Auf einer spontanen Betriebsversammlung am Montagmittag teilte der Insolvenzverwalter des Presswerks den Mitarbeitenden mit, wie es mit dem Krefelder Betrieb weitergeht. Nach vielen Monaten steht jetzt fest: Das Presswerk wird trotz Bemühungen um eine andere Lösung schließen müssen.
"Trauriger Moment" auf der Betriebsversammlung
Zanda Grundberg von der IG Metall Krefeld war bei der Betriebsversammlung dabei und hat die Reaktionen der Mitarbeitenden beobachtet:
Zum einen natürlich war das ein trauriger Moment. Man muss wissen, dass da viele Beschäftigte arbeiten, die 30 Jahre und mehr Betriebszugehörigkeit haben. Und auf der anderen Seite vielleicht auch ein Stück weit das Gefühl: Gut, dass wir jetzt zumindest die Klarheit haben. Zanda Grundberg, IG Metall Krefeld
Monate des Hoffens liegen hinter ihnen
Das Gelände des Krefelder Presswerks
Bildquelle: WDRSeit November 2025 wussten die Beschäftigten des Presswerks, dass ihr Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt hat. Das Presswerk ist einer von drei Standorten des Betreibers CoFo PWK GmbH. In Krefeld werden umgeformte Metallteile unter anderem für Fahrzeuge hergestellt.
Im Januar hatten die damals noch 300 Beschäftigten des Presswerks dann erfahren, dass aufgrund des laufenden Insolvenzverfahrens 69 von ihnen ihre Jobs verlieren würden. Der Insolvenzverwalter hatte allerdings noch etwas Hoffnung verbreiten können: Durch den Personalabbau bestünden gute Chancen, das Unternehmen erhalten zu können, und nach einem neuen Investor werde gesucht.
Möglicher Investor abgesprungen
Ein Interessent hatte sich gefunden und überlegte, den Betrieb zu übernehmen. Doch der sei jetzt abgesprungen, so die Nachricht auf der Betriebsversammlung Anfang dieser Woche: Der Investor habe sich nicht mit dem Kunden des Presswerks einigen können, wie die Zusammenarbeit nach der Übernahme aussähe, teilte der Insolvenzverwalter Jan-Philipp Hoos auf WDR-Anfrage mit.
Zukunft der Mitarbeitenden ungewiss
Die Produktion des Presswerks wird nun langsam auslaufen. Diese sogenannte Ausproduktion werde vermutlich noch mindestens ein Jahr dauern, so Insolvenzverwalter Hoos.
Wie genau es mit den Mitarbeitenden bis zum endgültigen Betriebsschluss weitergeht, ist noch unklar. Möglich seien "wellenweise Entlassungen", so Zanda Grundberg von der IG Metall Krefeld gegenüber dem WDR. Die Personalstruktur werde "sukzessive angepasst", teilte der Insolvenzverwalter auf Anfrage mit:
Weil die Abrufe naturgemäß mit der Zeit geringer werden, wird dementsprechend auch Personal abgebaut. Wann und in welchem Umfang diese Maßnahmen erfolgen, vermag ich derzeit noch nicht zu beurteilen. Jan-Philipp Hoos, Insolvenzverwalter
Die Gehälter und Löhne der Mitarbeitenden seien jedoch während der Ausproduktion weiterhin gesichert, so Hoos. Zanda Grundberg von der IG Metall teilte mit, dass sich die Gewerkschaft bei den kommenden Gesprächen mit Betriebsrat und Insolvenzverwalter für Sonderzahlungen einsetzen werde - für die Mitarbeitenden, die in den kommenden Monaten ihrem auslaufenden Betrieb bis zum Ende treu bleiben.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Zanda Grundberg, IG Metall Krefeld
- Pressemitteilung der IG Metall Krefeld
- Insolvenzverwalter Jan-Philipp Hoos gegenüber dem WDR
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Rheinland, Ruhrgebiet und Niederrhein, 04.08.2026, 17:30 Uhr