Auf einem Anhänger steht ein kaputtes Unfallauto mit der Überschrift "Weder Respekt noch Applaus".

Das zerstörte Unfallauto zog in Münsters Innenstadt Passanten an.

Bildquelle: WDR / Ekkehard Wolff

Speedweek Münsterland Polizei rüttelt Passanten mit Unfallauto wach

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Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der Hauptunfallursachen. Im vergangenen Jahr starben 2.800 Menschen in Deutschland im Straßenverkehr. Mit einem Unfallauto will die Polizei Münster Passanten einer Schocktherapie aussetzen.

Von Ekkehard Wolff und David Wöstmann

Aufklärung und Gespräche über angepasste Geschwindigkeit im Straßenvekehr gibt es häufiger bei der Polizei. Dass die Beamten mitten in der Innenstadt ein Auto präsentieren, das bei einem illegalen Autorennen vollkommen zerstört wurde, das passiert nicht so oft.

Schnell bilden sich Trauben um das Fahrzeug. Manche kommen mit ihren Kindern und stehen fassungslos vor dem Wrack. Die Passanten löchern die Beamten mit Fragen: Was da genau passiert sei, was es mit dem Auto auf sich habe.

Polizist Michael Volmer, im Hintergrund steht ein Anhänger mit einem kaputten Unfallauto.
Das ausgestellte Auto wurde bei einem illegalen Autorennen genutzt - durch einen 46-jährigen Familienvater. Mutter und Kind sind jetzt allein. Michael Volmer, Polizist

Familienvater starb bei illegalem Autorennen

Polizist Michael Volmer steht bereit und klärt die Neugierigen auf: Ein 46-jähriger Mann aus Versmold hatte sich mit einem Bekannten zu einem illegalen Autorennen verabredet. Für den Familienvater endete die Fahrt an einem Baum. Er war sofort tot.

Ein braunes, kaputtes Auto, dessen komplette Motorhaube, Seite und vorderes Dach verformt ist.

Der Airbag hat ausgelöst, konnte dem 49-Jährigen Fahrer aber nicht das Leben retten.

Bildquelle: WDR / Ekkehard Wolff

Die Angehörigen hatten zugestimmt, das Auto für Aufklärung und Prävention auszustellen. Für Michael Volmer ein ist der Wagen ein Gewinn und das Ziel der Aktion dringlich: "Wir möchten die Leute dazu animieren, über ihr Fahrverhalten nachzudenken."

Aktion der Polizei ein voller Erfolg

Offenbar kommt die Aktion der Münsteraner Polizei an. Die Spuren an dem Fahrzeug, das Blut im Innenraum und die Splitter können zwar verstörend wirken, aber viele finden es richtig, dass die Polizei solche drastischen Methoden anwendet.

Polizei rüttelt Passanten mit Unfallauto wach

WDR 05.08.2026 00:46 Min. Verfügbar bis 04.08.2028 WDR Online

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Es kommen auch ganz profane Fragen auf. So sind viele Menschen in der Fußgängerzone überrascht, dass bei dem illegalen Rennen ein Familienauto verwendet wurde. Die Beamten erklären, dass man dem VW Touareg die PS nicht direkt ansehe, es sich aber um die stärkste Variante handele. Außerdem, so die Polizei, seien eben nicht nur junge Fahrer an illegalen Rennen beteiligt.

Europaweite Aktion gegen Raser

Der Stand mit dem Unfallauto ist Teil der sogenannten "Speedweek" - früher war sie als Blitzermarathon bekannt. Die europaweite Aktionswoche findet zwischen dem 3. und 9. August statt. Neben Aufklärungsarbeit und Prävention führt die Polizei dabei auch in diesem Jahr wieder viele Radarkontrollen durch.

Im Kreis Warendorf etwa hat die Polizei im Gebiet Ahlen vermehrt geblitzt. Allein hier haben die Beamten 475 Verstöße festgestellt. Einen Negativrekord stellte ein Fahrer auf, der in einer 70er-Zone mit 146 Stundenkilometern erwischt wurde.

Der Mann muss jetzt unter anderem mit einem Fahrverbot rechnen. In Anbetracht der Geschwindigkeit ein glimpflicher Ausgang, denn wie die Polizei anmerkt und die Passanten in Münster eindrücklich gesehen haben: Zu schnelles Fahren kann zu schweren Unfällen mit gravierenden Folgen führen.

Unsere Quellen:

  • Polizei Münster
  • Kreispolizei Warendorf
  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Münsterland, 05.08.2026, 15.30 Uhr

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