Schwimmlehrerin aus Ahlen soll weiter unterrichten
Bildquelle: WDR02:26 Min.. Verfügbar bis 04.08.2028.
Christina Wöhle versteht die Welt nicht mehr. Da hat sie jahrelang an acht Grundschulen in Ahlen den Kindern das Schwimmen beigebracht. Und nun wird ihr Vertrag nicht verlängert. Ende August ist Schluss, so hat es die Bezirksregierung Münster entschieden.
Die Begründung: Eine Festanstellung gehe nicht, weil Wöhle keinen Hochschulabschluss habe. Für die 38-Jährige ein Schock - der Schulunterricht ist für sie die Haupteinnahmequelle.
Das Problem mit befristeten Verträgen
Vier Jahre und acht befristete Verträge lang war Christina Wöhle als Schwimmlehrerin in den Grundschulen tätig. Rund 1.000 Kindern hat sie das Schwimmen beigebracht. Sie ist von Beruf Fachangestellte für Bäderbetriebe und hat damit die Berechtigung, Schwimmunterricht zu geben.
Tanja Vrenken und ihre Kinder verstehen die Entscheidung der Bezirksregierung nicht.
Bildquelle: WDRIhre Qualifikation zweifelt auch niemand an, auch die Bezirksregierung nicht. Die Krux liegt vielmehr woanders: Nach einer bestimmten Anzahl von Zeitverträgen muss eine Festanstellung in Erwägung gezogen werden. Und dafür reiche Christina Wöhles Qualifikation nicht aus.
"Wenn zum Ende des befristeten Verhältnisses keine lehramtsbezogene Qualifikation vorliegt, ist eine dauerhafte Übernahme in den Schuldienst nicht möglich." Bezirksregierung Münster
Eltern starten Petition gegen die Entscheidung der Bezirksregierung
Für die Eltern ein Unding. "Behördenwahnsinn", so nennt es eine Mutter. Sie kann nicht verstehen, warum die Schwimmlehrerin für befristete Verträge gut genug ist, für eine Festanstellung aber nicht.
Tanja Vrenken sieht das genauso und hat deshalb eine Petition gestartet.
"Uns war noch mal wichtig, als Eltern aktiv zu werden und das nicht einfach hinzunehmen, dass die Stelle gestrichen werden soll." Tanja Vrenken, Mutter in Ahlen
Tanja Vrenken und andere Eltern haben eine Petition gestartet.
Bildquelle: WDRDie Zukunft des Schwimmunterrichts in Ahlen sei aber gesichert, sagt die Bezirksregierung Münster. Eine Referendarin, die auch ausgebildete Rettungsschwimmerin ist, soll den Unterricht übernehmen.
Schwimmunterricht wird in Zukunft von einer Referendarin gegeben
Die Eltern sind skeptisch. Denn Lehramtsanwärterinnen müssten noch andere Fächer unterrichten. Christina Wöhle sei ausschließlich Schwimmlehrerin und könne deshalb alle acht Grundschulen abdecken, argumentieren die Eltern. Deshalb kämpfen sie weiter dafür, dass sie wieder eingesetzt wird.
Unsere Quellen:
- Bezirksregierung Münster
- Interview mit Schwimmlehrerin Christina Wöhle
- Interview mit Eltern aus Ahlen
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 03.08.2026, 19:30 Uhr
