Werden Weihnachtsbäume in diesem Jahr teurer?
Bildquelle: WDR / Laura Kasprowiak02:36 Min.. Verfügbar bis 24.08.2028.
Mit zusammengekniffenen Augen läuft Karl Rottmann durch die Reihen seiner Weihnachtsbaumplantage in Kalkar und betrachtet die Nadeln seiner Nordmann-Tannen: "Hier sieht man den Sonnenbrand." Er zeigt auf die braun-gelben Stellen. Aber die schlimme Hitze haben sie trotzdem gut verkraftet. "Denn unsere Tannen haben sogenannte Pfahlwurzeln, die tief in die Erde ragen. Hier in Kalkar liegt das Grundwasser bei gut zwei Metern."
Gut verwurzelte Bäume können sich dadurch auch bei Trockenheit noch mit Wasser versorgen. Für die Bäume, die in diesem Jahr verkauft werden sollen, sieht Weihnachtsbaumverkäufer Karl Rottmann deshalb keine Gefahr. "Die Auswahl wird auch in diesem Winter groß genug sein."
Viele Jungpflanzen vertrocknet
Karl Rottmann auf seiner Weihnachtsbaum-Plantage
Bildquelle: WDR / Laura KasprowiakKarl Rottmann läuft weiter durch seine Plantage, wo die Jungpflanzen eigentlich grün und saftig wachsen sollten. Hier ist nicht viel übrig geblieben, von den Bäumchen, die im Februar gepflanzt wurden. Rund zehn bis 13 Jahre dauert es, bis aus einer kleinen Nordmanntanne ein etwa zwei Meter hoher Weihnachtsbaum geworden ist. Was in diesem Sommer auf den Plantagen vertrocknet, fehlt deshalb nicht an Weihnachten 2026 - sondern möglicherweise 2036.
Preise könnten steigen
Karl Rottmann ist in der Region als "Tannen-Karl" bekannt. Seit zehn Jahren verkauft er unter anderem Nobilis-Tannen, Fichten und Kiefern. Wie jedes Jahr treffen sich Mitte September die Weihnachtsbaum-Züchter aus ganz Deutschland im Sauerland und beraten auch über die klimatischen Veränderungen, denen man zunehmend ausgesetzt ist. Neben der Hitze spielen aber auch die Krisen der Welt eine wichtige Rolle, die sich womöglich auch auf die Preise in diesem Jahr auswirken wird.
Unsere Qullen:
- Karl Rottmann, Baumzüchter
Sendung: Lokalzeit Duisburg, Dürre setzt Weihnachtsbäumen am Niederrhein zu, 24.08.2026, 19:30 Uhr