Krefelder Postbote bekommt ein Jahr Bewährung
WDR. 28.07.2026. 00:45 Min.. Verfügbar bis 11.03.2037.
Zugunsten des Mannes legte das Gericht aus, dass er aufgrund der vielen Arbeit unter Druck stand und seiner Freundin helfen wollte. Der Fall hat deutschlandweit für Aufsehen gesorgt.
Verstoß gegen das Post- und Fernmeldegeheimnis
Der 37-jährige Postbote wurde wegen insgesamt 85 Taten zu einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Mehr Taten sind nicht zweifelsfrei belegt.
Der Postbote hatte die Briefe versteckt, um seiner damaligen Freundin zu helfen.
Zehntausende Briefe in Wohnung und Keller versteckt
Bei dem Fall geht es um knapp 32.000 Postsendungen. Die sollten zwischen Oktober 2021 und April 2023 in Krefeld zugestellt werden, aber kamen nie bei den Empfängern an.
Mitte Juli hatte der Angeklagte vor Gericht gestanden, zehntausende Postsendungen in einer Wohnung und einem Keller in Krefeld versteckt zu haben.
Der 37-Jährige erklärte, dass er die Briefe versteckt hatte, um seiner damaligen Freundin zu helfen. Sie arbeitete damals ebenfalls als Zustellerin, sei zu dem Zeitpunkt aber völlig überfordert mit der Auslieferung der Post gewesen.
Der Angeklagte bestritt, die Briefe entsorgt oder geöffnet zu haben. Vor Gericht konnte ihm das auch nicht nachgewiesen werden.
Geldstrafe für Mitangeklagte
Mitte Juli endete für zwei der drei Angeklagten der Prozess.
Die ehemalige Freundin des Angeklagten wurde bereits Mitte Juli vom Amtsgericht Krefeld verurteilt: Sie muss eine Geldstrafe von 600 Euro zahlen. Zudem stand ihr Ex-Mann vor Gericht. Das Verfahren gegen ihn stellten die Richter wegen geringer Schuld allerdings ein.
Zeuge hatte Briefe im Müll entdeckt
Die Polizei war den drei Postzustellern durch den Hinweis eines Zeugen auf die Spur gekommen. Der hatte in einem Papiercontainer in Krefeld Hunderte Briefe entdeckt. Teilweise waren die Briefe geöffnet.
Der Container stand in der Nähe der Wohnung der drei damaligen Zusteller. Die Polizei ermittelte und stieß auf weitere Postsendungen, die im Keller einer Wohnung gelagert wurden.
Unsere Quellen:
- Berichterstattung WDR
- Nachrichtenagentur dpa
- Amtsgericht Krefeld
- Staatsanwaltschaft Krefeld
Sendung: WDR.de, Postbote soll in Krefeld 32.000 Briefe versteckt haben, 28.07.2026, 09:48 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 28.07.2026, 19:30 Uhr