Die Trockenheit macht Landwirten zu schaffen
Bildquelle: WDR / Markus WollnikWDR. 03:15 Min.. Verfügbar bis 17.08.2028.
Kein Regen, aber riesen Wasserrechnung : Wird unser Gemüse jetzt teurer?
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94 Prozent der Landesfläche in NRW sind laut Umweltministerium von ungewöhnlicher Trockenheit oder Dürre betroffen. Überall versuchen Landwirte mit großem Aufwand, Kartoffeln, Salat und Möhren vor dem Vertrocknen zu bewahren.
Zunächst ist nur eine große Staubwolke zu sehen. Dann der Traktor und Kartoffelroder von Landwirt Thomas Tembrink aus Heiden. Wenn der 35-Jährige in diesen Tagen Kartoffeln erntet, wirkt alles um ihn herum wie eine Wüste. Dabei bewässert er seine Felder seit Anfang Juni Tag und Nacht.
Landwirt Thomas Tembrink aus Heiden bewässert seine Felder seit Monaten regelmäßig.
Bildquelle: WDR / Markus Wollnik4.500 Euro pro Woche - allein für Pumpen
Und genau das bereitet ihm Kopfschmerzen. Thomas Tembrink berichtet von Energiekosten von 4.500 Euro pro Woche - allein für die Pumpen. Hinzu kommen Arbeitsstunden für die Bewässerung.
Täglich zieht der Landwirt hunderte Meter Schläuche und versorgt seine Kartoffelfelder von drei Brunnen aus mit Wasser.
Bewässerung soll Ernte sichern
Tembrink hofft, die zusätzlichen Kosten über höhere Preise ausgleichen zu können. Er schätzt die Lage so ein, dass es derzeit in vielen Teilen Europas trocken ist und deshalb auch weniger Ware verfügbar ist. "Da gehen wir jetzt davon aus, dass wir bessere Erlöse erzielen können und dadurch auch unsere laufenden Kosten wieder reinholen."
Biobauer Patrick Schwienheer setzt auf zwei Wasserspeicher, die seine Pflanzen mit Wasser versorgen.
Bildquelle: WDR / Markus WollnikAuch auf den Feldern von Biobauer Patrick Schwienhorst in Sassenberg ist die Trockenheit deutlich spürbar. Seine Zucchini-Pflanzen würden ohne künstliche Bewässerung nach eigenen Angaben nicht überleben. Das Wasser stammt aus zwei Zisternen mit einer Reserve von 7.000 Kubikmetern.
"Da sind wir froh drum! Durch die Wasserspeicher kann ich endlich wieder ruhig schlafen!" Biobauer Patrick Schwienheer aus Sassenberg
Regenwasserreserven gehen zur Neige
Das ganze Jahr über sammelt der Betrieb Regenwasser von den Dächern der Gewächshäuser und speichert es in den beiden Becken. Durch die anhaltende Trockenheit ist der Füllstand inzwischen auf unter einen Meter gesunken. Die verbleibende Wassermenge könnte laut Schwienheer nur noch etwa zwei Wochen reichen.
Sollten die Reserven aufgebraucht sein, müsste der Landwirt auf Brunnenwasser umsteigen. Nach seinen Angaben ist Regenwasser für die Pflanzen besser geeignet, da es weniger Salze enthält. Die beiden Zisternen kosteten nach seinen Angaben rund 80.000 Euro. Aber es gibt noch zahlreiche andere Ansätze, wie Landwirte in NRW der Trockenheit begegnen:
Klimawandel als Herausforderung für die Landwirtschaft
In ganz NRW macht die Dürre den Landwirten zu schaffen. Nach Angaben des NRW-Umweltministeriums sind aktuell 94 Prozent der Landesfläche von ungewöhnlicher Trockenheit und Dürre betroffen, in Teilen herrscht sogar extreme Dürre.
Landwirt Thomas Tembrink aus Heiden im Kreis Borken kann das an einem nicht bewässerten Teil seines Kartoffelackers sehen. Hier sind die Pflanzen bereits abgestorben. Für Tembrink ist das ein Hinweis auf die Folgen des Klimawandels.
"Der Klimawandel ist da, da hilft kein Leugnen." Thomas Tembrink, Landwirt aus Heiden
Heiße und trockene Phasen würden länger, zugleich gebe es auch Jahre wie 2024 mit sehr viel Niederschlag. Für ihn und seine Kollegen sei der Umgang mit diesen Wetterextremen auf jeden Fall eines: "herausfordernd".
Unsere Quellen:
- Umweltministerium NRW: Angaben zur Trockenheit und Dürre in Nordrhein-Westfalen
- WDR-Gespräch mit Kartoffelbauer Thomas Tembrink aus Heiden
- WDR-Gespräch mit Biolandwirt Patrick Schwienheer aus Sassenberg
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 17.08.2026, 19:30 Uhr
