Die Affäre um das Thema Leihmutterschaft und Jens Spahn bewegt die CDU-Basis im Münsterland. Der Gemeindeverband in Wadersloh fordert nun mit Nachdruck: Jens Spahn soll sein Bundestagsmandat niederlegen.
"Die anmaßende Doppelmoral von Jens Spahn ist nicht mehr tragbar." Thomas Lorig, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Wadersloh
Thomas Lorig vom CDU-Gemeindeverband in Wadersloh sagte dem WDR, man wolle mit den eigenen Aussagen ein klares Zeichen setzen. Denn schon im Wahlkampf sei man an der Basis nur mit bundespolitischen Themen konfrontiert worden. Er sehe die Gefahr, dass das nicht aufhöre.
Spahn will an Bundestagsmandat festhalten
Jens Spahn hatte allerdings bereits vor wenigen Tagen erklärt, dass er sich nicht vorzeitig zurückziehen werde. Er nehme sein Mandat sehr ernst. Neben Kritik erhalte er aber auch Zuspruch, seine Arbeit im Bundestag fortzuführen.
"Dem Statement von Jens Spahn habe ich nichts hinzuzufügen. Aus meiner Sicht ist alles gesagt." Heike Wermer, Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Borken
Jens Spahn stammt aus Ahaus im Kreis Borken. Sein heimatlicher Kreisverband äußert sich nur kurz und knapp, folgt der Linie Spahns. Und Mathias Kersting, Vorsitzender der CDU in Münster, sagt: Er sehe außerhalb des Wahlkreises keinen Anlass etwa zu fordern, dass Jens Spahn sein Mandat niederlegen soll.
Kritik hinter vorgehaltener Hand
Ein anderer CDU-Funktionsträger aus dem Münsterland wird deutlich, möchte aber namentlich nicht genannt werden. Der Unions-Politiker bemängelt fehlende Einsicht von Jens Spahn. Zudem reagiere dieser intern dünnhäutig. Das beschäftige viele in der Partei schon länger. Ähnlich äußern sich im Gespräch auch weitere Amtsinhaber der CDU.
Unsere Quellen:
- CDU-Gemeindeverband Wadersloh
- CDU Kreisverbände Borken und Münster
- Weitere Recherche-Gespräche von WDR-Reporter
- Öffentliches Statement von Jens Spahn
Sendung: WDR.de, Wadersloh: Gemeindeverband fordert Spahn-Rückzug, 24.08.2026, 17:45 Uhr
