Noch sieht es ein bisschen aus wie eine Mondlandschaft, aber hier soll Großes entstehen. Auf dem Zechengelände in Ibbenbüren rollen seit Wochen die Bagger und bereiten Bauarbeiten vor - für die Ansiedlung von neuen Firmen.
Der Sanitärhersteller Geberit hat am Donnerstag (06.08.2026) den Spatenstich für ein neues Logistikzentrum gesetzt. Das Schweizer Unternehmen produziert alles rund ums Bad, von Spülkästen bis zur Toilettenschüssel.
200 neue Arbeitsplätze
Nach Angaben von Geberit investiert das Unternehmen rund 200 Millionen Euro in den vollautomatisierten Neubau in Ibbenbüren. Mehr als 200 Arbeitsplätze sollen entstehen. Die Firma hat bereits ein solches Logistikzentrum in Baden-Württemberg.
"Wir bauen hier, um näher an Kundinnen und Kunden im Norden Deutschlands und in Nordeuropa zu sein." Christian Buhl, Geschäftsführer Geberit
Altes Zechengelände beliebter Standort
Nach Angaben der Stadt sind bereits rund 80 Prozent der Flächen auf dem ehemaligen Zechengelände vergeben. Neben großen Unternehmen siedeln sich dort auch kleinere Betriebe aus der Region an.
Dazu gehört die Kfz-Werkstatt von Niklas Radetz. In seiner Werkstatt arbeiten er und seine Mitarbeiter auf engem Raum, nur wenige hundert Meter entfernt. Auf dem ehemaligen Zechengelände hat Niklas Radetz sich ein Grundstück gesichert und plant dort eine neue Werkstatt.
"Ich brauche den Kunden dann nur zu sagen, da wo der alte Wasserturm steht, da sind wir." Niklas Radetz, Kfz-Meister
NRWs größter Batteriespeicher soll kommen
Ab nächstem Jahr soll dort außerdem ein großer Batteriespeicher für Windstrom entstehen. Der soll Strom von den Nordsee-Windparks speichern und dann in Westfalen und im Ruhrgebiet verteilen.
Das Projekt kostet rund 300 Millionen Euro. Zwar entstehen keine neuen Arbeitsplätze, die Stadt rechnet aber mit zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen.
Bürgermeister sieht positives Signal für Ibbenbüren
Für Bürgermeister Marc Schrameyer ist die Ansiedlung von Geberit ein wichtiges Signal für den Wirtschaftsstandort Ibbenbüren.
"Es gab in Ibbenbüren große Befürchtungen, was wohl nach dem Ende des Bergbaus mit dem Zechengelände passieren würde, bis hin zu einer dauerhaften Industrieruine. Jetzt haben wir den ersten Schritt gemacht in eine gute Zukunft." Marc Schrameyer, Bürgermeister Ibbenbüren
Das Beispiel des neuen Logistikzentrums zeige nun, dass das frühere Zechengelände wieder zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort werde, erklärte Schrameyer.
Bald 200 neue Arbeitsplätze auf der Zeche Ibbenbüren
Bildquelle: WDR / Markus WollnikWDR. 06.08.2026. 00:47 Min.. Verfügbar bis 05.08.2028.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter im Gespräch mit Geberit-Geschäftsführer Christian Buhl
- WDR-Reporter im Gespräch mit Bürgermeister Marc Schrameyer, Stadt Ibbenbüren
- WDR-Reporter im Gespräch mit Kfz-Unternehmer Niklas Radetz
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Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 06.08.2026, 19:30 Uhr