwei Männer aus Ahaus und zwei Männer aus Gronau. Die Angeklagten sind zwischen 28 und 43 Jahre alt.
Drogen wie Marihuana, Kokain und Ecstasy
Der Kopf der Bande war wohl ein 39-Jähriger aus Ahaus. Er soll die Geschäfte organisiert haben. Auf seinem Handy konnte die Polizei offenbar Listen finden, die den Drogenhandel belegen.
In einer der Cannabis-Plantagen gab es eine Bewässerungsanlage, sieben Ventilatoren und 327 abgeerntete Pflanzen.
Bildquelle: Presseportal Polizei NRWDie Gruppe nutzte offenbar zwei Drogendepots in Ahaus. Eins davon war offenbar als Räumlichkeit einer MPU-Beratung getarnt. Dort lagerten die Angeklagten wohl kiloweise Marihuana, Kokain und Ecstasy.
327 Cannabis-Pflanzen auf einer Plantage
Auf einer Plantage fand die Polizei sieben Ventilatoren, eine Bewässerungsanlage und 327 abgeerntete Pflanzen, so das Landgericht Münster. Diese Drogen sollen sie dann anschließend verkauft haben. Mindestens 900.000 Euro sollen sie mit dem Drogenhandel verdient haben. Das Geld soll jetzt eingezogen werden, fordert die Staatsanwaltschaft.
Teilweise sollen die Angeklagten die Drogen aber auch selbst konsumiert haben. Beispielsweise wurde ein Angeklagter von der Polizei mit Kokain am Steuer erwischt.
Bis zu 15 Jahre Haft für Drogenhandel
Die Anklage wirft den Männern 21 Straftaten vor. Nicht alle sollen gleichermaßen in den Drogenhandel involviert gewesen sein. Den Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. Ein Urteil soll im Oktober fallen.
Die Angeklagten aus Ahaus und Gronau haben schon angekündigt, gestehen zu wollen.
Bildquelle: WDR/ Gianna RobertMänner aus Ahaus und Gronau kündigen Geständnisse an
Am ersten Verhandlungstag gaben drei der Angeklagten bereits bekannt, dass sie sich im Laufe des Prozesses persönlich äußern und zumindest einen Teil der Taten gestehen möchten. Ein Geständnis könnte die Strafe am Ende mildern.
Unsere Quelle:
- Landgericht Münster
- Staatsanwaltschaft Münster
- Kreispolizei Borken
- Eindrücke der WDR-Reporterin beim Prozessauftakt
Sendung: WDR.de, Drogenhändler vor Gericht, 19.08.2026, 5:12 Uhr
